Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Privileg, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Privileg(e)s · Nominativ Plural: Privilegien/Privilege
Aussprache 
Worttrennung Pri-vi-leg
formal verwandt mitPrivilegium
Wortbildung  mit ›Privileg‹ als Erstglied: privilegieren  ·  mit ›Privileg‹ als Letztglied: Adelsprivileg · Appellationsprivileg · Bildungsprivileg · Handelsprivileg · Standesprivileg · Steuerprivileg
 ·  formal verwandt mit: Privilegium
Herkunft aus prīvilēgiumlat ‘besondere (nur eine einzelne Person betreffende) Verordnung, Ausnahmegesetz, Vorrecht, Vorzugsrecht’ < prīvuslat ‘für sich bestehend, einzeln, eigen(tümlich)’ (privat) + lēxlat ‘Gesetz, Verordnung’
eWDG

Bedeutung

Vorrecht, Sonderrecht einer bestimmten Klasse, Schicht oder Gruppe von Menschen oder einer Einzelperson
Beispiele:
Bildung darf kein Privileg der Wohlhabenden sein
historischein Privileg des Hochadels, der Kirche, Hanse
historischgesetzliche, verbriefte Privilegien
historisch Privilegien verleihen, erhalten, genießen, schützen, antasten, aufheben
historischdie Städte wurden mit Privilegien ausgestattet, ihrer Privilegien beraubt
Die kranke Welt ist aber nicht zu kurieren, ohne daß die Privilegien und Vorrechte der herrschenden Klassen in Frage gestellt und schließlich beseitigt werden [ BebelFrau463]
historischAm 13. Mai hielt ich eine Rede gegen das Privileg der Portofreiheit der Fürsten [ BebelAus meinem Leben365]
übertragen
Beispiel:
Wir lieben den Frieden … und ihr drüben habt kein Privileg auf die Liebe zu ihm [ JohoWendemarke324]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Privileg · Privilegium · privilegieren
Privileg Privilegium n. ‘Vorrecht, Sonder-, Ausnahmerecht’ (einer Einzelperson, einer bestimmten Klasse, Schicht oder Gruppe von Menschen), mhd. prīvilēgje, prīvilei(g)e, prīvilēgjum (13. Jh.), vom 15. Jh. an meist in lat. Form Privilegium (bis ins 19. Jh.), daneben Privilegi(e) (14. bis Anfang 17. Jh.); die eingedeutschte Form Privileg setzt sich erst im 19. Jh. durch, doch der Plur. Privilegien seit dem 14. Jh. Entlehnt aus lat. prīvilēgium ‘besondere (nur eine einzelne Person betreffende) Verordnung, Ausnahmegesetz, Vorrecht, Vorzugsrecht’, einer Bildung aus lat. prīvus ‘für sich bestehend, einzeln, eigen(tümlich)’ (s. privat) und lat. lēx (Genitiv lēgis) ‘Gesetz, Verordnung’. Vgl. afrz. privilegie, priviliege, frz. privilège m. – privilegieren Vb. ‘mit einem Vorrecht oder mit Vorrechten ausstatten, von einer Verpflichtung, einer Abgabe befreien, durch Vorzugsrecht, Vorrecht schützen’ (um 1400), vgl. mhd. prīvilēgen (13. Jh.); mlat. privilegiare ‘ein Vorrecht einräumen’, afrz. privilegier.

Thesaurus

Synonymgruppe
Privileg · Sonderrecht  ●  für jemanden gelten andere Gesetze  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Privileg · Vorrecht  ●  Erstrecht  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Privileg · Sonderrecht  ●  für jemanden gelten andere Gesetze  ugs.
Synonymgruppe
Gunst · Privileg · Vergünstigung · Vorteil · Vorzug

Typische Verbindungen zu ›Privileg‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Privileg‹.

Adel Besserverdienende Bildung Grundherr Insinuation Jagd Oberschicht Reiche Reise Steuerfreiheit Vornehmen Wohlhabende abschaffen ausschliessliche ausschließlich betrachten empfinden erwirkt geniessen geniesst genießen gewährt grosses kaiserlich kursächsisch königlich verliehen vorbehalten zugestanden zweifelhaft

Verwendungsbeispiele für ›Privileg‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das neue Privileg von 1797 unterschied sich kaum von dem von 1765. [o. A.: Lexikon der Kunst – K. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 19947]
Er suchte um ein kursächsisches Privileg nach; erhielt es auch. [Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1908], S. 24408]
Wer ihm zuhört, hat das Privileg, erstaunliche Sätze zu hören. [Die Zeit, 23.03.2000, Nr. 13]
Es war in der Geschichte Kubas ein Privileg, das Frauen vorbehalten war. [Die Zeit, 02.03.2000, Nr. 10]
Zu dieser Zeit galt der Wandschmuck als rein adliges Privileg. [Die Zeit, 26.03.1998, Nr. 14]
Zitationshilfe
„Privileg“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Privileg>.

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