Privilegium, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Privilegiums · Nominativ Plural: Privilegien
Aussprache 
Worttrennung Pri-vi-le-gi-um
formal verwandt mit Privileg
Wortbildung  formal verwandt mit: Privileg
Herkunft aus prīvilēgiumlat ‘besondere (nur eine einzelne Person betreffende) Verordnung, Ausnahmegesetz, Vorrecht, Vorzugsrecht’ < prīvuslat ‘für sich bestehend, einzeln, eigen(tümlich)’ (privat) + lēxlat ‘Gesetz, Verordnung’
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

veraltet
Synonym zu Privileg
Beispiele:
Oftmals hart erkämpft, finanziert durch Schülerjobs oder durch die Oma, wurde einem das ultimative Privilegium der Erwachsenen gewährt: der erste Urlaub ohne Eltern. [Der Standard, 01.07.2015]
[…] es ist auch ein Privilegium, nicht bekannt (= prominent) zu sein, jeden Scheiß machen zu können[…]. [Die Zeit, 18.06.2003, Nr. 26]
Die im letzten Sommer geführten Auseinandersetzungen um die Reform der Kulturstiftung zeigten deutlich, wie schwer es manchen offenbar fällt, eingefahrene Geleise zu verlassen oder auf erworbene Privilegien zu verzichten. [Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2001]
Der Vatikan beantwortete das Entgegenkommen des Königs durch seinen Verzicht auf das Privilegium, wonach spanische Priester nur mit Zustimmung der Bischöfe gerichtlich verfolgt werden dürfen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1976]]
Ein weiteres Privilegium ist das Brief‑ und Depeschenrecht. Es besteht darin, daß die diplomatischen Vertreter mit ihrer heimatlichen Regierung ungehindert und ohne Kontrolle brieflich, telegrafisch, telefonisch und durch Kuriere verkehren können. [Verdroß, Alfred: Die Entwicklung des Völkerrechts. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 13285]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Privileg · Privilegium · privilegieren
Privileg Privilegium n. ‘Vorrecht, Sonder-, Ausnahmerecht’ (einer Einzelperson, einer bestimmten Klasse, Schicht oder Gruppe von Menschen), mhd. prīvilēgje, prīvilei(g)e, prīvilēgjum (13. Jh.), vom 15. Jh. an meist in lat. Form Privilegium (bis ins 19. Jh.), daneben Privilegi(e) (14. bis Anfang 17. Jh.); die eingedeutschte Form Privileg setzt sich erst im 19. Jh. durch, doch der Plur. Privilegien seit dem 14. Jh. Entlehnt aus lat. prīvilēgium ‘besondere (nur eine einzelne Person betreffende) Verordnung, Ausnahmegesetz, Vorrecht, Vorzugsrecht’, einer Bildung aus lat. prīvus ‘für sich bestehend, einzeln, eigen(tümlich)’ (s. privat) und lat. lēx (Genitiv lēgis) ‘Gesetz, Verordnung’. Vgl. afrz. privilegie, priviliege, frz. privilège m. privilegieren Vb. ‘mit einem Vorrecht oder mit Vorrechten ausstatten, von einer Verpflichtung, einer Abgabe befreien, durch Vorzugsrecht, Vorrecht schützen’ (um 1400), vgl. mhd. prīvilēgen (13. Jh.); mlat. privilegiare ‘ein Vorrecht einräumen’, afrz. privilegier.

Typische Verbindungen zu ›Privilegium‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Privilegium‹.

Zitationshilfe
„Privilegium“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Privilegium>, abgerufen am 25.10.2021.

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