Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Promenade, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Promenade · Nominativ Plural: Promenaden
Worttrennung Pro-me-na-de
Wortzerlegung promenieren -ade
Wortbildung  mit ›Promenade‹ als Erstglied: Promenadenbaum · Promenadendeck · Promenadenkonzert · Promenadenmischung · Promenadenweg
 ·  mit ›Promenade‹ als Letztglied: Kurpromenade · Mittelpromenade · Strandpromenade · Uferpromenade
Herkunft aus gleichbedeutend promenademfrz frz
eWDG

Bedeutungen

1.
repräsentativer, oft baumbestandener, durch Grünanlagen führender Spazierweg
Beispiele:
eine mit Bäumen bepflanzte Promenade
auf der Promenade spazieren gehen
von der Promenade aus konnte man den Strand überblicken
die Stadtväter hatten aus Wall und Graben eine Promenade für die Bürger geschaffen [ FalladaWolf2,377]
2.
gehoben, veraltend Spaziergang
Beispiele:
eine (unterhaltende, kleine) Promenade machen
an das Frühstück schloss sich eine Promenade an
eine Promenade durch die Gewächshäuser [ FontanePetöfy152]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Promenade · promenieren
Promenade f. ‘gepflegter, durch Grünanlagen führender Spazierweg’, (heute selten) ‘Spaziergang’, Übernahme (Anfang 17. Jh.) von gleichbed. mfrz. frz. promenade, gebildet zum Verb mfrz. frz. promener (s. unten). – promenieren Vb. ‘spazierengehen’ (1. Hälfte 18. Jh.), entlehnt aus gleichbed. frz. se promener, mfrz. frz. promener ‘spazierenführen’, das nach dem Beispiel zahlreicher mit pro- beginnender Verben aus afrz. pormener ‘herumführen, führen, leiten’ hervorgegangen ist. Dies ist gebildet mit afrz. por (frz. pour) ‘für, um … willen’, dem vlat. por, mit r-Metathese (unter Einfluß von lat. per, s. per) entstanden aus lat. prō (s. pro), zugrunde liegt, zu afrz. mener ‘führen, geleiten, treiben, jagen, betreiben’ (frz. ‘führen, leiten, lenken’), aus lat. mināre ‘(Vieh) durch Schreien und Prügeln vor sich her treiben, an-, forttreiben’ (spätlat. auch auf Menschen und Gegenstände bezogen), das sich an lat. minārī ‘(drohend) emporragen, (an-, be)drohen’ anschließt. Dies ist abgeleitet von lat. minae (Plur.) ‘Drohungen’, eigentlich ‘hervorragende Spitzen an Felsen, Zinnen auf Mauern’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Spazierweg  ●  Promenade  franz.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Flaniermeile · Prachtpromenade · Spaziermeile  ●  Promenade  franz.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Promenade‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Promenade‹.

Anglais Ende Gruenderzeit Messestadt angrenzend archäologisch berühmt breit davoser entstehen führen gesäumt hellersdorfer hoch homburger hübsch lang londoner marzahner nächtlich ober prenzlauer ratzinger sperren unter unterirdisch verbinden vorgelagert westerlander

Verwendungsbeispiele für ›Promenade‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In geraden Linien durchschnitten Promenaden den Weg – rings umsäumt mit Statuen. [Berliner Tageblatt (Sonntags-Ausgabe), 16.02.1902]
Lasse dich auch niemals allein auf den Bänken einer Promenade nieder. [o. A. [Tante Lisbeth]: Anstandsbüchlein für junge Mädchen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1908], S. 15851]
Dass er darin vielleicht schon weiter ist, als man ihm zutraut, erlebe ich auf der Promenade. [Die Zeit, 26.08.2013, Nr. 34]
Die Promenade war erhoben, etwa drei Meter über dem breiten Strand. [Die Zeit, 05.10.2012, Nr. 40]
Auf meinem Weg zur Promenade durchquere ich das arabische Viertel in der Atlantic Avenue. [Die Zeit, 12.09.2011, Nr. 37]
Zitationshilfe
„Promenade“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Promenade>.

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