Pyramide, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pyramide · Nominativ Plural: Pyramiden
Aussprache
WorttrennungPy-ra-mi-de
HerkunftÄgyptisch → Griechisch
Wortbildung mit ›Pyramide‹ als Erstglied: ↗Pyramidenbahn · ↗Pyramidenform · ↗Pyramidenmantel · ↗Pyramidenstumpf · ↗pyramidenartig · ↗pyramidenförmig
 ·  mit ›Pyramide‹ als Letztglied: ↗Alterspyramide · ↗Bevölkerungspyramide · ↗Gewehrpyramide · ↗Tempelpyramide · ↗Weihnachtspyramide
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Mathematik spitz zulaufender Körper mit einem Vieleck als Grundfläche
Beispiele:
eine gerade, schiefe Pyramide
der Mantel, die Spitze, Höhe, Kanten der Pyramide
den Rauminhalt, die Oberfläche einer Pyramide berechnen
2.
pyramidenförmiges Gebilde
a)
Beispiele:
im Schaufenster steht eine Pyramide aus, von Konservenbüchsen
die Turner bildeten eine Pyramide
[während einige] eine Pyramide aus Feldsteinen aufschichteten [CramerKonzessionen134]
hoch und unwirklich der Monte Gennaro, aufgebaut aus lauter steilen spitzen Pyramiden und Kegeln [Hesse3,574]
b)
in der Weihnachtszeit aufgestelltes pyramidenförmiges Holzgestell mit Kerzen und einer Scheibe mit Figuren, die sich bei brennenden Kerzen dreht
3.
monumentaler Grabbau der altägyptischen Könige, der über einer quadratischen Grundfläche spitz zuläuft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pyramide · pyramidal
Pyramide f. monumentaler, über einer quadratischen Grundfläche spitz zulaufender Grabbau altägyptischer Könige, geometrischer Körper mit einem Vieleck als Grundfläche und einer entsprechenden Anzahl dreieckiger, in einer gemeinsamen Spitze zusammenlaufender Seitenflächen. Gegen Ende des 15. Jhs. wird lat. pȳramis, Genitiv pȳramidis, griech. pȳramís, Genitiv pȳramídos (πυραμίς, πυραμίδος) im Dt. bekannt. Das griech. Wort bezeichnet (neben den oben genannten Bedeutungen) eine Art Kuchen aus gerösteten, in Honig eingemachten Weizenkörnern und ist in diesem Sinne eine Ableitung von griech. pȳrós (πυρός) ‘Weizen’. Es wird daher vermutet, daß die ägyptischen Pyramiden nach der (allerdings nicht näher bekannten) Form des Kuchens benannt sind. Da jedoch angenommen werden kann, daß griech. pȳramís für ‘Pyramide’ ägypt. Urspungs ist, geht Lang in: Anthropos 18/19 (1923/24) 551 ff. von ägypt. mr ‘Pyramide’ aus, erschließt unter Einsetzung des im Griech. überlieferten Vokals i ein mit präfigiertem Artikel versehenes *pimar, das durch Metathese *piram ergibt, woraus griech. pȳramís. In dt. Texten erscheint Pyramis zunächst mit lat. Flexion in den dem griech.-lat. Vorbild entsprechenden Bedeutungen ‘Grabbau’ und (16. Jh.) als Bezeichnung der geometrischen Figur; in der 2. Hälfte des 18. Jhs. setzt übertragener Gebrauch (für Erhabenes, Großes, Ewiges) ein. Griech.-lat. Formen halten sich bis gegen Ende des 18. Jhs., werden aber im allgemeinen vom frühen 17. Jh. an durch Pyramide abgelöst. pyramidal Adj. ‘pyramidenförmig’ (18. Jh.), übertragen ‘riesenhaft, gewaltig, überwältigend’ (Mitte 19. Jh.), wohl unter Einfluß von frz. pyramidal, spätlat. pȳramidālis ‘pyramidenförmig’; älter pyramidalisch Adj. (17. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akropolis Erbauer Erzgebirge Grabkammer Grundfläche Hellersdorfer Kegel Landsberger Louvre Nußknacker Obelisk Pharao Prisma Quader Räuchermännchen Sphinx Spitz Spitze Tempel Tempelanlage Totentempel aufschichten auftürmen erbauen gläsern hierarchisch stapeln türmen umgedreht ägyptisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pyramide‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie gelang es beispielsweise den Ägyptern, die Pyramiden allesamt nach Norden auszurichten?
Der Tagesspiegel, 15.11.2000
Dann erreichten wir die Pyramiden, die fast völlig im Eis verborgen waren.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 288
Wir haben unser Geld verloren in den Pyramiden, nun müssen wir arbeiten.
Süddeutsche Zeitung, 23.02.1998
Das war fast 5000 Jahre vor dem Bau der großen ägyptischen Pyramiden.
Krämer, Walter: Geheimnis der Ferne, Leipzig u. a.: Urania-Verlag 1971, S. 54
So baute ich zum ersten Male die Pyramide der Wissenschaften auf.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Zitationshilfe
„Pyramide“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pyramide>, abgerufen am 18.11.2019.

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