Privilegium, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Privilegiums · Nominativ Plural: Privilegien
WorttrennungPri-vi-le-gi-um
HerkunftLatein
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutung

veraltet
Synonym zu Privileg
Beispiele:
Oftmals hart erkämpft, finanziert durch Schülerjobs oder durch die Oma, wurde einem das ultimative Privilegium der Erwachsenen gewährt: der erste Urlaub ohne Eltern. [Der Standard, 01.07.2015]
[…] es ist auch ein Privilegium, nicht bekannt (= prominent) zu sein, jeden Scheiß machen zu können[…]. [Die Zeit, 18.06.2003, Nr. 26]
Die im letzten Sommer geführten Auseinandersetzungen um die Reform der Kulturstiftung zeigten deutlich, wie schwer es manchen offenbar fällt, eingefahrene Geleise zu verlassen oder auf erworbene Privilegien zu verzichten. [Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2001]
Der Vatikan beantwortete das Entgegenkommen des Königs durch seinen Verzicht auf das Privilegium, wonach spanische Priester nur mit Zustimmung der Bischöfe gerichtlich verfolgt werden dürfen. [Archiv der Gegenwart, 2001. Zitiert nach: Archiv der Gegenwart, 1976, Bd. 46.]
Ein weiteres Privilegium ist das Brief- und Depeschenrecht. Es besteht darin, daß die diplomatischen Vertreter mit ihrer heimatlichen Regierung ungehindert und ohne Kontrolle brieflich, telegrafisch, telefonisch und durch Kuriere verkehren können. [Verdroß, Alfred: Die Entwicklung des Völkerrechts. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000, S. 13285. Zitiert nach: Verdroß, Alfred: Die Entwicklung des Völkerrechts. In: Propyläen Weltgeschichte, Bd. 8, Berlin: Propyläen-Verl. 1960.]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Privileg · Privilegium · privilegieren
Privileg Privilegium n. ‘Vorrecht, Sonder-, Ausnahmerecht’ (einer Einzelperson, einer bestimmten Klasse, Schicht oder Gruppe von Menschen), mhd. prīvilēgje, prīvilei(g)e, prīvilēgjum (13. Jh.), vom 15. Jh. an meist in lat. Form Privilegium (bis ins 19. Jh.), daneben Privilegi(e) (14. bis Anfang 17. Jh.); die eingedeutschte Form Privileg setzt sich erst im 19. Jh. durch, doch der Plur. Privilegien seit dem 14. Jh. Entlehnt aus lat. prīvilēgium ‘besondere (nur eine einzelne Person betreffende) Verordnung, Ausnahmegesetz, Vorrecht, Vorzugsrecht’, einer Bildung aus lat. prīvus ‘für sich bestehend, einzeln, eigen(tümlich)’ (s. ↗privat) und lat. lēx (Genitiv lēgis) ‘Gesetz, Verordnung’. Vgl. afrz. privilegie, priviliege, frz. privilège m. privilegieren Vb. ‘mit einem Vorrecht oder mit Vorrechten ausstatten, von einer Verpflichtung, einer Abgabe befreien, durch Vorzugsrecht, Vorrecht schützen’ (um 1400), vgl. mhd. prīvilēgen (13. Jh.); mlat. privilegiare ‘ein Vorrecht einräumen’, afrz. privilegier.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abbau Abschaffung Adel Beschneidung Besitzstand Erhalt Genuß Immunität Nomenklatura Pfründe Sonderrecht Staatsdiener Vergünstigung abbauen abschaffen althergebracht antasten beschneiden ererbt genießen gewährt kaiserlich liebgewonnen materiell steuerlich ständisch ungerechtfertigt verbunden verteidigen überkommen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Privilegium‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die verteidigen ihren Status als Männer mehr als wir unsere Privilegien als Götter!
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 261
Immerhin müssen die meisten anderen Unternehmen ohne solche Privilegien leben.
Der Tagesspiegel, 18.07.2000
Der hat das Geld genommen und die Privilegien, die ihm angeboten wurden.
Süddeutsche Zeitung, 07.03.1998
Im vierten Jahrhundert gilt der Sohn des Veteranen für dienstpflichtig und genießt dafür Privilegien.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Zweiter Teil: Die Germanen, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1921], S. 22452
Er sichert die Privilegien und das gesellschaftliche Prestige des Adels gegenüber der wachsenden, ökonomischen Stärke bürgerlicher Gruppen.
Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation - Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 301
Zitationshilfe
„Privilegium“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Privilegium>, abgerufen am 18.06.2019.

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