Pufferstaat, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungPuf-fer-staat (computergeneriert)
WortzerlegungPuffer1Staat1
eWDG, 1974

Bedeutung

kleiner Staat, der durch seine Lage zwischen zwei rivalisierenden Mächten deren Reibungen und Streitigkeiten mildert, die bei unmittelbarem Aneinandergrenzen dieser Mächte leicht zu kriegerischen Auseinandersetzungen führen könnten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Puff · puffen · Puffer1 · Pufferstaat · Puffer2
Puff m. ‘Stoß, Schlag, dumpfer Schall’, frühnhd. buf (15. Jh.), puff (16. Jh.) ist wie mnd. puf, buff, mnl. bof, buf, boffe, buffe, nl. bof, pof, engl. (älter) buff eine lautnachahmende Bildung (vgl. die Interjektion puff und ablautend piff paff puff) für dumpfe Geräusche und für Schalleindrücke, wie sie bei stoßartig entweichender Luft entstehen (vgl. kindersprachlich Puff-puff ‘Eisenbahn’). Dazu mhd. (westmd.) buffe f. ‘Aufblähen des Mundes, der Backen’, frühnhd. buf m. (15. Jh.), dann ‘Bausch an der Kleidung’ (16. Jh.; vgl. Puffärmel 19. Jh.), Puffe f. ‘etw. Bauschiges’ (18. Jh.), ferner (wohl nach frz. pouf ‘gepolsterter runder Hocker’, einer Scherzbildung zum entsprechenden Schallwort frz. pouf) Puff ‘gepolstertes Kissen, Behälter für schmutzige Wäsche, meist mit gepolstertem Sitz’ (19. Jh.). Puff n. ‘Brettspiel mit Würfeln’ (wohl nach dem Geräusch der aufschlagenden Würfel), mhd. buf m. Aus verhüllenden Wendungen wie hat … mit ir anfahen im pret zu spilen (16. Jh.), dann etwa mit einer Dame Puff spielen entwickelt sich Puff m. ‘Bordell’ (18. Jh.), wohl unter Einfluß von puffen (s. unten), das landschaftlich auch (wie stoßen, bumsen) für ‘mit jmdm. schlafen’ steht. puffen Vb. ‘(an)stoßen, schlagen’, frühnhd. büffen, puffen ‘schlagen, stoßen’ (16. Jh.), dann auch ‘(durch stoßartig entweichende Luft) einen dumpfen Knall von sich geben’ (Anfang 16. Jh.; dazu Auspuff ‘Rohr, aus dem die Abgase auspuffen, entweichen’, Anfang 20. Jh.), vgl. mhd. an buffen ‘bellen, anschlagen’; ferner ‘bauschen, kräuseln’ (Ende 15. Jh.). Puffer1 m. federnde Vorrichtung zum Auffangen von Stößen an Schienenfahrzeugen (19. Jh.), engl. buffer; zuvor ‘Knallbüchse, Pistole’ (2. Hälfte 17. Jh.); dazu Pufferstaat m. ‘kleiner Staat, der durch seine Lage zwischen Großmächten Konfliktmöglichkeiten vermindern kann’ (60er Jahre 19. Jh.), nach gleichbed. engl. buffer state. Puffer2 m. (landschaftlich auch Puffert) aus einem Teig von geriebenen rohen Kartoffeln in heißem Fett gebackener flacher, dünner Kuchen, Kartoffelpuffer (19. Jh.), benannt nach dem puffenden Geräusch beim Backen.

Typische Verbindungen
computergeneriert

neutral palästinensisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pufferstaat‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und auch der Sinn des Nordens als Pufferstaat nehme für China ab.
Die Zeit, 29.11.2010, Nr. 48
Das Land ist Pufferstaat zur Nato und möglicher Partner in einer slawischen Union.
Süddeutsche Zeitung, 27.07.1999
Der Pufferstaat wurde vernichtet, als er dringender denn je gebraucht wurde.
Rubin, Berthold: Byzanz. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 6932
Deutschland könne und solle nicht die Rolle eines isolierten Pufferstaates übernehmen.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 23
Diese Republik wurde von Moskau zunächst als Pufferstaat gegen die Japaner ausgenutzt, im Oktober 1922 jedoch dem Sowjetgebiet einverleibt.
Gitermann, Valentin: Die Russische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 6534
Zitationshilfe
„Pufferstaat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pufferstaat>, abgerufen am 17.11.2019.

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