Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Puppenspieler, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Puppenspielers · Nominativ Plural: Puppenspieler
Aussprache 
Worttrennung Pup-pen-spie-ler
Wortzerlegung Puppe Spieler
eWDG

Bedeutung

jmd., der beruflich Puppenspiele vorführt
Beispiel:
die Marionetten werden von der Hand eines Puppenspielers geführt, bewegt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Puppe · verpuppen · entpuppen · Puppenspiel · Puppenspieler
Puppe f. ‘Nachbildung einer menschlichen Gestalt als Spielzeug’, Entlehnung (15. Jh.) aus vlat. puppa, einer affektischen Weiterbildung von lat. pūpa ‘(Spiel)puppe, kleines Mädchen’; älteres heimisches Docke wird auf mundartlichen Gebrauch zurückgedrängt. Puppe bezeichnet zunächst das Spielzeug, später die ‘Figur des Puppen- und Kasperletheaters, Marionette’ (18. Jh.), dann die ‘Figur zum Ausstellen oder Anprobieren von Kleidung, Kleiderpuppe’ (2. Hälfte 19. Jh.). Ferner steht es (wie das lat. Vorbild) für ‘junges Mädchen’, oft in der Verkleinerungsform Püppchen (16. Jh.), neuerdings auch Puppchen, sowohl als Ausdruck der Zärtlichkeit oder Kleinheit als auch in abschätzigem Sinne ‘putzsüchtiges, auf Äußerlichkeiten Wert legendes Mädchen’, landschaftlich ‘Hure’. Die Zoologie übernimmt lat. pūpa, nhd. Puppe als Ausdruck für das in einer Hülle befindliche Insekt im letzten Entwicklungsstadium, in dem es sich von der Larve zur geschlechtsreifen Imago verwandelt (18. Jh.). An diese Bedeutung schließen sich die abgeleiteten Präfixverben verpuppen Vb. (reflexiv) ‘sich zur Puppe bilden’ (von der Larve) und entpuppen Vb. (reflexiv) ‘aus einer Puppe schlüpfen, zum Insekt werden’ an, letzteres oft übertragen im Sinne von ‘sein wahres Gesicht zeigen, sich anders zeigen, als man erwartet hat, sich überraschend als der herausstellen, der man in Wirklichkeit ist’ (beide 1. Hälfte 19. Jh.). Landschaftlich (besonders omd.) steht Puppe für ‘mehrere, zu einer kleinen Gruppe zum Trocknen aufrecht zusammengestellte Getreidegarben, Hocke’. Die Redensart bis in die Puppen ist berlin. Ursprungs und bedeutet ‘wer weiß wie weit, sehr weit’, dann auch zeitlich ‘wer weiß wie lange, übermäßig lange’; sie soll sich zunächst auf die am Großen Stern im Berliner Tiergarten aufgestellten Statuen (im Volksmund Puppen, entsprechend Puppenplatz für den Großen Stern) und den bis dorthin für die damaligen Bewohner der Stadt weiten Weg beziehen; doch fehlt für diese Erklärung der Beweis. – Puppenspiel n. ‘alte volkstümliche Kunst der theatralischen Darstellung mit Hand-, Stabpuppen oder Marionetten’ (1. Hälfte 18. Jh.), früher ‘das Spielen mit Puppen’ (16. Jh.). Puppenspieler m. ‘wer Puppenspiele vorführt’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Puppenspieler‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Puppenspieler‹.

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Verwendungsbeispiele für ›Puppenspieler‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Noch in den siebziger Jahren zog der Puppenspieler mit seinem Vater durch die Lande. [Die Zeit, 12.12.2011, Nr. 50]
Eine berufsspezifische Ausbildung zum Puppenspieler gibt es hierzulande noch nicht. [Die Zeit, 17.09.1993, Nr. 38]
Der Arm des Puppenspielers hat ihn nass geschwitzt, und Bert ist ziemlich empfindlich. [Der Tagesspiegel, 02.03.2003]
Mit dem Aufkommen des Fernsehens kämpften die Puppenspieler ums Überleben, die meisten mussten aufgeben. [Der Tagesspiegel, 26.03.2001]
Doch so wie er sich selbst als Puppenspieler betrachtet, wirkt auch sein Buch oft inszeniert, nicht wirklich fühlbar. [Der Tagesspiegel, 20.08.2003]
Zitationshilfe
„Puppenspieler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Puppenspieler>.

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