Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Quetschkommode, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Quetschkommode · Nominativ Plural: Quetschkommoden
Aussprache  [ˈkvɛʧkɔˌmoːdə]
Worttrennung Quetsch-kom-mo-de
Wortzerlegung quetschen Kommode
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

meist D-Nordwest , D-Mittelwest , D-Südwest , umgangssprachlich, scherzhaft Synonym zu Akkordeon, Quetsche¹ (4)
Beispiele:
Immer wenn es im Dorf etwas zu feiern gab, kam der kleine Karl mit »der Quetschkommode« und gab Lieder zum Besten. [Rhein-Zeitung, 26.06.2004]
Ich warte nur auf die Ausgangssperre – bei steigenden Außentemperaturen. Vielleicht sollte ich mir vorher noch eine Quetschkommode besorgen, um dann – wie in Italien – traurige Weisen vom Balkon zu schmettern. [Hamburger Abendblatt, 17.03.2020]
Für Musik sorgten beim ersten Mahl‑ und Backtag an der Kolthoffschen Hofmahlmühle die Leverner Dorfmusikanten mit ihren »Quetschkommoden«[.] [Neue Westfälische, 05.04.2016]
Die Stimmung beim Frühschoppen war hervorragend. Und das nicht zuletzt auch, weil »Plätschkappe‑Frontsänger« Hans‑Jürgen Kurz mit umgeschnallter »Quetschkommode« in den Besucherreihen zum Mitsingen, Mitschunkeln und Anstoßen animierte. [Rhein-Zeitung, 26.06.2007]
Die Augen sind auf die Noten gerichtet, die Hände finden die richtigen Tasten und Knöpfe auf den oft malerisch gestalteten Instrumenten, die lange Zeit als Quetschkommode oder Zerrwanst verulkt wurden. Erst als die Tangowelle aus Südamerika auf Europa überschwappte und mit ihr Akkordeon‑Kompositionen von Astor Piazzolla, trauten sich viele Akkordeon‑Fans, ihre geliebten Ziehorgeln abzustauben und öffentlich zu spielen. [Hamburger Abendblatt, 17.10.2006]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

quetschen · Quetschung · Quetsche · Quetschkommode
quetschen Vb. ‘stark zusammenpressen, klemmen, durch heftigen Druck verletzen’, nur bezeugt im Dt. und Nl., ahd. (aostnfrk.) quetson, mhd. quetzen, quetschen ‘schlagen, prägen, stoßen, zerdrücken’, mnd. quessen, quetsen ‘drücken, verletzen, beschädigen’, mnl. quetsen, quessen, nl. kwetsen ‘zerdrücken, zermalmen’. Außergerm. Anknüpfungsmöglichkeiten finden sich nicht; Herkunft unbekannt. Vielleicht lautnachahmend? Einfluß von afrz. casser, quasser ‘zerbrechen, zerschlagen, zunichte machen’, reflexiv ‘sich verletzen’ (frz. casser), aus lat. quassāre ‘schütteln, erschüttern, zerschmettern, zerschlagen’, Intensivum zu lat. quatere ‘schütteln, erschüttern, stoßen, beschädigen’, zeigt mhd. qua(t)schiure, (mit Umlaut) quetschiure ‘Quetschung, Wunde’, nach afrz. cassëure, quassëure ‘Bruch, Verletzung’. – Quetschung f. ‘Einklemmung, durch starken Druck bewirkte Verletzung’, mhd. quetzunge, quetschunge ‘Quetschung, Wunde’; vgl. auch gleichbed. mhd. qua(t)schiure, quetschiure (s. oben). Quetsche f. ‘Presse, Kelter’ (md., 15. Jh.), ‘Klitsche, dürftigen Ertrag abwerfende (Gast)wirtschaft’ (19. Jh.). Quetschkommode f. scherzhaft für ‘Ziehharmonika, Akkordeon’ (20. Jh.).

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Akkordeon · Handharmonika · Schifferklavier · Ziehharmonika  ●  Handorgel  ugs. · Quetsche  ugs. · Quetschkommode  ugs.
Oberbegriffe
  • Harmonika · Harmonikainstrument
  • Handzuginstrument  fachspr.
Assoziationen
Zitationshilfe
„Quetschkommode“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Quetschkommode>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Quetschkasten
Quetschkartoffel
Quetschhahn
Quetschgrenze
Quetschfalte
Quetschn
Quetschung
Quetschwunde
Queue
Quibble