Prosa, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Prosa · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungPro-sa
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Prosa‹ als Erstglied: ↗Prosaband · ↗Prosadebüt · ↗Prosaepik · ↗Prosaschrift · ↗Prosaschriftsteller · ↗Prosaskizze · ↗Prosastil · ↗Prosawerk
 ·  mit ›Prosa‹ als Letztglied: ↗Altersprosa · ↗Erzählprosa · ↗Zeitungsprosa
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
nicht durch Verse, Rhythmus oder Reim gebundene Form der Sprache
Beispiele:
Poesie und Prosa
die erzählende Prosa (eines Romans)
die erlesene, geschliffene Prosa einer Novelle
er ist ein Meister der Prosa, schreibt eine gute Prosa
Verse durch Prosa ersetzen, in Prosa wiedergeben
2.
übertragen Poesielosigkeit, Nüchternheit
Beispiele:
die Prosa des Alltags, des Alltäglichen
Wir gelangten in wahrhaft feierlicher Stimmung ans Tor, um durch einen verwünschten Zöllner in die niedrigste ... Prosa gezogen zu werden [Kisch2,1,174]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Prosa · prosaisch
Prosa f. ‘nicht (durch Reim, Vers, Rhythmus) gebundene Form der Sprache’, ahd. prōsa (9. Jh.), spätmhd. prōse, Entlehnung von lat. prōsa ‘ungebundene Rede’, Substantivierung (aus ōrātio prōsa, eigentlich ‘geradeaus gerichtete Rede’) des Adjektivs lat. prōs(s)us, hervorgegangen aus lat. prōrsus, prōvorsus ‘nach vorwärts, geradeaus gekehrt’, übertragen ‘gerade, schlicht, ungebunden’ (von der Rede); vgl. lat. vertere (versum) ‘kehren, wenden, drehen’. Unter Einfluß von gleichbed. afrz. frz. prose steht bis ins 18. Jh. auch Prose. Übertragener Gebrauch ‘Nüchternheit, rauhe Wirklichkeit’ setzt in der 1. Hälfte des 18. Jhs. ein. prosaisch Adj. ‘in ungebundener Rede’ (Ende 17. Jh.), ‘nüchtern, hausbacken, alltäglich’ (Mitte 18. Jh.), wohl unter Einfluß von gleichbed. frz. prōsaïque, aus spätlat. prōsaicus ‘in Prosa’.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Erzählkunst · Prosa
Assoziationen
Antonyme
  • in Versen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dichtung Drama Dramatik Essay Gedicht Hörspiel Lyrik Poesie Prosa Sigmund-Freud-Preis Theaterstücke Vers autobiographisch deutschsprachig dichterisch erzählend essayistisch experimentell expressionistisch fiktional gesammelt kunstvoll lakonisch lyrisch makellos poetisch rhythmisch rhythmisiert wissenschaftlich zeitgenössisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Prosa‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An dieser Prosa läßt sich lernen, wie viel wenig sein kann.
Der Tagesspiegel, 15.08.1996
Und das vermag Grass allein mit der Kunst seiner Prosa.
Süddeutsche Zeitung, 14.05.1994
Sein Dichten war verstummt; doch sein Testament an den Sohn gestaltete er in hoher dichterischer Prosa.
Matthias, W. u. Jannasch, W.: Gerhardt. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 15742
Die große französische Prosa des neunzehnten Jahrhunderts war dagegen besonders empfindlich.
Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1971 [1951], S. 98
Es gibt mir sehr viel für die moderne Prosa - aber Gott weiß, wann das Buch fertig wird.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1922. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1922], S. 42
Zitationshilfe
„Prosa“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Prosa>, abgerufen am 12.12.2019.

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