Proportionalwahlrecht, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Proportionalwahlrecht(e)s · Nominativ Plural: Proportionalwahlrechte · Verwendung im Plural ungebräuchlich
Aussprache [pʀopɔʁʦi̯oˈnaːlvaːlʀɛçt]
Worttrennung Pro-por-ti-onal-wahl-recht · Pro-por-tio-nal-wahl-recht
Wortzerlegung  proportional Wahlrecht
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

seltener
Beispiele:
Bei der Neugestaltung unseres Wahlsystems wird vielfach an ein Verhältniswahlrecht (Proportionalwahlrecht) gedacht, d. h. an eine Listenwahl, bei der zwischen den von Parteien (oder Organisationen) aufgestellten Kandidatenlisten zu entscheiden wäre. Es würde die Wahl für eine der Parteien (Organisationen) und nicht für Personen bedeuten. [Neues Deutschland, 30.12.1989]
[…] die Linke holte [in Nepal] nach den bisherigen Resultaten mindestens 106 der insgesamt 165 Direktmandate. Die Mehrheitsverhältnisse bei weiteren 110 Sitzen, die nach dem Proportionalwahlrecht vergeben werden, sehen ähnlich aus. [Frankfurter Rundschau, 13.12.2017]
Ich weiß, dass Demokratie nun einmal ausschließlich funktioniert, wenn man Kompromisse schließt, daher bevorzuge ich ein Proportionalwahlrecht, wie es die meisten europäischen Staaten besitzen. Das führt zwar dazu, dass es scheinbar manchmal Stillstand gibt, wie in Österreich, aber über kurz oder lang setzen sich brauchbare Kompromisse durch. [Grantige Gabeln gurken gerne geradlinig, 09.11.2016, aufgerufen am 01.09.2020]
Unser Listenwahlrecht stärkt die Politikverdrossenheit. Die Anonymität unseres Proportionalwahlrechtes fördert nicht die Beziehung zwischen Wählern und Mandatsträgern. Wer eine Liste wählt, weiß in der Regel nicht, welche Personen dahinterstecken. Unser Wahlrecht fördert Kaderparteien. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.04.2005]
[historisches Zitat von 1916:] Damit […] in jedem Betriebe ein tüchtiger und brauchbarer Betriebsausschuss zustande kommt, ist es Pflicht unserer Mitglieder, bei den Wahlen für diesen Ausschuss auf dem Posten zu sein. Die Wahl des Ausschusses findet nach dem Proportionalwahlrecht (Verhältniswahl) statt. [30. Dezember 1916, 30.12.2016, aufgerufen am 31.08.2020]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Proportionalwahlrecht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Proportionalwahlrecht>, abgerufen am 13.10.2021.

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