Quecksilber, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Quecksilbers · wird nur im Singular verwendet
WorttrennungQueck-sil-ber
Wortbildung mit ›Quecksilber‹ als Erstglied: ↗Quecksilberbarometer · ↗Quecksilberdampf · ↗Quecksilberlampe · ↗Quecksilbermanometer · ↗Quecksilbersäule · ↗Quecksilberthermometer · ↗Quecksilbervergiftung · ↗quecksilberhaltig · ↗quecksilberhältig · ↗quecksilbrig
 ·  mit ›Quecksilber‹ als Grundform: ↗quecksilbern
eWDG, 1974

Bedeutung

einziges bei Zimmertemperatur flüssiges Metall von silberartigem Aussehen, das besonders in Thermometern verwendet wird und dessen Dämpfe und löslichen Verbindungen sehr giftig sind
Beispiele:
das Quecksilber im Thermometer dehnt sich bei Erwärmung aus
das Quecksilber (im Thermometer) fiel
Das Quecksilber zeigte des Nachts zweiundzwanzig ... Grad unter Null [NollHolt1,204]
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
er ist ein Quecksilber (= er ist ein unruhiger, lebhafter Mensch)
das Kind ist das reine Quecksilber, hat Quecksilber im Leib (= das Kind ist unruhig, kann nicht still sitzen)
salopp das Kind hat Quecksilber im Hintern (= das Kind ist unruhig, kann nicht still sitzen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

queck · quick · quecken · quicken · erquicken · erquicklich · unerquicklich · Quecksilber · Quickborn · quicklebendig
queck, quick Adj. ‘lebendig, rege, munter’, ahd. (8. Jh.), mhd. quec, mnd. nd. quick ‘lebendig, frisch’, nhd. bewahrt im Westd. und Nordd., sonst abgelöst von der Anlautsvariante ↗keck (s. d.; daselbst auch Weiteres zu Herkunft und Verwandtschaft). Vom Adjektiv abgeleitet quecken, quicken Vb. ‘lebendig machen, beleben’, ahd. quicken (9. Jh.), mhd. quicken, quecken, mnd. quecken; nhd. quicken ‘beleben’ nur noch dichterisch (vereinzelt bis Anfang 19. Jh.), doch bewahrt in erquicken Vb. ‘neu beleben, laben, erfrischen’, ahd. irquicken ‘lebendig machen, beleben’ (um 800), mhd. erquicken, mnd. erquicken, erquecken. erquicklich Adj. ‘erfreulich, belebend’ (Ende 15. Jh.); unerquicklich Adj. ‘unerfreulich, unangenehm’ (17. Jh.). Quecksilber n. silberfarbenes, bei Normaltemperaturen flüssiges Metall, das in schnellbewegliche Kügelchen zerfällt, ahd. quecsil(a)bar (um 800), mhd. quec-, kecsilber, mnd. quiksulver, mnl. quicsilver, quecsilver, nl. kwikzilver, aengl. cwicseolfor, engl. quicksilver, schwed. (aus dem Mnd.) kvicksilver. Übersetzung von lat. argentum vīvum, eigentlich ‘lebendiges Silber’. Zu den Kompositionsgliedern s. ↗keck und ↗Silber. Quickborn m. ‘Jungbrunnen’, eigentlich ‘lebendiger, sprudelnder Brunnen, Quelle’, aus dem Nd. (19. Jh.), ahd. quecbrunno, mhd. quecbrunnr, nhd. Queckbrunnen, daneben auch frühnhd. keck brunn. quicklebendig Adj. ‘sehr lebhaft, beweglich, temperamentvoll’ (19. Jh.), Kompositum aus mnd. nd. quick ‘lebendig, frisch’ (s. oben) und ↗lebendig (s. d.), dessen gleichbedeutende Glieder eine Verstärkung zum Ausdruck bringen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Temperaturmesser · ↗Thermometer  ●  Quecksilber  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Chemie
Synonymgruppe
Hydrargyrum · ↗Merkur · Quecksilber  ●  Hg  Elementsymbol
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amalgam Amalgamfüllung Antimon Arsen Arsis Asbest Blausäure Blei Brom Cadmium Chrom Dioxin Energiesparlampe Fieberthermometer Jod Kadmium Kohlenwasserstoff Kupfer Nickel Pestizid Schwefel Schwermetall Thermometer Zink Zinn giftig hochgiftig metallisch verdampfen verseuchen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Quecksilber‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Quecksilber steigt am Tag auf maximal minus vier Grad, nachts wird es bei minus acht bis minus elf Grad bitterkalt.
Die Welt, 05.01.2002
Als die Expedition am frühen Morgen aufbricht, misst man minus 46 Grad, am Abend ist das Quecksilber auf minus 25 geklettert.
Die Zeit, 13.04.2000, Nr. 16
Sie sehen über dem Quecksilber einen nach unten umgebogenen Eisenstab.
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 205
Eine ungeheure wie Quecksilber zitternde Feuerschlange schloss den raschelnden Zug.
Scheerbart, Paul: Liwûna und Kaidôh. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1901], S. 14680
Und ich suche auch nicht den Wunderstein, der Quecksilber verwandeln könnte.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 105
Zitationshilfe
„Quecksilber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Quecksilber>, abgerufen am 25.03.2019.

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