Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Quell, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Quell(e)s · Nominativ Plural: Quelle
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Quell‹ als Letztglied: Brunnquell · Kraftquell · Lebensquell · Schaffensquell · Silberquell · Springquell · Urquell

Bedeutungsübersicht+

  1. [dichterisch] ...
    1. 1. Synonym zu Quelle (1)
    2. 2. Synonym zu Quelle (2)
eWDG

Bedeutung

dichterisch
1.
Synonym zu Quelle (1)
Beispiele:
ein frischer, klarer Quell
Im Walde, dicht neben der Lichtung, sprudelte ein kleiner Quell [ CramerKonzessionen47]
Und sieh, aus dem Felsen, geschwätzig, schnell, / Springt murmelnd hervor ein lebendiger Quell [ SchillerBürgschaft]
2.
Synonym zu Quelle (2)
Beispiele:
der Quell des Lichts, Lebens, Glücks, Wissens, der Sehnsucht, Heiterkeit, Freude
es ist ein Quell der Erkenntnis, ein Lehrbuch der Lebensweisheit [ Weiskopf8,254]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

quellen1 · Quelle · Quell · quellen2
quellen1 Vb. ‘sprudeln, sprudelnd fließen’, ahd. quellan ‘hervorsprudeln’ (10. Jh.), mhd. quellen ‘quellen, anschwellen’, asächs. quellan, mnd. quellen ‘(auf)quellen, dünn, locker werden, aufwallen vor Zorn, Schmerz’ (vgl. auch die Partizipialbildung aengl. collenferhþ ‘mit geschwollenem Mut, stolz’) schließt sich mit aind. galati ‘träufelt herab’, griech. blýein (βλύειν) ‘hervorquellen (lassen), hervorsprudeln’, balané͞ion (βαλανεῖον) ‘Bad, Badestube’ an eine Wurzel ie. *gu̯el(ə)- ‘herabträufeln, überrinnen, quellen’ an. Quelle f. auch (besonders dichterisch) Quell m. ‘kontinuierlich aus der Erde hervorsprudelnder Wasserstrom’, übertragen ‘Ursprung, Anfang’ (15. Jh.), ahd. quella (um 1000), asächs. quella, aengl. cwylla. Oder (unabhängig vom Ahd.) frühnhd. Neubildung zum Verb? quellen2 Vb. ‘weichen lassen, zum Quellen, Sieden bringen’ (16. Jh.), Kausativum (im Sinne von ‘quellen machen’) zu quellen1 (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ursprung  ●  Quelle  fig. · Wurzel  fig. · Quell  geh., literarisch, fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(der) letzte Grund · Uranfang · Urbeginn · Urgrund · Urquell (allen Seins)  ●  Quell(e)  fig.
Synonymgruppe
Urquell · Ursprung  ●  Born  poetisch · Bronn  poetisch · Quelle  Hauptform, fig. · Brunnen  geh. · Quell  geh.

Typische Verbindungen zu ›Quell‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Quell‹.

Verwendungsbeispiele für ›Quell‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Alle eure Augen, lieben Kinder, sind wie ein himmlischer Quell für mich. [Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 214]
Für sie ist er eine teure Last, ein kostspieliger Quell unsäglicher Leiden! [Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 02.03.1913]
Der nahezu einzige Quell dieser moralischen Kraft wurde in der Stunde der größten Not dieser eine Mann. [Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3662]
Diese Scheu vor der vermeintlichen Phrase verkennt den Quell der sittlichen Kraft. [Die Zeit, 15.02.1954, Nr. 07]
Dann kannst du aus dem unergründlichen Quell schöpfen, dann bist du ein Künstler. [Süddeutsche Zeitung, 05.04.1995]
Zitationshilfe
„Quell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Quell>.

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