Prunk, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Prunk(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Prunk‹ als Erstglied: ↗Prunkaufzug · ↗Prunkball · ↗Prunkbau · ↗Prunkbeleuchtung · ↗Prunkbett · ↗Prunkdecke · ↗Prunkgemach · ↗Prunkgewand · ↗Prunkliebe · ↗Prunkraum · ↗Prunkrüstung · ↗Prunksaal · ↗Prunkschloss · ↗Prunksessel · ↗Prunkstück · ↗Prunksucht · ↗Prunktreppe · ↗Prunkvilla · ↗Prunkwagen · ↗Prunkzimmer · ↗prunkhaft · ↗prunkliebend · ↗prunksüchtig · ↗prunkvoll
eWDG, 1974

Bedeutung

üppig gestaltete Ausschmückung, große Pracht in der Ausstattung von etw.
Beispiele:
der Prunk dieses Saales, Raumes, Schlosses, Gebäudes, dieser Architektur
kalter, hohler, steifer Prunk
dieser leere Prunk bedrückte mich
nichts auf Prunk geben
eine Wiederbelebung der späten Gotik des 14. Jahrhunderts mit ... ihrem Prunk [HamannGesch. d. Kunst2,429]
ebenso wollte ihm die Notwendigkeit der riesigen Treppen und Hallen im Vatikan ... des ganzen verschwenderischen Prunks nicht einleuchten [CramerKonzessionen309]
[ich] will als solcher [als Philosoph] begraben werden, ohne Glanz, ohne Pracht, ohne Prunk [ZuchardtStunde502]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Prunk · prunken
Prunk m. ‘Prachtentfaltung, zur Schau gestellter Reichtum, Gepränge’ wird im 17. Jh. aus dem Nd. in die Literatursprache aufgenommen, vgl. mnd. prank ‘Gepränge’, nd. Prunk, mhd. branc, (md.) pranc ‘Gepränge’, mnd. prunken ‘prahlen, zur Schau stellen, stolzieren’, mhd. brunken ‘zur Schau stellen’, mnl. bronken ‘prangen’, nl. pronken ‘Aufwand treiben’. Herkunft ungewiß. Doch ist Prunk, prunken wohl mit nahestehendem ↗prangen (s. d.) zu verbinden und für beide auf Grund einer vorauszusetzenden Bedeutung ‘laut, lärmend, prahlend reden’ lautmalender Ursprung anzunehmen. prunken Vb. ‘prahlend zur Schau stellen’ (17. Jh.), nach mnd. nd. prunken (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Geaase · ↗Gepränge · ↗Luxus · ↗Maßlosigkeit · ↗Prasserei · Prunk · ↗Unmäßigkeit · ↗Vergeudung · ↗Verschwendung  ●  ↗Verschleuderung  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Gepränge · ↗Glanz · ↗Herrlichkeit · ↗Pomp · ↗Pracht · ↗Prachtentfaltung · ↗Protz · Prunk
Assoziationen
Synonymgruppe
Prunk · ↗Wichtigtuerei

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dekor Eleganz Glamour Glanz Kitsch Luxus Plüsch Pomp Pracht Protz Selbstdarstellung Verschwendung Zeremoniell Zurschaustellung barock blenden byzantinisch dekorativ entfalten festlich feudal hohl höfisch neureich orientalisch ornamental rhetorisch schwelgen wetteifern wilhelminisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Prunk‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den Dreißigern wollten auch die spanischen Architekten Schluss machen mit dem Prunk vergangener Tage.
Die Zeit, 18.04.2013, Nr. 16
Zum anderen kann ein bisschen Prunk in den Tagen, an denen so viel vom Sparen die Rede ist, ja nicht schaden.
Die Welt, 21.12.2002
Wenn noch Feste stattfanden, so konnten sie es an Prunk mit den früheren nicht mehr aufnehmen.
Guiomar, Paule: Lyon. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1960], S. 42668
Wir feiern das Fest mit großem Prunk nach 6 Jahren zu Hause.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1920. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1920], S. 180
Sie lächelte tiefer, thronend in ihrem idolhaften Prunk, sie lächelte bitter, fast befriedigt.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 269
Zitationshilfe
„Prunk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Prunk>, abgerufen am 25.03.2019.

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