Pusterohr, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Pusterohr(e)s · Nominativ Plural: Pusterohre
Worttrennung Pus-te-rohr
Wortzerlegung  pusten Rohr
Duden, GWDS, 1999

Bedeutung

umgangssprachlich Blasrohr als Spielzeug
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pusten · Puste · Pusteblume · Pusterohr
pusten Vb. ‘blasen, Luft ausstoßen, (schwer) atmen, außer Atem sein, keuchen’. Mnd. nd. pūsten ‘blasen, hauchen’ wird im 18. Jh. in die hd. Literatursprache aufgenommen, erscheint jedoch vereinzelt bereits in Wörterbüchern des 15. Jhs. als frühnhd. pusten, busten und wohl schon um 1300 im Ordensland in einer Präfixbildung mhd. (md.) anbūsten ‘blasend anfachen’ (zu erschließen aus der Präteritalform būste an). Daneben steht diphthongiertes frühnhd. (md.) pausten (bei Luther ‘mit starkem Hauch redend hervorbringen’), das im Nhd. untergeht, in obd. pfausten ‘schnauben, schwer atmen, trotzen’ aber noch länger fortlebt; vgl. ferner nl. poesten ‘blasen’, schwed. pusta ‘keuchen, pusten, anblasen’. Weiterhin gehören hierzu (ohne t-Formans) spätmhd. pūsen, frühnhd. pausen, bausen ‘aufgeblasen sein, sich blähen, schwellen, strotzen’, nhd. Pausback (s. d.), frühnhd. pfusen, pfausen ‘schnauben, blasen, schwer atmen’ (so noch obd., auch im Sinne von ‘schmollen, trotzen’). Umgangssprachlich jmdm. etw. pusten ‘geringschätzig blasen, schnauben, um seinen Unwillen kundzutun’ (19. Jh.), übertragen ‘jmdm. etw. verweigern’. Verwandt sind außerdem aengl. pos ‘Schnupfen’, anord. pūstr ‘Ohrfeige’, schwed. (mundartlich) pysa ‘schnauben, schwellen, überkochen’. Sie gehen sämtlich wie Busen (s. d.) auf eine s-Erweiterung der ursprünglich wohl lautnachahmenden Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ zurück. Puste f. ‘Atem’, übertragen ‘Kraft zum Aushalten, Durchstehvermögen’ (19. Jh.), zu pusten; vgl. mnd. pūst ‘das Blasen’. Pusteblume f. verblühter Löwenzahn, dessen zurückgebliebene Fruchtstände von Kindern weggepustet werden (zuerst bezeugt im 19. Jh. in nd. Mundart, doch wohl älter). Pusterohr n. ‘Blasrohr’ zum Anfachen des Feuers (18. Jh.), dann auch Kinderspielzeug zum gezielten Fortblasen kleiner Kugeln oder Bolzen; vgl. mnd. pūster ‘Blasrohr, (kleiner) Blasebalg’.

Verwendungsbeispiele für ›Pusterohr‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit dem Pusterohr schoss der Junge, der gut zeichnen konnte, in Mathematik aber immer auf fünf stand, vom Fenster aus auf Passanten.
Der Tagesspiegel, 08.03.2005
Tierarzt Dr. Flügger versucht, das Reh mit Pfeilen aus einem Pusterohr zu betäuben
Bild, 08.05.2004
Um dem Boden die dank Druckluft geschaffenen Atemwege zu erhalten, füllt er nämlich das Pusterohr mit millimetergroßen Styroporkugeln.
Die Zeit, 08.08.1980, Nr. 33
Zitationshilfe
„Pusterohr“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pusterohr>, abgerufen am 03.12.2021.

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