Prostitution, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Prostitution · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [pʀostituˈʦi̯oːn]
Worttrennung Pro-sti-tu-ti-on · Pros-ti-tu-ti-on
formal verwandt mit prostituieren
Wortbildung  mit ›Prostitution‹ als Letztglied: Kinderprostitution · Zwangsprostitution
Herkunft zu prōstitūtiōspätlat ‘das öffentliche Sichpreisgeben’, übertragen ‘Entehrung, Beschimpfung’, vgl. prostitutionfrz ‘Prostitution’
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
gewerbsmäßige Vornahme sexueller Handlungen gegen Entgelt
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: illegale, verbotene, heimliche, legale, legalisierte, offene, gewerbsmäßige, erzwungene, weibliche, männliche, homosexuelle Prostitution
als Dativobjekt: der Prostitution nachgehen
als Akkusativobjekt: Prostitution betreiben, verbieten, abschaffen, legalisieren, fördern
in Präpositionalgruppe/-objekt: jmdn. zur Prostitution zwingen
in Koordination: Prostitution und Menschenhandel, Drogenhandel, Kriminalität, Pornografie, Zuhälterei
Beispiele:
Was gilt landläufig als das »älteste Gewerbe der Welt«? – Genau, die Prostitution, das »horizontale Gewerbe«, das Geschäft mit der Lust, die Arbeit als Freudenmädchen oder Lustmädchen, die »käufliche Liebe« – noch viele andere mehr oder weniger direkte Bezeichnungen kursieren landauf, landab. [Let’s talk about SEX!, 26.11.2013, aufgerufen am 01.09.2020]
Prostitution, Sexarbeit, horizontales Gewerbe sind wie keine andere Berufsbranche von Klischees, Stereotypen und Ressentiments geprägt. Im Diskurs um Sexarbeit spielen in der Regel ausschließlich Zwangsprostituierte, drogenabhängige oder missbrauchte Frauen eine Rolle. Dass es darüber hinaus auch andere gibt, die freiwillig und selbstständig der Sexarbeit nachgehen, zeigt der Film SEXarbeiterin von Sobo Swobodnik. [Filmgespräch, 29.02.2016, aufgerufen am 01.09.2020]
Die große Mehrheit der Schweden lehnt Prostitution strikt ab und befürwortet die Bestrafung von Freiern, die für Sex Geld zahlen. [Rhein-Zeitung, 17.06.2013]
Prostitution ist ein Spiegel alles Schlechten in unserer Gesellschaft: der Ungleichheit von Mann und Frau, der Macht des Geldes, Gewalt, Angst, Abhängigkeiten und extreme Armut. Alles hängt damit zusammen. [Badische Zeitung, 20.07.2013]
Die Bergleute amüsierten sich in Etablissements wie dem »Café Röckchenhoch«, in dem man es nicht so genau nahm mit HwGgE, »häufig wechselnden Geschlechtspartnern gegen Entgelt«, wie die Prostitution im verquasten Deutsch der Volkspolizei hieß. [Der Tagesspiegel, 08.06.2003]
Phillipinische Stricher erzählen über ihre Beziehungen zu Freiern, Beziehungen, bei denen die Grenzen zwischen Prostitution, Sex und »Liebe« verwischen. [die tageszeitung, 05.04.1993]
2.
bildungssprachlich, abwertend
entsprechend der Bedeutung von prostituieren (2)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: politische Prostitution
Beispiele:
Als Kunstfotograf machte er keine Werbeaufnahmen, das sei Prostitution. [A Sweet Home: Alex Kayser 1949–2015, 08.08.2015, aufgerufen am 01.09.2020]
[…] Der frühere [britische Verkehrs-]Minister Stephen Byers verkündete frohgemut, er stehe wie ein »Miettaxi« zur Verfügung – vorausgesetzt, er bekomme seinen Tagestarif von 5.000 Pfund, rund 5.500 Euro, ausbezahlt. Alle bei der politischen Prostitution Ertappten bestritten natürlich alles, und die Partei äußerte Abscheu und Entsetzen. [Hamburger Abendblatt, 23.03.2010]
Staaten‑ und mittellos schlägt er sich durch Paris und macht Auftragsporträts (»die Prostitution der Kunst«) von reichen Franzosen. [Mittelbayerische, 11.06.2015]
Nein, ich hatte von [James] Bond noch nie gehört. Und die Fassung des Drehbuchs, die ich bekam, war so miserabel, dass meine Frau zu mir sagte: »Das kannst du nicht machen, das ist Prostitution [Der Spiegel, 05.11.2012 (online)]
Für die Südamerika‑Exkursion mit der Uni käme mir das Geld gelegen. Dennoch zweifelte ich. Im Grunde ist das doch Prostitution, dachte ich. Willst du für die Pharmaindustrie auf den Strich gehen? Tabletten schlucken, die dich zum Mutanten machen? [Der Tagesspiegel, 08.05.2005]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

prostituieren · Prostitution · Prostituierte
prostituieren Vb. ‘entehren’, reflexiv ‘sich öffentlich bloßstellen, demütigen’ (2. Hälfte 16. Jh.), besonders ‘sich gewerbsmäßig sexuell feilbieten’ (Anfang 18. Jh.), entlehnt aus lat. prōstituere ‘vorn hinstellen, seinen Körper öffentlich zur Unzucht preisgeben, schänden’; vgl. lat. statuere ‘hinstellen, aufstellen’. Prostitution f. ‘Beschimpfung, Erniedrigung, Verkommenheit’ (um 1700), ‘gewerbsmäßiges sexuelles Feilbieten’ (1. Hälfte 18. Jh.), spätlat. prōstitūtio (Genitiv prōstitūtiōnis) ‘das öffentliche Sichpreisgeben’, übertragen ‘Entehrung, Beschimpfung’. Prostituierte f. ‘Frau, die sich gewerbsmäßig sexuell feilbietet’ (Mitte 19. Jh.). Die Aufnahme der Wortgruppe ins Dt. wird unterstützt durch frz. prostituer, prostitution, prostituée.

Thesaurus

Synonymgruppe
käufliche Liebe  ●  Hurerei  abwertend · Prostitution  Hauptform · Gewerbe  ugs. · horizontales Gewerbe  ugs. · ältestes Gewerbe der Welt  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Prostitution‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Prostitution‹.

Zitationshilfe
„Prostitution“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Prostitution>, abgerufen am 02.08.2021.

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