Puste, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Puste · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich Atem
Beispiele:
die Puste verlieren
ganz außer Puste (= atemlos) sein
ich habe keine Puste mehr
jmdm. geht beim Laufen die Puste aus, bleibt die Puste weg
sie kommt beim Singen etwas aus der Puste
das verschlägt uns die Puste
salopp, übertragen Kraft zum Durchhalten, Aushalten
Beispiele:
bei den vielen Prüfungen ging ihr die Puste aus
das alte Auto, Motorrad verliert nicht so schnell die Puste
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pusten · Puste · Pusteblume · Pusterohr
pusten Vb. ‘blasen, Luft ausstoßen, (schwer) atmen, außer Atem sein, keuchen’. Mnd. nd. pūsten ‘blasen, hauchen’ wird im 18. Jh. in die hd. Literatursprache aufgenommen, erscheint jedoch vereinzelt bereits in Wörterbüchern des 15. Jhs. als frühnhd. pusten, busten und wohl schon um 1300 im Ordensland in einer Präfixbildung mhd. (md.) anbūsten ‘blasend anfachen’ (zu erschließen aus der Präteritalform būste an). Daneben steht diphthongiertes frühnhd. (md.) pausten (bei Luther ‘mit starkem Hauch redend hervorbringen’), das im Nhd. untergeht, in obd. pfausten ‘schnauben, schwer atmen, trotzen’ aber noch länger fortlebt; vgl. ferner nl. poesten ‘blasen’, schwed. pusta ‘keuchen, pusten, anblasen’. Weiterhin gehören hierzu (ohne t-Formans) spätmhd. pūsen, frühnhd. pausen, bausen ‘aufgeblasen sein, sich blähen, schwellen, strotzen’, nhd. Pausback (s. d.), frühnhd. pfusen, pfausen ‘schnauben, blasen, schwer atmen’ (so noch obd., auch im Sinne von ‘schmollen, trotzen’). Umgangssprachlich jmdm. etw. pusten ‘geringschätzig blasen, schnauben, um seinen Unwillen kundzutun’ (19. Jh.), übertragen ‘jmdm. etw. verweigern’. Verwandt sind außerdem aengl. pos ‘Schnupfen’, anord. pūstr ‘Ohrfeige’, schwed. (mundartlich) pysa ‘schnauben, schwellen, überkochen’. Sie gehen sämtlich wie Busen (s. d.) auf eine s-Erweiterung der ursprünglich wohl lautnachahmenden Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ zurück. Puste f. ‘Atem’, übertragen ‘Kraft zum Aushalten, Durchstehvermögen’ (19. Jh.), zu pusten; vgl. mnd. pūst ‘das Blasen’. Pusteblume f. verblühter Löwenzahn, dessen zurückgebliebene Fruchtstände von Kindern weggepustet werden (zuerst bezeugt im 19. Jh. in nd. Mundart, doch wohl älter). Pusterohr n. ‘Blasrohr’ zum Anfachen des Feuers (18. Jh.), dann auch Kinderspielzeug zum gezielten Fortblasen kleiner Kugeln oder Bolzen; vgl. mnd. pūster ‘Blasrohr, (kleiner) Blasebalg’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Atem · Hauch · Luft  ●  Odem  geh., poetisch · Puste  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Puste‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Puste‹.

Verwendungsbeispiele für ›Puste‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und nur höchstens 15 Minuten täglich geraten sie noch aus der Puste.
Bild, 09.10.2004
Geht ihnen die Puste aus, dann trifft das auch die Investoren.
Die Welt, 08.01.2002
Ihre finanzielle Puste reicht nämlich selten dafür aus, das Engagement durchzuhalten.
o. A. [os]: Glattstellungen. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1978]
Mehr nicht, aber schon dafür braucht man eine große Puste.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 25
Erstens ist Mutti nicht da und zweitens bleibt Dir die Puste aus.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 28.02.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Puste“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Puste>, abgerufen am 07.12.2021.

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