Protest, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Protestes · Nominativ Plural: Proteste
Aussprache
WorttrennungPro-test (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Protest‹ als Erstglied: ↗Protestaktion · ↗Protestant · ↗Protestbewegung · ↗Protestbrief · ↗Protestcamp · ↗Protestdemonstration · ↗Protesterklärung · ↗Protestkampagne · ↗Protestkundgebung · ↗Protestler · ↗Protestmarsch · ↗Protestnote · ↗Protestresolution · ↗Protestruf · ↗Protestschreiben · ↗Proteststreik · ↗Proteststurm · ↗Protestwelle
 ·  mit ›Protest‹ als Letztglied: ↗Bürgerprotest · ↗Gegenprotest · ↗Jugendprotest · ↗Massenprotest · ↗Studentenprotest · ↗Wechselprotest · ↗Zuschauerprotest
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Äußerung, Bekundung des lebhaften Missfallens über etw., jmdn., mit dem man nicht einverstanden ist
Beispiele:
ein weltweiter, leidenschaftlicher, flammender, scharfer, lauter, stummer Protest
ein Sturm des Protestes ging durch das Land
seinen Protest äußern, anmelden (= geltend machen)
Protest erheben
er hat aus Protest gekündigt
unter (wütendem) Protest verließ er den Saal, die Versammlung
salopp er ließ einen geharnischten Protest (= Protestbrief) an den Bürgermeister der Stadt los
einen Protest zurückweisen
einem Protest stattgeben
DDR, Jura Rechtsmittel des Staatsanwalts gegen ein Urteil des Kreisgerichts oder ein erstinstanzliches Urteil des Bezirksgerichts
Beispiel:
der Staatsanwalt hat gegen das Urteil des Gerichts Protest eingelegt
2.
von einer juristischen Person vorgenommene Beurkundung der Nichteinlösung oder Nichtannahme eines Wechsels, Wechselprotest
Beispiele:
auf Grund eines Protestes der Bank konnte der Wechsel nicht eingelöst werden
einen Wechsel zu Protest gehen lassen (= feststellen lassen, dass der Wechsel nicht angenommen oder nicht eingelöst worden ist)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

protestieren · Protest
protestieren Vb. ‘Einspruch erheben, Verwahrung einlegen, sein Mißfallen kundtun’, spätmhd. protestieren, entlehnt aus gleichbed. afrz. frz. protester, auch ‘erklären, darlegen’, dem spätlat. prōtestāre, lat. prōtestārī ‘Zeugnis ablegen, öffentlich beweisen, dartun’ voraufgeht; zu lat. testārī ‘bezeugen, bekunden, versichern, beweisen’ (s. ↗Testament). Die Verwendung des Verbs in der Kaufmannssprache ‘Annahme oder Zahlung eines Wechsels verweigern’ (16. Jh.) geht auf (ebenfalls aus dem Lat. stammendes) ital. protestare ‘Verwahrung einlegen, erklären, versichern’ zurück, das im genannten Sinne schon früh in der Geschäftssprache üblich wird. Protest m. ‘Beurkundung über die Verweigerung der Annahme oder Zahlung eines Wechsels’ (16. Jh.), entlehnt als Wort der Kaufmannssprache aus gleichbed. ital. protesto, auch ‘Verwahrung, Einspruch’, gebildet zu ital. protestare (s. oben). Danach allgemein (unter dem Einfluß von protestieren) ‘Verwahrung, Einspruch, Bekundung des Mißfallens’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Aber · ↗Beanstandung · ↗Einspruch · ↗Einwendung · ↗Entgegnung · ↗Gegenargument · ↗Gegenstimme · Protest · ↗Reklamation · ↗Vorbehalt · ↗Widerrede · ↗Widerspruch  ●  ↗Einsprache  österr., schweiz. · ↗Einwand  Hauptform · ↗Rekurs  österr., schweiz. · ↗Intervention  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Demonstration · ↗Kundgebung · Protest · ↗Protestmarsch · ↗Protestzug · öffentliche Protestaktion  ●  ↗Demo  ugs. · ↗Protestation  geh., veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
Buh-Ruf · ↗Buhruf · ↗Gebuhe · ↗Missfallenskundgebung · Protest · ↗Verächtlichmachung · ↗Zuschauerprotest · abfällige Bemerkung
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anwohner Bevölkerung Demonstration anhaltend ankündigen aufrufen auslösen einlegen erheben fortsetzen friedlich gewaltsam gewalttätig hageln heftig hervorrufen landesweit laut lautstark massiv niederlegen regen richten scharf stoßen verlassen weltweit wütend zurücktreten öffentlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Protest‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Tat nahmen in den vergangenen Tagen die Proteste wieder zu.
Die Zeit, 08.12.2013, Nr. 50
Die Bewohner des Dorfes erhoben Protest gegen eine mögliche Aufteilung ihres Ortes.
Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]
Zu dem religiösen Protest kommt häufig der soziale Protest hinzu.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1978, Nr. 12
Ich weiß über Proteste außer denen, die ich erwähnt habe, nichts.
o. A.: Zweiundneunzigster Tag. Mittwoch, 27. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 9905
Es war also schon ein Protest vom Roten Kreuz bei ihnen eingezogen?
o. A.: Achtundzwanzigster Tag. Montag, 7. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 4352
Zitationshilfe
„Protest“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Protest>, abgerufen am 15.10.2019.

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