Provision, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Provision · Nominativ Plural: Provisionen
Aussprache
WorttrennungPro-vi-si-on
HerkunftItalienisch
Wortbildung mit ›Provision‹ als Erstglied: ↗Provisionsreisende · ↗Provisionsüberschuss · ↗provisionsfrei · ↗provisionspflichtig
 ·  mit ›Provision‹ als Letztglied: ↗Maklerprovision
eWDG, 1974

Bedeutung

bei der Besorgung oder Vermittlung von Geschäften, Handelsgeschäften übliche Vergütung durch prozentuale Beteiligung am Umsatz oder Gewinn, besonders für private Einzelhändler, Handelsvertreter, Makler
Beispiele:
wie hoch ist die Provision?
er war Verteter gegen Provision
er erhielt eine Provision von 12 Prozent
auf Provision arbeiten
salopp dicke Provisionen einstreichen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Provision · provisorisch · Provisorium
Provision f. ‘anteilig berechnete Vermittlungsgebühr, Vergütung für geleistete Dienste’, im kaufmännischen Bereich entlehnt (Mitte 16. Jh.) aus gleichbed. ital. provvisione (in dieser Verwendung heute auch provvigione), eigentlich ‘das Vorsehen, Anschaffung, Vorrat, Versorgung, Bezahlung’, zurückgehend auf lat. prōvīsio (Genitiv prōvīsiōnis) ‘das Vorhersehen, Fürsorge, Vorkehrung’, mlat. ‘Lebensunterhalt, Versorgung, Einsetzung in ein Amt, Kriegsvorrat’, zu lat. prōvidēre (prōvīsum) ‘vor sich sehen, vorhersehen, Vorsorge tragen, Vorkehrungen treffen’; vgl. lat. vidēre ‘sehen, wahrnehmen, erkennen’. Bereits zuvor finden sich im Dt. die unmittelbar an das Mlat. anzuschließenden Formen mhd. provisie, frühnhd. Provision ‘Verleihung eines Kirchenamtes und der damit verbundenen Einkünfte’ sowie frühnhd. Provisie (15. Jh.), dann (unter Einfluß von ital. provvisione oder afrz. frz. provision ‘Vorrat, Versorgung’?) Provision ‘Lebensunterhalt, Lebensmittel, Vorrat’ (bis ins 18. Jh. vor allem für ‘Kriegsvorrat’ gebräuchlich). provisorisch Adj. ‘vorläufig, einstweilig, behelfsmäßig’ (2. Hälfte 18. Jh.), wohl nach dem Muster von gleichbed. frz. provisoire, engl. provisory (ursprünglich ‘in Erwartung einer endgültigen Regelung zeitweilig für etw. Sorge tragend’) gebildet zu lat. prōvīsum (s. oben), vielleicht schon ein entsprechendes mlat. Adjektiv voraussetzend (vgl. mlat. provisorius ‘päpstlich verliehen’); dazu latinisierendes Provisorium n. ‘vorläufiger Zustand’ (19. Jh., vgl. gleichbed. frz. provisoire m.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bonus · Provision · ↗Prämie
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Courtage · ↗Kurtage · ↗Maklercourtage · ↗Maklergebühr · ↗Maklerprovision · Provision · Provision eines Maklers · ↗Vermittlungsgebühr · Vermittlungsprovision
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Gewinnbeteiligung · Provision · ↗Tantieme · ↗Umsatzprovision · ↗Vergütung · Vermittlungsprovision · Vertreterprovision  ●  Prozente  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Provision · ↗Tagessatz · ↗Verpflegungssatz

Typische Verbindungen
computergeneriert

Airbus-Geschäft Beratertätigkeit Eigenhandel Gebühr Honorar Makler Maklergebühr Millionenhöhe Panzergeschäft Reisebüro Schmiergeld Vermittler Vermittlung Verwaltungskosten Wertpapiergeschäft Wertpapierverkauf einstreichen erfolgsabhängig fett fällig gezahlt kassieren kassiert saftig satt verdeckt versteuern zahlen überhöht üppig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Provision‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Provision ist freilich genauso "fiktiv", wie die Orders selbst.
Die Welt, 31.05.1999
Auch die Bahn hat angekündigt, die Provision mittelfristig zu kürzen.
Der Tagesspiegel, 19.04.1997
Er gebe zu, sich Provision berechnet zu haben, bestreite aber, den Landgerichtsrat übers Ohr gehauen zu haben.
Friedländer, Hugo: Ein Landgerichtsrat auf der Anklagebank. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1921], S. 4336
Und zwar alles, denn es gibt bei diesem absolut ehrlichen Geschäft keine Provision.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 612
Das entlastet die Börse, es erspart außerdem Kosten und macht es dadurch der Bank möglich, sich bei gleichem Gewinn mit geringeren Provisionen zu begnügen.
Eltzbacher, Paul: Deutsches Handelsrecht, Berlin: Simon 1925 [1924], S. 347
Zitationshilfe
„Provision“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Provision>, abgerufen am 21.02.2019.

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