Quelle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Quelle · Nominativ Plural: Quellen
Aussprache
WorttrennungQuel-le
Wortbildung mit ›Quelle‹ als Erstglied: ↗Quell-Code · ↗Quell-Kode · ↗Quellbach · ↗Quellcode · ↗Quellenangabe · ↗Quellenforschung · ↗Quellengattung · ↗Quellenkritik · ↗Quellenkunde · ↗Quellenmaterial · ↗Quellennachweis · ↗Quellensteuer · ↗Quellenstudie · ↗Quellenstudium · ↗Quellentext · ↗Quellenverzeichnis · ↗Quellenwerk · ↗Quellfluss · ↗Quellkode · ↗Quellnymphe · ↗Quellprogramm · ↗Quellstrom · ↗Quelltext · ↗Quellwasser · ↗quellenmäßig · ↗quellenreich · ↗quellfrisch · ↗quellklar · ↗quelloffen
 ·  mit ›Quelle‹ als Letztglied: ↗Bachquelle · ↗Bezugsquelle · ↗Bildquelle · ↗Datenquelle · ↗Devisenquelle · ↗Einkommensquelle · ↗Einnahmequelle · ↗Eisenquelle · ↗Energiequelle · ↗Erdgasquelle · ↗Erdquelle · ↗Erdölquelle · ↗Ertragsquelle · ↗Erwerbsquelle · ↗Fehlerquelle · ↗Felsenquelle · ↗Felsquelle · ↗Finanzierungsquelle · ↗Finanzquelle · ↗Flussquelle · ↗Gefahrenquelle · ↗Geldquelle · ↗Geschichtsquelle · ↗Hauptquelle · ↗Heilquelle · ↗Hilfsquelle · ↗Hungerquelle · ↗Infektionsquelle · ↗Informationsquelle · ↗Infrarotquelle · ↗Inspirationsquelle · ↗Internet-Quelle · ↗Internetquelle · ↗Kraftquelle · ↗Lichtquelle · ↗Lieferquelle · ↗Lärmquelle · ↗Mineralquelle · ↗Nachrichtenquelle · ↗Nahrungsquelle · ↗Neutronenquelle · ↗Nährquelle · ↗Originalquelle · ↗Petroleumquelle · ↗Primärquelle · ↗Radioquelle · ↗Rechtsquelle · ↗Rohstoffquelle · ↗Salzquelle · ↗Schriftquelle · ↗Schwefelquelle · ↗Sekundärquelle · ↗Solequelle · ↗Solquelle · ↗Springquelle · ↗Sprudelquelle · ↗Stahlquelle · ↗Steuerquelle · ↗Stromquelle · ↗Störquelle · ↗Störungsquelle · ↗Thermalquelle · ↗Unfallquelle · ↗Verlustquelle · ↗Vitaminquelle · ↗Waldquelle · ↗Wasserquelle · ↗Wissensquelle · ↗Wunderquelle · ↗Wärmequelle · ↗Zündquelle
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Wasser, das an einer bestimmten Stelle (als Ursprung eines Baches, Flusses) aus der Erde hervorfließt
Beispiele:
eine warme, heiße, kalte, kühle, klare, verschüttete, versiegte Quelle
unterirdische Quellen
die Quelle der Elbe
die Quelle springt, sprudelt, fließt aus dem Felsen
in der heißen Jahreszeit waren alle Quellen vertrocknet
eine Quelle einfassen
er wusch sich an einer Quelle, trank aus einer Quelle, schöpfte aus einer Quelle Wasser
der Bach wird von einer Quelle gespeist
An der Quelle saß der Knabe [SchillerJüngling1,41]
2.
übertragen Ursprung, Ursprungsort, Ausgangspunkt, Herkunft
Beispiele:
etw. ist eine Quelle der Freude, Angst, Ansteckung, Gefahr, des Schmerzes, Unheils, Wohlstands, Behagens
eine Quelle von Zerwürfnissen, Fehlern
eine Quelle ständigen Unfugs
die Quelle seines, allen Glücks
das ist die Quelle allen, alles Übels!
eine unerschöpfliche, unversiegbare Quelle der Schaffenskraft
seine Bemerkungen sind eine stete Quelle der Heiterkeit
das Licht in der Höhle kam aus verschiedenen Quellen
sein Vermögen stammte aus dunklen Quellen
es müssen für die Finanzierung dieses Vorhabens neue Quellen (= Möglichkeiten) erschlossen werden
neue wirtschaftliche Quellen erschließen
Es ist ihnen also bis heute völlig entgangen ... daß die Schärfe, die Strenge, mit der man Ihnen begegnet, persönliche Quellen und Gründe haben könnte? [B. FrankTrenck119]
und doch übermannten ihn die Schulden. Alle Quellen schienen ausgepumpt [H. MannUntertan4,38]
Person, Stelle, die eine (wichtige) Nachricht oder (seltene) Ware vermittelt
Beispiele:
etw. aus sicherer, sicherster Quelle haben, erfahren
etw. aus zuverlässiger, guter, bester, erster, amtlicher, dunkler Quelle wissen
er hatte seine Informationen, Kenntnisse aus trüben Quellen geschöpft
kannst du mir nicht deine Quelle verraten?
aus welcher Quelle haben Sie das (gehört)?
wenn Sie Näheres wissen wollen, sind Sie hier an der richtigen Quelle
umgangssprachlich jmd. sitzt an der Quelle (= jmd. bezieht Nachrichten aus erster Hand, Waren direkt vom Erzeuger)
umgangssprachlich etw. an der Quelle (= direkt vom Erzeuger) kaufen
umgangssprachlich er hat eine Quelle für frische Eier
etw. an der Quelle (= unmittelbar) studieren
Sprachen lernt man am besten an der Quelle (= in dem Land, in dem sie gesprochen werden)
umgangssprachlich Kurtchen war ... der einzige Händler für Feuersteine. Er hatte eine Quelle, verriet die Quelle aber nie [GrassBlechtrommel359]
3.
