Putz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Putzes · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Putz‹ als Erstglied: ↗Putzmacherin · ↗Putzträger · ↗putzbeladen
 ·  mit ›Putz‹ als Letztglied: ↗Außenputz · ↗Deckenputz · ↗Frühjahrsputz · ↗Hausputz · ↗Innenputz · ↗Kopfputz · ↗Rauputz · ↗Sonntagsputz · ↗Wandputz · ↗Wohnungsputz
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
Gemisch aus Sand, Wasser u. Bindemitteln, mit dem Außenwände zum Schutz gegen Witterungseinflüsse, Innenwände im Hinblick auf das Tapezieren oder Streichen verputzt werden
2.
veraltet
a)
Kleidung, die jmds. Erscheinung, Ansehen hebt
b)
Accessoires, die der besonderen Verschönerung dienen sollen
c)
umgangssprachlich (besonders dichtes, langes) Kopfhaar
3.
umgangssprachlich Streit, heftige Auseinandersetzung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

putzen · Putz · Verputz · verputzen
putzen Vb. ‘reinigen, säubern, glänzend machen, (sich) schmücken, festlich kleiden, schönmachen’. Die Herkunft des seit dem 15. Jh. nur im Dt. bezeugten Verbs (schwed. putsa, nl. poetsen sind Entlehnungen aus dem Nhd.) ist ungeklärt. Allgemein wird frühnhd. butzen, putzen als Ableitung von obd. Butze(n) m. ‘abgeschlagenes, kurzes Stück, zähe Masse, Schlacke, Klumpen, Schmutzklümpchen’, speziell ‘verhärteter Schleim der Nase, Eiterflocke, Schnuppe der Talgkerze, Kerngehäuse des Obstes’ (15. Jh.) aufgefaßt und als verwandt mit nd. butt ‘stumpf, plump’ und vielleicht mit mnd. bȫten, ahd. mhd. bōʒen ‘stoßen, schlagen’ (s. ↗Butzenscheibe) angesehen. Hierzu möglicherweise auch obsächs. Eiter-, Erd-, Grasbatzen, die dann freilich unter Veränderung des Stammvokals an ↗Batzen (s. d.) angeschlossen sein müßten. Frühnhd. butzen, putzen bedeutet danach eigentlich ‘von Butzen befreien’, besonders (in den frühesten Belegen) ‘die Nase, eine Kerze säubern’, daraus die allgemeinere Bedeutung ‘von Schmutz reinigen, säubern, blank machen’, auch ‘schmücken’ (alle 16. Jh.), später die spezielle Bedeutung ‘(Mauerwerk) mit Putz, Mörtel bewerfen’ (18. Jh.; dafür auch abputzen). Anders Bach in: ZfdSpr. 22 (1966) 78 ff., der putzen zur Wortgruppe von ↗Buße, ↗büßen (s. d.) im Sinne von ‘Besserung’ bzw. ‘bessern’, damit auch zu ↗besser (s. d.) stellen will. Er setzt lautgesetzlich zu erwartendes mhd. *bü(e)tzen und für den Stammvokal (germ. ō, ahd. uo) westmd. ū voraus, das vor Doppelkonsonanz gekürzt frühnhd. butzen, putzen ergeben habe. Danach seien die frühesten Bezeugungen als ‘(eifrig, mit Nachdruck) besser machen’ aufzufassen; ein Licht putzen (mit der Lichtputzschere) bedeutet danach ‘seine Leuchtkraft bessern’, die Nase putzen ‘den dem Besitzer nicht behaglichen Zustand der triefenden Nase bessern’, Mauerwerk (ver)putzen ‘es gegen die Einflüsse der Witterung wiederstandsfähiger machen, seinen Zustand bessern’, woraus sich ‘reinigen, schmücken’ ergeben habe. Ganz anders de Vries Nl. 535, der Substantiv und Verb an frühnhd. posse, bosse ‘Zierat, Beiwerk’ (s. ↗Possen) anknüpfen möchte. Putz m. ‘Mörtel, Wand-, Deckenbewurf aus Mörtel, Mörtelverkleidung’ (19. Jh.), älter, heute selten ‘schöne Kleidung, schöne Frisur’ (Anfang 18. Jh.), ‘Gegenstände zum Schmücken, schmückendes Beiwerk, Zierat’ (Ende 16. Jh.). Verputz m. ‘auf Mauerwerk (Wände, Decken) aufgetragene Mörtelschicht’ (19. Jh.); verputzen Vb. ‘mit Putz versehen, mit Mörtel bewerfen’ (19. Jh.), landschaftlich ‘gierig (auf)essen, schnell verbrauchen, vergeuden, (Geld) ausgeben’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufputz · Putz · ↗Verputz
Synonymgruppe
Aufmachung · ↗Ausstaffierung · ↗Ausstattung · Putz

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anstrich Backstein Estrich Fachwerk Klinker Mauerwerk Naturstein Riß Stuck Tand Wand Ziegel abblättern abblätternd abbröckeln abbröckelnd abgeblättert abgebröckelt abgeplatzt abschlagen blättern blätternd bröckeln bröckelnd bröseln bröselnd feucht hauen herabfallend rieseln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Putz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da kann sogar mal der Putz von den Wänden fallen.
Bild, 22.04.2005
Plötzlich entdeckt er auf dem bröckelnden Putz eine kleine Schrift.
Dückers, Tanja: Spielzone, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2002 [1999], S. 39
Die Häuser verfallen, Dächer sind undicht, der Putz bricht ab.
Der Tagesspiegel, 22.10.1998
Sie gibt viel auf Putz und dergleichen, verschwendet viel Geld.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 110
Durch diese Art des "Putzens" wird aber der Nährwert der Pilze erheblich verringert.
Ulbrich, Eberhard: Essbar oder giftig?, Berlin: Grüne Post 1937, S. 51
Zitationshilfe
„Putz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Putz>, abgerufen am 26.08.2019.

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