Psyche, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Psyche · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungPsy-che (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
eWDG, 1974

Bedeutung

Gesamtheit der an ein Subjekt gebundenen Erscheinungen der Widerspiegelung der Umwelt durch die höhere Nerventätigkeit
Beispiele:
Verständnis für die kindliche Psyche haben
ein solches Verhalten kann schädliche Auswirkungen auf die Psyche des Kindes haben
die Psyche der Frau, des Mannes
die weibliche Psyche
der Dichter erweist sich in seinem letzten Roman als großer Kenner der menschlichen Psyche (= Seele)
die Sprachen wollte ich lernen ... die Psyche (= das Wesen, die Eigenart) der Eingeborenen ergründen – so sagt man ja im europäischen Jargon [St. ZweigAmok17]
Man muß die Psyche des Schauspielers ganz genau kennen, um dies richtig zu beurteilen [WintersteinLeben1,98]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Psyche · psychisch · Psychose · Psychiatrie · Psychiater · psychiatrisch · Psychologie · Psychologe · psychologisch · Psychopathie · psychopathisch · Psychotherapie
Psyche f. Gesamtheit der Prozesse der höheren Nerventätigkeit des Menschen, ‘Seele, Seelenleben, Gemüt, Wesen, Eigenart’, Übernahme (zufrühest Mitte 17. Jh., fachsprachlich und gemeinsprachlich seit Anfang 19. Jh.) von griech. psȳchḗ (ψυχή) ‘Hauch, Atem, Leben, Lebenskraft, Seele (des Verstorbenen), Geist, Gemüt’; vgl. griech. psȳ́chein (ψύχειν) ‘hauchen, atmen, aushauchen, ohnmächtig werden, sterben, abkühlen, erfrischen’. psychisch Adj. ‘die Psyche betreffend, dazu gehörend, seelisch, innerlich’ (um 1800); vgl. griech. psȳchikós (ψυχικός) ‘zur Seele, zum Leben gehörig, seelisch, geistig’. Psychose f. ‘Gemütserkrankung, Geisteskrankheit, Zustand ungewöhnlich starker seelischer Erregung’ (Mitte 19. Jh.), in Übereinstimmung mit der bei Krankheitsbezeichnungen geläufigen Endung -ose (s. ↗Thrombose); zuvor (1. Hälfte 19. Jh.) ‘Beseelung, Belebung, Seele’, unmittelbar aus gleichbed. griech. psȳ́chōsis (ψύχωσις). Psychiatrie f. Lehre von der Erkennung, Behandlung und Verhütung psychischer Krankheiten (Anfang 19. Jh.); vgl. griech. iātré͞ia (ἰατρεία) ‘das Heilen, Heilung’. Psychiater m. ‘Facharzt für Nerven-, Gemüts- und Geisteskrankheiten’; vgl. griech. iātrós (ἰατρός) ‘(Wund)arzt’ (s. ↗Arzt); psychiatrisch Adj. ‘die Psychiatrie betreffend, dazu gehörend, darauf beruhend’ (beide Anfang 19. Jh.). Psychologie f. Wissenschaft, die die Gesetzmäßigkeiten der psychischen Prozesse und psychischen Eigenschaften in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit von der Umwelt erforscht (18. Jh.), zuvor Psychologia ‘Seelenkunde’ (16. Jh.), gelehrte Bildung zu griech. psȳchḗ (s. oben) in Verbindung mit ↗-logie (s. d.); Psychologe m. ‘Fachmann auf dem Gebiet der Psychologie’ und psychologisch Adj. ‘die Psychologie betreffend, darauf beruhend’ (beide 18. Jh.). Psychopathie f. ‘abnorme psychische Verfassung, die sich in Verhaltensstörungen äußert’ (19. Jh.), zu griech. psȳchḗ (s. oben) und griech. páthos (πάθος) ‘(Miß)geschick, Leid, Gemütsbewegung, Leidenschaft’ (s. ↗Pathos), in Analogie zu anderen Bildungen auf -pathie (s. ↗Apathie, ↗Antipathie); psychopathisch Adj. (19. Jh.). Psychotherapie f. Therapie seelischer oder seelisch bedingter Leiden mit psychischen Mitteln und gemäß psychologischer Methoden (Ende 19. Jh.), zum Grundwort s. ↗Therapie.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgrund Amor Einblick Einfühlungsvermögen Eros Immunsystem Körper Logos Narziß Physis Soma Wechselwirkung angeknackst angekratzt angeschlagen anknacksen durchleuchten einbrennen einfühlen eingraben ergründen gestört hineinversetzen kindlich kollektiv labil menschlich männlich nagen weiblich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Psyche‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber er behauptet, die arabische Psyche besser zu verstehen als dieser.
Die Welt, 15.01.2001
Das dient dazu, die Psyche der Frau besser zu verstehen.
Der Tagesspiegel, 22.09.1999
Auch die Psyche bildet mit allen ihren innerlich unmittelbar wahrnehmbaren "Erlebnissen" nur ein Segment der Wirklichkeit.
Mannheim, Karl: Ideologie und Utopie, Frankfurt a.M: Klostermann 1985 [1929], S. 13
Damals war die Psyche noch gebunden, damals war er noch nicht er selbst.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 3137
Mit einer solchen Theorie übergehe ich die Psychologie der bewußten Psyche.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 907
Zitationshilfe
„Psyche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Psyche>, abgerufen am 16.12.2018.

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