schriftliches Zeugnis, das besonders zur wissenschaftlichen Forschung benutzt wird, Urkunde, wissenschaftliches Werk
Beispiele:
zeitgenössische, historische, alte, sprachliche, archivalische, literarische, unveröffentlichte Quellen erforschen
er hat für seine Abhandlung zahlreiche Quellen benutzt, herangezogen, studiert, gelesen
der Verfasser hat die Quelle, aus der seine Zitate stammen, nicht angegeben
eine Aufstellung der exzerpierten, zitierten Quellen
er befasste sich mit den Quellen, die den Dramen Shakespeares zugrunde liegen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

quellen1 · Quelle · Quell · quellen2
quellen1 Vb. ‘sprudeln, sprudelnd fließen’, ahd. quellan ‘hervorsprudeln’ (10. Jh.), mhd. quellen ‘quellen, anschwellen’, asächs. quellan, mnd. quellen ‘(auf)quellen, dünn, locker werden, aufwallen vor Zorn, Schmerz’ (vgl. auch die Partizipialbildung aengl. collenferhþ ‘mit geschwollenem Mut, stolz’) schließt sich mit aind. galati ‘träufelt herab’, griech. blýein (βλύειν) ‘hervorquellen (lassen), hervorsprudeln’, balané͞ion (βαλανεῖον) ‘Bad, Badestube’ an eine Wurzel ie. *gu̯el(ə)- ‘herabträufeln, überrinnen, quellen’ an. Quelle f. auch (besonders dichterisch) Quell m. ‘kontinuierlich aus der Erde hervorsprudelnder Wasserstrom’, übertragen ‘Ursprung, Anfang’ (15. Jh.), ahd. quella (um 1000), asächs. quella, aengl. cwylla. Oder (unabhängig vom Ahd.) frühnhd. Neubildung zum Verb? quellen2 Vb. ‘weichen lassen, zum Quellen, Sieden bringen’ (16. Jh.), Kausativum (im Sinne von ‘quellen machen’) zu ↗quellen (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ursprung  ●  Quelle  fig. · ↗Wurzel  fig. · Quell  geh., literarisch, fig.
Assoziationen
Geologie
Synonymgruppe
Lagerstätte · Quelle · ↗Vorkommen
Synonymgruppe
Born · ↗Brunnen · Quelle
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Anlass · ↗Anregung · ↗Anreiz · ↗Anstoß · ↗Auslöser · ↗Beweggrund · ↗Grund · ↗Hintergrund · ↗Impuls · ↗Initialzündung · ↗Motiv · Quelle · Stein des Anstoßes · ↗Stimulans · ↗Ursache · ↗Veranlassung · ↗Wirkursache · der tiefere Sinn · im Hintergrund stehen
Assoziationen
  • Fehler im System · ↗Störquelle · systematischer Fehler  ●  ↗Konstruktionsfehler  fig. · ↗Webfehler  fig. · ↗Erbsünde  geh., fig. · ↗Geburtsfehler  geh., fig. · Quelle allen Übels  geh. · da liegt der Hase im Pfeffer  ugs., fig. · da liegt der Hund begraben  ugs., fig.
  • (Krankheit) ohne bekannte Ursache  ●  ↗idiopathisch  fachspr.
  • Entlastung · ↗Rechtfertigung · Schuldbefreiung  ●  ↗Exkulpation  fachspr., lat.
  • (auf etwas) zurückgehen · (auf etwas) zurückzuführen sein · (die) Gründe (dafür) sind in (...) zu suchen · (durch etwas / jemanden) verursacht sein · (einer Sache) geschuldet sein · (einer Sache) zuzuschreiben sein · (in etwas / jemandem) begründet sein · (seine) Ursache haben in · (seinen) Ursprung haben in · ↗(sich einer Sache) verdanken · (sich) erklären (aus / durch) · (sich) herleiten von · Grund dafür ist · Ursache dafür ist · ausgehen von · basieren auf · beruhen auf · die Ursachen (dafür) sind in (...) zu sehen · ↗entstammen · herrühren von · kommen von · liegen an · resultieren aus
Synonymgruppe
Beleg · ↗Originaldokument · Quelle
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Berufung Inspiration ander anonym antik ergiebig erneuerbar erschließen heiß historisch informiert literarisch regenerativ schriftlich schöpfen speisen sprudeln sprudelnd stammen trüb unerschöpflich ungenannt verläßlich verschieden versiegen wichtig zeitgenössisch zitieren zugänglich zuverlässig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Quelle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Quelle, die die Daten geliefert hatte, bleibe weiterhin geschützt.
Die Zeit, 15.06.2013, Nr. 23
Sie ziele vielmehr darauf, die Quellen der hohen Inflation zu verstopfen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1987]
Ihre Quelle ist noch nicht verschüttet; sie sprudelt noch ursprünglich.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 162
Da jedoch für diese Behauptung keine Quelle angegeben ist, muß man ihr gegenüber etwas vorsichtig sein.
Elcombe, Keith: Bateson. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 20479
Heute ist man geneigt, den oft umstrittenen Quellen mehr Gewicht beizumessen.
Angelis, Alberto de u. a.: Rom. In: Blume, Friedrich (Hg.), Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 35120
Zitationshilfe
„Quelle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Quelle>, abgerufen am 26.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Quelldatei
Quellcode
Quellbrunnen
Quellbewölkung
Quellbach
quellen
Quellenangabe
Quellenbasis
Quellenbeleg
Quellenbestand