Prostituierte, die oder der
GrammatikSubstantiv (Femininum, Maskulinum) · Genitiv Singular: Prostituierten · Nominativ Plural: Prostituierte(n)
| Mit Pluralendung ‑n wird das Wort in der schwachen Flexion (bestimmter Artikel) und der gemischten Flexion (Indefinitpronomen, Possessivpronomen) gebildet, z. B. die, keine Prostituierten, in der starken Flexion ist die Endung unmarkiert, z. B. zwei, einzelne Prostituierte. |
Aussprache [pʀostituˈiːɐ̯tə]
Worttrennung Pro-sti-tu-ier-te · Pros-ti-tu-ier-te
formal verwandt mitprostituieren
Wortbildung
mit ›Prostituierte‹ als Letztglied:
Luxusprostituierte · Straßenprostituierte
Herkunft zu prostituieren, vgl. gleichbedeutend prostituéefrz
ZDL-Vollartikel
Bedeutung
häufig abwertend Person, die der Prostitution nachgeht
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: minderjährige, illegale, osteuropäische, drogenabhängige, männliche Prostituierte
als Akkusativobjekt: Prostituierte aufsuchen, ansprechen, bezahlen, vermitteln
in Präpositionalgruppe/-objekt: Sex mit, Kontakt zu, ein Besuch bei, eine Beziehung mit, eine Affäre mit einer Prostituierten; sich mit einer Prostituierten vergnügen; als Prostituierte arbeiten
in Koordination: Prostituierte und Zuhälter, Freier, Drogenabhängige, Bettler, Kriminelle
als Aktivsubjekt: Prostituierte bieten [ihre Dienste] an, schaffen an, gehen auf den Strich
Beispiele:
Seit 2001 besagt Artikel 6 der Hygieneverordnung, dass Prostituierte und Freier beim Geschlechtsverkehr ein Präservativ benutzen müssen. [Der Spiegel, 25.08.2014]
In Talkshows ist es ein Dauerbrenner: Sind Frauen, die als Prostituierte arbeiten, unterdrückt oder selbstbestimmt? [Neue Osnabrücker Zeitung, 08.10.2020]
Auch Pornodarsteller und Prostituierte sitzen neuerdings daheim vor ihren Webcams, da Filmsets, Bordelle und Stripclubs [aufgrund der Corona-Pandemie] geschlossen sind. [Welt am Sonntag, 19.04.2020]
Im Erdgeschoss fischten männliche Prostituierte nach schwuler Kundschaft. [Die Welt, 13.07.2019]
Freier sollten für Sex mit minderjährigen Prostituierten künftig ins Gefängnis kommen und auch härter bestraft werden, wenn sie wissentlich bezahlten Sex mit Opfern von Menschenhandel hätten[…]. [Neue Zürcher Zeitung, 16.12.2013]
Schätzungsweise 20.000 Frauen betrachten in Deutschland das horizontale Gewerbe als Haupteinnahmequelle, rund 8.000 Prostituierte sollen in Berlin in Bordells oder auf dem Straßenstrich anschaffen gehen. [Berliner Zeitung, 29.12.1994]
letzte Änderung:
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Etymologie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
prostituieren · Prostitution · Prostituierte
prostituieren Vb. ‘entehren’, reflexiv ‘sich öffentlich bloßstellen, demütigen’ (2. Hälfte 16. Jh.), besonders ‘sich gewerbsmäßig sexuell feilbieten’ (Anfang 18. Jh.), entlehnt aus lat. prōstituere ‘vorn hinstellen, seinen Körper öffentlich zur Unzucht preisgeben, schänden’; vgl. lat. statuere ‘hinstellen, aufstellen’. – Prostitution f. ‘Beschimpfung, Erniedrigung, Verkommenheit’ (um 1700), ‘gewerbsmäßiges sexuelles Feilbieten’ (1. Hälfte 18. Jh.), spätlat. prōstitūtio (Genitiv prōstitūtiōnis) ‘das öffentliche Sichpreisgeben’, übertragen ‘Entehrung, Beschimpfung’. Prostituierte f. ‘Frau, die sich gewerbsmäßig sexuell feilbietet’ (Mitte 19. Jh.). Die Aufnahme der Wortgruppe ins Dt. wird unterstützt durch frz. prostituer, prostitution, prostituée.
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| Assoziationen |
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Typische Verbindungen zu ›Prostituierte‹ (berechnet)
Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Prostituierte‹.
Amtsmißbrauch
Betreiberehepaar
Bordellbetreiber
Drogenabhängige
Drogensüchtige
Escort-Dame
Freier
Homosexuelle
Junkie
Kokain
Obdachlose
Zuhälter
aidskrank
arbeiten
arbeitend
drogenabhängig
drogensüchtig
ermorden
ermordet
heroinabhängig
minderjährig
männlich
nachgehen
osteuropäisch
thailändisch
transsexuell
umbringen
verdienen
verdingen
vergewaltigen
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