Psychologie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Psychologie · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungPsy-cho-lo-gie (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortzerlegungpsycho--logie
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Wissenschaft, die die Gesetzmäßigkeiten der psychischen Prozesse und psychischen Eigenschaften in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit von der Umwelt erforscht
Beispiele:
Psychologie studieren
das Institut für Psychologie
die allgemeine, differentielle, theoretische, angewandte, experimentelle, vergleichende, klinische, medizinische, physiologische, pädagogische, gerichtliche Psychologie
die marxistische, die bürgerliche Psychologie
2.
psychologisches Vorgehen, Verständnis
Beispiel:
hier kommst du nur mit Psychologie weiter
3.
umgangssprachlich Psyche
Beispiel:
nun muß man ... die Psychologie der Menschen umgestalten [Tageszeitung1970]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Psyche · psychisch · Psychose · Psychiatrie · Psychiater · psychiatrisch · Psychologie · Psychologe · psychologisch · Psychopathie · psychopathisch · Psychotherapie
Psyche f. Gesamtheit der Prozesse der höheren Nerventätigkeit des Menschen, ‘Seele, Seelenleben, Gemüt, Wesen, Eigenart’, Übernahme (zufrühest Mitte 17. Jh., fachsprachlich und gemeinsprachlich seit Anfang 19. Jh.) von griech. psȳchḗ (ψυχή) ‘Hauch, Atem, Leben, Lebenskraft, Seele (des Verstorbenen), Geist, Gemüt’; vgl. griech. psȳ́chein (ψύχειν) ‘hauchen, atmen, aushauchen, ohnmächtig werden, sterben, abkühlen, erfrischen’. psychisch Adj. ‘die Psyche betreffend, dazu gehörend, seelisch, innerlich’ (um 1800); vgl. griech. psȳchikós (ψυχικός) ‘zur Seele, zum Leben gehörig, seelisch, geistig’. Psychose f. ‘Gemütserkrankung, Geisteskrankheit, Zustand ungewöhnlich starker seelischer Erregung’ (Mitte 19. Jh.), in Übereinstimmung mit der bei Krankheitsbezeichnungen geläufigen Endung -ose (s. ↗Thrombose); zuvor (1. Hälfte 19. Jh.) ‘Beseelung, Belebung, Seele’, unmittelbar aus gleichbed. griech. psȳ́chōsis (ψύχωσις). Psychiatrie f. Lehre von der Erkennung, Behandlung und Verhütung psychischer Krankheiten (Anfang 19. Jh.); vgl. griech. iātré͞ia (ἰατρεία) ‘das Heilen, Heilung’. Psychiater m. ‘Facharzt für Nerven-, Gemüts- und Geisteskrankheiten’; vgl. griech. iātrós (ἰατρός) ‘(Wund)arzt’ (s. ↗Arzt); psychiatrisch Adj. ‘die Psychiatrie betreffend, dazu gehörend, darauf beruhend’ (beide Anfang 19. Jh.). Psychologie f. Wissenschaft, die die Gesetzmäßigkeiten der psychischen Prozesse und psychischen Eigenschaften in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit von der Umwelt erforscht (18. Jh.), zuvor Psychologia ‘Seelenkunde’ (16. Jh.), gelehrte Bildung zu griech. psȳchḗ (s. oben) in Verbindung mit ↗-logie (s. d.); Psychologe m. ‘Fachmann auf dem Gebiet der Psychologie’ und psychologisch Adj. ‘die Psychologie betreffend, darauf beruhend’ (beide 18. Jh.). Psychopathie f. ‘abnorme psychische Verfassung, die sich in Verhaltensstörungen äußert’ (19. Jh.), zu griech. psȳchḗ (s. oben) und griech. páthos (πάθος) ‘(Miß)geschick, Leid, Gemütsbewegung, Leidenschaft’ (s. ↗Pathos), in Analogie zu anderen Bildungen auf -pathie (s. ↗Apathie, ↗Antipathie); psychopathisch Adj. (19. Jh.). Psychotherapie f. Therapie seelischer oder seelisch bedingter Leiden mit psychischen Mitteln und gemäß psychologischer Methoden (Ende 19. Jh.), zum Grundwort s. ↗Therapie.

Thesaurus

Synonymgruppe
Psychologie · ↗Seelenkunde
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Bystander-Effekt · Genovese-Syndrom · Zuschauereffekt
  • psychologische Kriegführung · psychologische Kriegsführung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anthropologie Biologie Erziehungswissenschaft Germanistik Jus Medizin Pharmazie Philosophie Physik Physiologie Professor Psychiatrie Psychotherapie Pädagogik Sozialwissenschaft Soziologie Zahnmedizin analytisch angewandt differentiell empirisch experimentell humanistisch klinisch kognitiv medizinisch physiologisch pädagogisch rationell studieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Psychologie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es hat mich nie interessiert, mit den Schauspielern Psychologie zu machen.
Die Zeit, 16.02.2009, Nr. 07
Sie wollen du sein, sie können nicht du sein, deswegen zerstören sie dich, klassische Psychologie.
Süddeutsche Zeitung, 06.08.2004
Wie sie genutzt wird, entscheidet die theoretisch völlig intraktable Psychologie.
Jonas, Hans: Das Prinzip der Verantwortung, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1979, S. 252
Mit diesen Ausführungen soll, wie ich ausdrücklich hervorheben will, keineswegs etwas ausgemacht sein über die individuelle Psychologie der beiden Autoren.
Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 18
Die Logik ist formal, aber nicht formalistisch; sie bedarf nicht der Psychologie.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 12131
Zitationshilfe
„Psychologie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Psychologie>, abgerufen am 21.03.2019.

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