Protestwahl, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Protestwahl · Nominativ Plural: Protestwahlen
Aussprache [pʀoˈtɛstvaːl]
Worttrennung Pro-test-wahl
Wortzerlegung ProtestWahl
Wahrig und ZDL, 2020

Bedeutung

Wahl (2), bei der viele Wähler aus Unzufriedenheit mit den zur Wahl stehenden etablierten Parteien ihre Stimme anderen, meist politisch extremen Parteien geben
siehe auch Denkzettelwahl
Beispiele:
Der als Fernsehkomiker politisch völlig unerfahrene [Jimmy] Morales kam Anfang 2016 als Resultat einer Protestwahl gegen die etablierten Kräfte [in Guatemala] ins Amt. [Neue Zürcher Zeitung, 28.08.2017]
Wenn einer […] aus Enttäuschung eine Partei wählt, die noch kurz vor der Wahl die Wehrmacht verherrlicht, dann hat er ein Problem im Umgang mit seiner Enttäuschung. Dieses Problem wird beschönigend »Protestwahl« genannt. Wenn einer mit seiner »Protestwahl« Abgeordnete in den Bundestag wählt, die mit Nazis sympathisieren, wogegen hat er dann protestiert? [Süddeutsche Zeitung, 07.10.2017]
Parteipolitische Konflikte würden stets den europäischen Interessen vorangestellt, wodurch die Wahlen des Europäischen Parlaments den Charakter von Protestwahlen erhielten. [Der Standard, 19.06.2013]
Dieser Hang zur Protestwahl gegen die Bundespolitik zieht sich durch alle Parteien und durch alle Länder. [Die Welt, 17.09.2004]
Der Erfolg der FPÖ (= Freiheitliche Partei Österreichs) sei nichts anderes als eine Protestwahl gegen die große Koalition. [Süddeutsche Zeitung, 04.10.1999]

Typische Verbindungen zu ›Protestwahl‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Protestwahl‹.

Zitationshilfe
„Protestwahl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Protestwahl>, abgerufen am 28.10.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Protestversammlung
Protestverhalten
Protestveranstaltung
Proteststurm
Proteststreik
Protestwähler
Protestwelle
Protestzug
Protevangelium
Prothese