Quirl, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Quirl(e)s · Nominativ Plural: Quirle
Aussprache
Wortbildung mit ›Quirl‹ als Erstglied: ↗quirlständig
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
dünner Stab, Holzstab mit einem dickeren, sternförmig gezackten Ende, der in einer Flüssigkeit zwischen den Handflächen gedreht wird, wenn diese Flüssigkeit mit einer anderen, mit pulverartigen Stoffen, besonders Mehl, oder mit rohen Eiern vermengt werden soll
Beispiele:
sie rührte mit dem Quirl den Pudding, die Suppe um
sie verrührte mit dem Quirl Milch und Kakaopulver, Eigelb und Zucker
2.
umgangssprachlich, scherzhaft sehr unruhiger, lebhafter Mensch
Beispiele:
das Kind ist ein unglaublicher Quirl
so ein Quirl!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Quirl · quirlen · quirlig
Quirl m. ‘Rührstab, Rührinstrument’, ahd. thwiril (9. Jh.), frühnhd. (obd.) twir(e)l, (md.) quirrel, querel ‘was sich schnell herumdreht, Rührstab’, mnd. twerl, dwerl, dwarl ‘Wirbel, Kraushaar’, aengl. þwiril ‘Rührstab’, isl. þyrill, schwed. (mundartlich) tyril ist als Gerätebezeichnung (germ. *þwerila-) mit dem Instrumentalsuffix germ. -ila- (s. ↗Meißel, ↗Schlüssel, ↗Zügel) gebildet zu einem in ahd. thweran ‘mengen, drehen’ (9. Jh.), mhd. twern, dwern ‘herumdrehen, durcheinanderrühren, mischen’, aengl. þweran ‘rühren’ belegten starken Verb germ. *þweran, wozu auch (anders abgeleitetes) aengl. þwēre ‘Stößel, Stampfe’, anord. þvara ‘Rührstab’, schwed. (mundartlich) tvara, tvöra gehören. Vergleichbar sind wohl aind. tváratē ‘eilt’, griech. torýnē (τορύνη, aus *τυρύνη) ‘Rührlöffel, -kelle’, lat. trua ‘Schöpfkelle (auch zum Umrühren)’; Anschluß an eine Wurzel ie. *tu̯er-, *tur-, *tu̯ṛ-, *tru- ‘drehen, quirlen, wirbeln’ ist möglich, wozu mit anlautendem s- auch ↗stören und ↗Sturm (s. d.) zu stellen sind. Zum Anlaut qu- s. ↗quer. quirlen Vb. ‘mit dem Quirl rühren’ (18. Jh.). quirlig Adj. ‘lebhaft, ständig im Bewegung, unruhig’ (19. Jh.).

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Quirl · ↗Wirtel
Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Quirl · ↗Rührbesen · ↗Schaumschläger · ↗Schneebesen  ●  Schneerute  österr. · Schwingbesen  schweiz.
Synonymgruppe
Irrwisch · Quirl · Unruhegeist · ↗Wirbelwind · ↗Zappelphilipp  ●  ↗Springinsfeld  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hummerzange Löffel Messer Schneebesen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Quirl‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der kleine Quirl galt zuletzt als Meister der brotlosen Künste.
Süddeutsche Zeitung, 25.04.1995
Richtet man die Strahlen auf einen solchen Quirl, beginnt er seine Arbeit.
Die Welt, 04.05.2001
Diesmal waren nicht nur die berufsmäßig immer aufgeregten Journalisten in ein besonderes Quirlen gekommen, auch die gesamte hiesige Diplomatie setzte sich in Bewegung.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 05.03.1926
Quirle dann die Eigelb und schlage sie mit dem Schneebesen unter die abgekühlte, aber noch warme Krem.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 218
Aber sie hatten auch die Waschmaschine der Banalisierung dabei, in die man von oben die Wirklichkeit stopfte, um sie mit Zahnrad und Quirl zu entwerten.
Ball, Hugo: Tenderenda der Phantast. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 5179
Zitationshilfe
„Quirl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Quirl>, abgerufen am 20.08.2018.

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