Putschist, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Putschisten · Nominativ Plural: Putschisten
Aussprache
WorttrennungPut-schist (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend jmd., der einen Putsch macht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Putsch · putschen · aufputschen · Putschist
Putsch m. ‘Revolte, Umsturz(versuch), politischer Handstreich’. Der Ausdruck für die überraschende Aktion einer meist reaktionären Minderheit zum Sturz einer Regierung oder Regierungsform stammt aus der Schweiz. Putsch wird zu Anfang der 40er Jahre des 19. Jhs. von Zürich aus für einen plötzlichen, rasch vorübergehenden Auflauf oder Aufstand (nach den Vorgängen der voraufgehenden 30er Jahre in verschiedenen Teilen der deutschsprachigen Schweiz) ins Dt. übernommen. Zugrunde liegt das zufrühest (1431) in Zürich bezeugte, wahrscheinlich lautnachahmende schweiz. Mundartwort Putsch ‘Knall, heftiger Stoß, Puff, Anprall’, das im 16. Jh. den übertragenen Sinn ‘plötzlicher Vorstoß, Anlauf gegen ein Hindernis, zu einem Unternehmen’ entwickelt und bis ins 19. Jh. auf die Schweiz beschränkt bleibt (vgl. die einen Zusammenprall charakterisierende Interjektion putsch). putschen Vb. ‘eine Revolte, einen Putsch machen’ (Mitte 19. Jh.); vgl. schweiz. putschen, pütschen ‘knallen’ (16. Jh.). aufputschen Vb. ‘aufwiegeln, aufhetzen’ (2. Hälfte 19. Jh.), danach ‘(sich) durch Drogen, Medikamente oder andere Reizmittel aufmuntern, in einen Zustand der Erregung versetzen’. Putschist m. (20. Jh.), älter (heute unüblich) Putscher m. (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abtrünniger · Aufständischer · ↗Aufwiegler · ↗Meuterer · Putschist · ↗Rebell · ↗Revolutionär · ↗Revoluzzer · ↗Umstürzler · ↗Unruhestifter  ●  ↗Frondeur  veraltet
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amnestie Anführer Faschist Fidschi-Insel Freilassung General Generalamnestie Oberstleutnant Regierungstruppe Saboteur Sympathie Verräter Verschwörer amnestieren angeblich beschimpfen chilenisch ehemalig einsitzend ermorden faschistisch freilassen gescheitert inhaftiert kommunistisch mutmaßlich nationalsozialistisch sympathisieren verhaften verurteilt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Putschist‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die humanste Lösung des Problems, die mir bekannt ist, haben die rumänischen Putschisten erfunden.
konkret, 2000 [1998]
Vier angeblich schwerbewaffnete Putschisten seien noch immer flüchtig, hieß es zur Begründung.
Süddeutsche Zeitung, 31.10.1997
Die Putschisten waren absolute Herren der Stadt und konnten ihre Verteidigung in aller Ruhe organisieren.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 135
Dennoch sind die in Mein Kampf niedergeschriebenen Überlegungen zur Propaganda nicht bloß Machtphantasien eines gescheiterten Putschisten.
Ranke, Winfried: Propaganda. In: Enzyklopädie des Nationalsozialismus, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 74
Nach dem Scheitern der reaktionären Putschisten ist das Blatt nun auch kein Parteiorgan mehr.
o. A. [ky.]: Prawda. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1991]
Zitationshilfe
„Putschist“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Putschist>, abgerufen am 10.12.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
pütschern
pütscherig
putschen
Putsch
putrid
Putschplan
Putschversuch
Putt
putt putt
Puttchen