Rübe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rübe · Nominativ Plural: Rüben
Aussprache
WorttrennungRü-be
Wortbildung mit ›Rübe‹ als Erstglied: ↗Rübchen · ↗Rübenacker · ↗Rübenanbau · ↗Rübenbau · ↗Rübenblatt · ↗Rübenernte · ↗Rübenfeld · ↗Rübengabel · ↗Rübenheber · ↗Rübenkampagne · ↗Rübenkombine · ↗Rübenkraut · ↗Rübenmiete · ↗Rübenmüdigkeit · ↗Rübensaft · ↗Rübenschneider · ↗Rübenschnitzel · ↗Rübenschwein · ↗Rübenzucker · ↗Rübsamen · ↗Rüböl · ↗rübenartig
 ·  mit ›Rübe‹ als Letztglied: ↗Futterrübe · ↗Gelbrübe · ↗Kerbelrübe · ↗Kohlrübe · ↗Mohrrübe · ↗Runkelrübe · ↗Steckrübe · ↗Zuckerrübe
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Kulturpflanze mit dicker, fleischiger Pfahlwurzel, die als Nahrungsmittel, Futtermittel oder zur Zuckergewinnung dient
Beispiele:
weiße, rote Rüben
süddeutschgelbe Rüben (= Mohrrüben)
Rüben (an)bauen, drillen, hacken, häufeln, roden, (ver)ziehen
Rüben einmieten, (ver)füttern
umgangssprachlichin die Rüben (= zur Arbeit auf das Rübenfeld) gehen
das ganze Feld war mit Rüben bebaut
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlichein Durcheinander wie Kraut und Rüben
umgangssprachlich, scherzhaftjmdm. Rübchen schaben (= mit einem Zeigefinger rasch über den anderen streichen, um jmdn. zu verspotten)
2.
salopp, derb Kopf
Beispiele:
jmdm. eins auf die Rübe geben (= jmdn. auf den Kopf schlagen)
jmdm. (mit dem Stock) über die Rübe hauen
Die Rübe hätten sie dir abgehackt [SteinbergUhren87]
3.
salopp, scherzhaft übermütiges Kind
Beispiel:
so eine freche Rübe, ein freches Rübchen!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rübe f. als Nahrungs-, Futtermittel oder zur Zuckergewinnung dienende Kulturpflanze mit dicker, fleischiger Pfahlwurzel. Ahd. ruoba (11. Jh.), mhd. ruobe, rüebe, nhd. Rübe, mnd. rōve, mnl. roeve ‘Rübe’ setzen germ. *rōbjōn voraus; dän. roe (älter rove), schwed. rova führen (wenn nicht aus dem Mnd. entlehnt) mit anord. rōfa ‘Schwanz, Steißbein’, isl. auch ‘Rübe’ auf germ. *rōbōn; ablautendes ahd. rāba (um 1100), frühnhd. rabe, rape, rappe ist nach Ausweis der Entwicklung in den dt. Mundarten dagegen aus germ. *rēbjō(n) zu erklären. Außergerm. vergleichen sich lat. rāpum, rāpa ‘Rübe’ (daraus mnl. rāpe, nl. raap ‘Rübe’, engl. rape ‘Raps, Rübsen’), ablautend griech. rhápys, rháphys (ῥάπυς, ῥάφυς) ‘Rübe’, rháphanos, rhaphánē (ῥάφανος, ῥαφάνη) ‘Rettich’, att. ‘Kohl’, rhaphanís (ῥαφανίς) ‘Rettich’ und (wie ahd. rāba) russ.-kslaw. rěpa, russ. répa (репа). Zu erschließen ist ie. *rāp-, *rēp- ‘Rübe’. Wahrscheinlich liegt eine lautlich unterschiedliche Übernahme eines Wanderwortes unbekannter Herkunft zugrunde.

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Haupt · ↗Kopf  ●  ↗Ballon  ugs., salopp · ↗Birne  ugs. · Caput  fachspr. · ↗Denkapparat  ugs. · ↗Denkzentrum  ugs. · ↗Dez  ugs. · ↗Nischel  ugs. · Rübe  ugs. · ↗Schädel  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Botanik
Synonymgruppe
Rübe · ↗Wurzelgemüse
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Ackerrübe · Herbstrübe · Krautrübe · Räben · Stoppelrübe · ↗Wasserrübe · Weiße Rübe
  • Mairübchen · Mairübe · Navette · Nevette
  • Bodenkohlrabi · Erdkohlrabi · ↗Kohlrübe · ↗Steckrübe  ●  ↗Wruke  nordostdeutsch · gelbe Rübe  schweiz.
  • Mairübe Petrowski · Märkische Rübe · Speiserübe · ↗Teltower Rübchen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blumenkohl Bohne Erbse Gerste Getreide Hafer Heu Karotte Kartoffel Kraut Mais Mangold Möhre Rap Rebe Rettich Sellerie Teltower Zucchini Zuckerfabrik Zuckergehalt Zuckergewinnung Zwiebel anbauen ausgehöhlt durcheinandergehen gelb hinhalten transgen zuckerreich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rübe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn es noch stand, haben wir Rüben verzogen, und wenn es nicht mehr stand, haben wir Ähren gelesen.
Die Zeit, 09.08.2010, Nr. 32
Und so wachsen deine Rüben, so ernährest du die Sau.
Süddeutsche Zeitung, 04.04.2002
Die Rübe wird oft zu groß und ist oft unregelmäßig geformt.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 357
Vor dem Einmieten merzt man nochmals alle Rüben, die nicht normale Gestalt und hohen Zuckergehalt zeigen, aus.
Schlipf, Johann Adam: Schlipfs populäres Handbuch der Landwirtschaft, Berlin: Parey 1918, S. 235
Weiße Rüben sind nicht so kräftig im Fleisch, aber zarter.
Böttner, Johannes: Gartenbuch für Anfänger, Frankfurt (Oder) u. a.: Trowitsch & Sohn 1944 [1895], S. 88
Zitationshilfe
„Rübe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rübe>, abgerufen am 08.12.2019.

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