Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ränke

Grammatik Substantiv · wird nur im Plural verwendet
Aussprache 
Worttrennung Rän-ke (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Ränke‹ als Erstglied: Ränkeschmied · Ränkespiel · Ränkespinner · Ränkesucht · ränkesüchtig · ränkevoll
eWDG

Bedeutung

gehoben Intrigen, Listen, Machenschaften
Beispiele:
finstere, hinterlistige Ränke schmieden, spinnen
heimlich auf Ränke sinnen
diese Person ist voll von Ränken und Bosheiten, voller List und Ränke
seine gefährlichen Ränke wurden bald durchschaut und vereitelt
daß die Arbeiterklasse aller Länder energisch für den Schutz des sozialistischen Staates vor den Ränken der eigenen Bourgeoisie kämpft [ Einheit1968]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ränke · Rank · Ränkeschmied
Ränke Plur. ‘hinterhältige Anschläge, Listen, Machenschaften, Intrigen’. Das seit frühnhd. Zeit vornehmlich pluralisch verwendete Substandtiv gehört zu dem heute noch mundartlich gebräuchlichen Singular Rank m. ‘(plötzliche, unvermutete) Wendung, Drehung, List, heimtückische Handlung’, obd. auch ‘Wegkrümmung, Biegung, Kurve’. Vorauf geht mhd. ranc ‘schnelle drehende Bewegung’, das mit mnd. wrank ‘Händeringen, Kampf, Streit’, nl. (im 16. Jh. aus dem Nhd.) rank ‘Schlauheit, Grille, Laune’, aengl. wrenc ‘List, Kniff, Betrug, Melodie, Gesang’ zu der unter renken und wringen (s. d.) aufgeführten Wortgruppe gehört. Der Singular Rank begegnet vom 16. bis 18. Jh. in der Wendung jmdm. den Rank ablaufen (heute jmdm. den Rang ablaufen) ‘jmdn. überflügeln, übertreffen’, eigentlich ‘jmdm. die Wegkrümmung abschneiden, um ihm zuvorzukommen’. In dem Maße, wie die ursprüngliche Bedeutung verblaßt, wird die Wendung als zu (im 17. Jh. aus dem Frz. übernommenem) Rang (s. d.) gehörig empfunden. In der Schweiz bedeutet Rank ‘Wegbiegung, Kurve’ und ‘Kniff, Trick’, vgl. den (rechten) Rank finden ‘einen geeigneten Weg, eine geschickte Lösung finden, sich zu helfen wissen’. – Ränkeschmied m. ‘wer Ränke schmiedet, heimtückischer, hinterhältiger Mensch, Intrigant’ (um 1800).

Ranke · ranken
Ranke f. fadenförmiger, sich um Stützen windender Pflanzenteil. Ahd. (h)ranca glossiert lat. vītis alba, d. i. hier wohl die (mit Ranken ausgestattete) ‘Zaunrübe’; danach frühnhd. mnl. rank(e) in mittelrhein. und niederrhein. Quellen, also in Weinbaugebieten (Ende 15. Jh.), mnd. ranke, wīnranke; im 16. Jh. ist Ranke im gesamten dt. Sprachgebiet verbreitet. Herkunft unbekannt, ebenso die Bedeutung, die die Germanen mit dem Wort verbanden, ehe sie von den Römern den Weinbau kennenlernten. Man vermutet Verwandtschaft mit tirol. Rangk ‘Latte’, Rangge ‘Holzstange’, kärntner. Rangge ‘Stange’. – ranken Vb. ‘Ranken treiben’, meist reflexiv ‘(sich) emporwinden’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Komplott · List · Ränke · Ränkespiel  ●  Intrige  Hauptform · Kabale  geh., veraltet · abgekartete Sache  ugs.
Assoziationen
Zitationshilfe
„Ränke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/R%C3%A4nke>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Ränftel
Ränftchen
Ränderware
Rändelschraube
Rändelrad
Ränkeschmied
Ränkespiel
Ränkespinner
Ränkesucht
Ränzchen