Puls, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pulses · Nominativ Plural: Pulse
Aussprache
Wortbildung mit ›Puls‹ als Erstglied: ↗Pulsader · ↗Pulsbeschleunigung · ↗Pulsfrequenz · ↗Pulsmessung · ↗Pulsschlag · ↗Pulswärmer · ↗Pulszahl
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
leichter, an manchen Stellen fühlbarer Stoß in den Arterien, der durch rhythmische Zusammenziehung des Herzens und dadurch stoßweises Einfließen des Blutes in die Arterien erzeugt wird
Beispiele:
den Puls untersuchen, messen
(jmdm.) den Puls fühlen
der Puls geht ruhig, (un)regelmäßig, (zu) langsam, schnell
der Puls schlägt, pocht, jagt, stockt, setzt aus
ein beschleunigter, langsamer, schwacher, kaum fühlbarer Puls
Dem Archivar klopften die Pulse zum Zerspringen [KasackStadt322]
bildlich
Beispiel:
Mit fliegenden Pulsen erzähle ich alles [St. ZweigUngeduld32]
gehoben, übertragen
Beispiele:
hier spürt man den Puls der Großstadt
der Puls des Lebens
2.
Stelle an der Innenseite des Handgelenks, an der 1 festgestellt wird
Beispiele:
jmdm., sich [Dativ] an den Puls greifen
Der Arzt ... stand neben dem Bettchen und hielt ihren Puls [BrechtDreigroschenroman364]
er tauchte seine Hände bis zu den Pulsen in kaltes Wasser [StrittmatterWundertäter275]
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichjmdm. auf den Puls fühlen (= jmdn. prüfend ausfragen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Puls · pulsieren · pulsen
Puls m. ‘von der durch den Herzschlag weitergeleiteten Blutwelle verursachter Aderschlag’, besonders ‘das Klopfen der Schlagader an der Handwurzel sowie die betreffende Stelle’, spätmhd. puls, Entlehnung aus dem bereits bei den römischen Ärzten als Fachwort üblichen lat. pulsus ‘Pulsschlag, Puls’ (vgl. pulsus vēnārum bzw. artēriārum). Lat. pulsus, eigentlich ‘Stoß, Schlag’, ist eine Bildung zu lat. pellere (pulsum) ‘stoßen, schlagen’. pulsieren Vb. ‘schlagen, klopfen’ vom Blut in den Arterien (17. Jh.), vielfach übertragen ‘rege, beweglich, lebendig sein’ (um 1800), aus lat. pulsāre ‘kräftig stoßen, schlagen’, einer Intensivbildung zu lat. pellere (s. oben). Daneben gleichbed. pulsen Vb. (Ende 18. Jh.); in der Medizin ‘den Puls fühlen, seine Schläge zählen’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Herzschlag · Kontraktion des Herzens  ●  Puls  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atemfrequenz Atmung Blutdruck Blutzucker Hautwiderstand Herzfrequenz Herzschlag Körpertemperatur Sauerstoffsättigung beschleunigen beschleunigt elektromagnetisch erhöht fühlbar hochjagen hämmern hämmernd jagend klopfend magnetisch messen missen pochend rasen rasend rhythmisch schlagend ultrakurz unregelmäßig verlangsamen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Puls‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist nicht billig, hier am Puls der Zeit zu wohnen.
Der Tagesspiegel, 01.04.2001
Hier ist der Puls der Zeit, und da will ich einfach dabei sein.
Die Welt, 23.09.1999
Sein Puls war im Mittel 88, seine Temperatur 37 ° C.
Buchinger, Otto: Das Heilfasten und seine Hilfsmethoden als biologischer Weg, Stuttgart: Hippokrates-Verl. 1982 [1935], S. 3
Der Puls ging sehr langsam, und schließlich stand er still.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 240
Der Puls ist meist stark beschleunigt, stets weich, bisweilen unregelmäßig.
Reile, Bonifaz (Hg.), Kneipp, Sebastian. Das große Kneippbuch, München: Beckstein 1939 [1903], S. 417
Zitationshilfe
„Puls“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Puls>, abgerufen am 14.11.2019.

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