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Quirl, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Quirl(e)s · Nominativ Plural: Quirle
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Quirl‹ als Erstglied: Quirlbrett · quirlig · quirlständig
 ·  mit ›Quirl‹ als Letztglied: Miefquirl · Wasserquirl  ·  mit ›Quirl‹ als Grundform: quirlen
eWDG

Bedeutungen

1.
dünner Stab, Holzstab mit einem dickeren, sternförmig gezackten Ende, der in einer Flüssigkeit zwischen den Handflächen gedreht wird, wenn diese Flüssigkeit mit einer anderen, mit pulverartigen Stoffen, besonders Mehl, oder mit rohen Eiern vermengt werden soll
Beispiele:
sie rührte mit dem Quirl den Pudding, die Suppe um
sie verrührte mit dem Quirl Milch und Kakaopulver, Eigelb und Zucker
2.
umgangssprachlich, scherzhaft sehr unruhiger, lebhafter Mensch
Beispiele:
das Kind ist ein unglaublicher Quirl
so ein Quirl!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Quirl · quirlen · quirlig
Quirl m. ‘Rührstab, Rührinstrument’, ahd. thwiril (9. Jh.), frühnhd. (obd.) twir(e)l, (md.) quirrel, querel ‘was sich schnell herumdreht, Rührstab’, mnd. twerl, dwerl, dwarl ‘Wirbel, Kraushaar’, aengl. þwiril ‘Rührstab’, isl. þyrill, schwed. (mundartlich) tyril ist als Gerätebezeichnung (germ. *þwerila-) mit dem Instrumentalsuffix germ. -ila- (s. Meißel, Schlüssel, Zügel) gebildet zu einem in ahd. thweran ‘mengen, drehen’ (9. Jh.), mhd. twern, dwern ‘herumdrehen, durcheinanderrühren, mischen’, aengl. þweran ‘rühren’ belegten starken Verb germ. *þweran, wozu auch (anders abgeleitetes) aengl. þwēre ‘Stößel, Stampfe’, anord. þvara ‘Rührstab’, schwed. (mundartlich) tvara, tvöra gehören. Vergleichbar sind wohl aind. tváratē ‘eilt’, griech. torýnē (τορύνη, aus *τυρύνη) ‘Rührlöffel, -kelle’, lat. trua ‘Schöpfkelle (auch zum Umrühren)’; Anschluß an eine Wurzel ie. *tu̯er-, *tur-, *tu̯ṛ-, *tru- ‘drehen, quirlen, wirbeln’ ist möglich, wozu mit anlautendem s- auch stören und Sturm (s. d.) zu stellen sind. Zum Anlaut qu- s. quer. – quirlen Vb. ‘mit dem Quirl rühren’ (18. Jh.). quirlig Adj. ‘lebhaft, ständig im Bewegung, unruhig’ (19. Jh.).

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Quirl · Wirtel
Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Quirl · Rührbesen · Schaumschläger · Schneebesen  ●  Schneerute  österr. · Schwingbesen  schweiz.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Irrwisch · Quirl · Unruhegeist · Wirbelwind · Zappelphilipp  ●  Springinsfeld  ugs.
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele für ›Quirl‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der kleine Quirl galt zuletzt als Meister der brotlosen Künste. [Süddeutsche Zeitung, 25.04.1995]
Den ganzen Winter habe "der Quirl" in seinem Zimmer herumgestanden, und jetzt, wo es heiß würde, sei er nicht mehr da. [Süddeutsche Zeitung, 12.07.2002]
Diesmal waren nicht nur die berufsmäßig immer aufgeregten Journalisten in ein besonderes Quirlen gekommen, auch die gesamte hiesige Diplomatie setzte sich in Bewegung. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 05.03.1926]
Das ist toll, aber dafür müßte ich jeden Tag anderthalb Stunden früher aufstehen ", stellt Harold Quirl bedauernd fest. [Süddeutsche Zeitung, 01.08.1998]
Was Hendrik an Power abgeht, hat dieser Quirl im enervierenden Übermaß. [Süddeutsche Zeitung, 30.08.1995]
Zitationshilfe
„Quirl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Quirl>.

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