Quell, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Quell(e)s · Nominativ Plural: Quelle
Aussprache
Wortbildung mit ›Quell‹ als Letztglied: ↗Brunnquell · ↗Kraftquell · ↗Lebensquell · ↗Schaffensquell · ↗Silberquell · ↗Springquell · ↗Urquell
eWDG, 1974

Bedeutung

dichterisch
1.
Synonym zu Quelle (1)
Beispiele:
ein frischer, klarer Quell
Im Walde, dicht neben der Lichtung, sprudelte ein kleiner Quell [CramerKonzessionen47]
Und sieh, aus dem Felsen, geschwätzig, schnell, / Springt murmelnd hervor ein lebendiger Quell [SchillerBürgschaft]
2.
Synonym zu Quelle (2)
Beispiele:
der Quell des Lichts, Lebens, Glücks, Wissens, der Sehnsucht, Heiterkeit, Freude
es ist ein Quell der Erkenntnis, ein Lehrbuch der Lebensweisheit [Weiskopf8,254]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

quellen1 · Quelle · Quell · quellen2
quellen1 Vb. ‘sprudeln, sprudelnd fließen’, ahd. quellan ‘hervorsprudeln’ (10. Jh.), mhd. quellen ‘quellen, anschwellen’, asächs. quellan, mnd. quellen ‘(auf)quellen, dünn, locker werden, aufwallen vor Zorn, Schmerz’ (vgl. auch die Partizipialbildung aengl. collenferhþ ‘mit geschwollenem Mut, stolz’) schließt sich mit aind. galati ‘träufelt herab’, griech. blýein (βλύειν) ‘hervorquellen (lassen), hervorsprudeln’, balané͞ion (βαλανεῖον) ‘Bad, Badestube’ an eine Wurzel ie. *gu̯el(ə)- ‘herabträufeln, überrinnen, quellen’ an. Quelle f. auch (besonders dichterisch) Quell m. ‘kontinuierlich aus der Erde hervorsprudelnder Wasserstrom’, übertragen ‘Ursprung, Anfang’ (15. Jh.), ahd. quella (um 1000), asächs. quella, aengl. cwylla. Oder (unabhängig vom Ahd.) frühnhd. Neubildung zum Verb? quellen2 Vb. ‘weichen lassen, zum Quellen, Sieden bringen’ (16. Jh.), Kausativum (im Sinne von ‘quellen machen’) zu ↗quellen (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ursprung  ●  ↗Quelle  fig. · ↗Wurzel  fig. · Quell  geh., literarisch, fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(der) letzte Grund · ↗Uranfang · ↗Urbeginn · ↗Urgrund · ↗Urquell (allen Seins)  ●  Quell(e)  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

AG BBC-Bericht Bausparkasse Berufung Freude Indiskretion Inspiration Mißverständnis Mündung Nachahmung Nennung Reichtum Versandhaus Weisheit Wohlstand entspringen enttarnen ergiebig heiß schöpfen speisen sprudeln sprudelnd stet unerschöpflich versiegen versiegend zugänglich zuverlässig Übel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Quell‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die häufig hohen Preise sind aber nicht der Quell sprudelnder Gewinne.
Die Welt, 06.10.1999
Jetzt ist das Buch auch auf Deutsch, im Quell Verlag, erschienen.
Der Tagesspiegel, 15.05.1998
Der nahezu einzige Quell dieser moralischen Kraft wurde in der Stunde der größten Not dieser eine Mann.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3662
Alle eure Augen, lieben Kinder, sind wie ein himmlischer Quell für mich.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 214
Eng schmiegte es sich in diese wohlig dunstende Nähe, suchte hungrig daran herum und fand den Quell des Lebens.
Salten, Felix: Bambi, Frankfurt a. M.: Fischer 1956 [1923], S. 5
Zitationshilfe
„Quell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Quell>, abgerufen am 17.11.2019.

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