Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Psychologie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Psychologie · Nominativ Plural: Psychologien
Aussprache  [psyçoloˈgiː]
Worttrennung Psy-cho-lo-gie
Wortzerlegung psycho- -logie
Herkunft zu psȳchḗgriech (ψυχή) ‘Seele (des Verstorbenen), Geist, Gemüt’ (Psyche) + -logie ‘-kunde, -lehre, -wissenschaft’
eWDG

Bedeutungen

1.
Wissenschaft, die die Gesetzmäßigkeiten der psychischen Prozesse und psychischen Eigenschaften in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit von der Umwelt erforscht
Grammatik: nur im SingularZDL
Beispiele:
Psychologie studieren
das Institut für Psychologie
die allgemeine, differentielle, theoretische, angewandte, experimentelle, vergleichende, klinische, medizinische, physiologische, pädagogische, gerichtliche Psychologie
die marxistische, die bürgerliche Psychologie
2.
psychologisches Vorgehen, Verständnis
Grammatik: nur im SingularZDL
Beispiel:
hier kommst du nur mit Psychologie weiter
3.
umgangssprachlich Psyche
Beispiel:
nun muß man … die Psychologie der Menschen umgestalten [ Tageszeitung1970]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Psyche · psychisch · Psychose · Psychiatrie · Psychiater · psychiatrisch · Psychologie · Psychologe · psychologisch · Psychopathie · psychopathisch · Psychotherapie
Psyche f. Gesamtheit der Prozesse der höheren Nerventätigkeit des Menschen, ‘Seele, Seelenleben, Gemüt, Wesen, Eigenart’, Übernahme (zufrühest Mitte 17. Jh., fachsprachlich und gemeinsprachlich seit Anfang 19. Jh.) von griech. psȳchḗ (ψυχή) ‘Hauch, Atem, Leben, Lebenskraft, Seele (des Verstorbenen), Geist, Gemüt’; vgl. griech. psȳ́chein (ψύχειν) ‘hauchen, atmen, aushauchen, ohnmächtig werden, sterben, abkühlen, erfrischen’. – psychisch Adj. ‘die Psyche betreffend, dazu gehörend, seelisch, innerlich’ (um 1800); vgl. griech. psȳchikós (ψυχικός) ‘zur Seele, zum Leben gehörig, seelisch, geistig’. Psychose f. ‘Gemütserkrankung, Geisteskrankheit, Zustand ungewöhnlich starker seelischer Erregung’ (Mitte 19. Jh.), in Übereinstimmung mit der bei Krankheitsbezeichnungen geläufigen Endung -ose (s. Thrombose); zuvor (1. Hälfte 19. Jh.) ‘Beseelung, Belebung, Seele’, unmittelbar aus gleichbed. griech. psȳ́chōsis (ψύχωσις). Psychiatrie f. Lehre von der Erkennung, Behandlung und Verhütung psychischer Krankheiten (Anfang 19. Jh.); vgl. griech. iātré͞ia (ἰατρεία) ‘das Heilen, Heilung’. Psychiater m. ‘Facharzt für Nerven-, Gemüts- und Geisteskrankheiten’; vgl. griech. iātrós (ἰατρός) ‘(Wund)arzt’ (s. Arzt); psychiatrisch Adj. ‘die Psychiatrie betreffend, dazu gehörend, darauf beruhend’ (beide Anfang 19. Jh.). Psychologie f. Wissenschaft, die die Gesetzmäßigkeiten der psychischen Prozesse und psychischen Eigenschaften in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit von der Umwelt erforscht (18. Jh.), zuvor Psychologia ‘Seelenkunde’ (16. Jh.), gelehrte Bildung zu griech. psȳchḗ (s. oben) in Verbindung mit -logie (s. d.); Psychologe m. ‘Fachmann auf dem Gebiet der Psychologie’ und psychologisch Adj. ‘die Psychologie betreffend, darauf beruhend’ (beide 18. Jh.). Psychopathie f. ‘abnorme psychische Verfassung, die sich in Verhaltensstörungen äußert’ (19. Jh.), zu griech. psȳchḗ (s. oben) und griech. páthos (πάθος) ‘(Miß)geschick, Leid, Gemütsbewegung, Leidenschaft’ (s. Pathos), in Analogie zu anderen Bildungen auf -pathie (s. Apathie, Antipathie); psychopathisch Adj. (19. Jh.). Psychotherapie f. Therapie seelischer oder seelisch bedingter Leiden mit psychischen Mitteln und gemäß psychologischer Methoden (Ende 19. Jh.), zum Grundwort s. Therapie.

Thesaurus

Typische Verbindungen zu ›Psychologie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Psychologie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Psychologie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie sie genutzt wird, entscheidet die theoretisch völlig intraktable Psychologie. [Jonas, Hans: Das Prinzip der Verantwortung, Frankfurt a. M.: Insel-Verl. 1979, S. 252]
Die Intention auf Veränderung findet sich allerdings bei emanzipatorischer Psychologie ebenso wie bei traditioneller. [o. A.[Autorenkollektiv am Psychologischen Institut der Freien Universität Berlin]: Sozialistische Projektarbeit im Berliner Schülerladen Rote Freiheit. Frankfurt: Fischer Bücherei 1971, S. 1]
Die Kapazität der Psychologie zur Lösung einschlägiger Probleme ist nicht genügend bekannt. [Hoyos, Carl Graf: Angewandte Psychologie. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 151]
Seltsamerweise ging dieser Prozeß gar nicht von der Psychologie selbst aus. [Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 13]
Eher als die Ökonomie liefert die Psychologie wohl eine Erklärung. [Die Zeit, 02.12.1999, Nr. 49]
Zitationshilfe
„Psychologie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Psychologie>.

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