Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Psalm, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Psalms · Nominativ Plural: Psalmen
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Psalm‹ als Erstglied: Psalmendichter · Psalmist  ·  mit ›Psalm‹ als Letztglied: Dankpsalm · Lobpsalm · Schweizerpsalm
Herkunft zu gleichbedeutend psalmósgriech (ψαλμός), eigentlich ‘das Zupfen der Bogensehne, der Saiten, Saitenspiel, das zum Saitenspiel vorgetragene Loblied’ < psálleingriech (ψάλλειν) ‘die Bogensehne, eine Saite mit den Fingern zupfen, zur Harfe singen, lobsingen’
eWDG

Bedeutung

Religion geistliches Lied aus dem Psalter
Beispiele:
ein Vers aus einem Psalm
die Psalmen Davids
das Buch der Psalmen
[daß sie] als einzige die Psalmen unter ziemlich genauer Einhaltung der so schwierigen altüberlieferten Kirchenweisen gesungen habe [ BrodFrau206]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Psalm m. ‘geistliches Lied’ (aus dem Alten Testament), ahd. psalm(o) (8. Jh.), salmo, salm (9. Jh.), mhd. salme, salm, mnd. salm, Entlehnung aus gleichbed. kirchenlat. psalmus, mit Ausspracheerleichterung *salmus, griech. psalmós (ψαλμός), eigentlich ‘das Zupfen der Bogensehne, der Saiten, Saitenspiel, das zum Saitenspiel vorgetragene Loblied’, zu griech. psállein (ψάλλειν) ‘die Bogensehne, eine Saite mit den Fingern zupfen, zur Harfe singen, lobsingen’. Durch Rückgriff auf das Griech.-Lat., besonders durch Luther, wird in der nhd. Literatursprache Psalm üblich und drängt Salm in die Mundarten (nd. md.) ab. Dort steht Salm auch für die (mit Psalmentexten durchsetzte) ‘Predigt, Rede des Geistlichen’ und danach (umgangssprachlich allgemein) für ‘langweiliges Gerede, Geschwätz’. Aufgabe eines anlautenden p- zeigen auch Formen wie aengl. s(e)alm, anord. salmr, mnl. salm, afrz. saume, ital. span. salmo.

Typische Verbindungen zu ›Psalm‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Psalm‹.

Verwendungsbeispiele für ›Psalm‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir hatten den zweiten Psalm gelernt, und heute sprach er darüber. [Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6791]
Bereits in den Psalmen ist überall von ihm die Rede. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 18724]
Sie scheinen zwar vergessen zu haben, wer sie sind, aber sie bewegen sich trotzdem selbstsicher wie im Tempo von Psalmen. [Süddeutsche Zeitung, 21.11.1998]
Morgens lese ich Psalmen, nachts danke ich Gott für den Tag. [Die Welt, 23.07.2003]
Programmatisch hat das Stück allerdings nichts mit dem Buch der Psalmen zu tun. [Der Tagesspiegel, 05.11.2004]
Zitationshilfe
„Psalm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Psalm>.

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