Rückgang, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rückgang(e)s · Nominativ Plural: Rückgänge
Aussprache
WorttrennungRück-gang
Wortbildung mit ›Rückgang‹ als Erstglied: ↗rückgängig  ·  mit ›Rückgang‹ als Letztglied: ↗Absatzrückgang · ↗Auftragrückgang · ↗Auftragsrückgang · ↗Beschäftigungsrückgang · ↗Bevölkerungsrückgang · ↗Bewölkungsrückgang · ↗Ergebnisrückgang · ↗Ertragsrückgang · ↗Formrückgang · ↗Geburtenrückgang · ↗Gewinnrückgang · ↗Kursrückgang · ↗Nachfragerückgang · ↗Preisrückgang · ↗Produktionsrückgang · ↗Stimmenrückgang · ↗Temperaturrückgang · ↗Umsatzrückgang
eWDG, 1974

Bedeutung

Verringerung, Abnahme
Beispiele:
ein Rückgang der Bevölkerung, Geburten
ein starker Rückgang der Infektionskrankheiten
ein Rückgang (= Sinken) des Umsatzes
es ist ein erfreulicher Rückgang der Kriminalität eingetreten
der Kälteeinbruch brachte einen schnellen Rückgang der Temperatur
die Grippeepidemie ist im Rückgang begriffen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rücken · zurück · Rückblick · Rückfall · rückfällig · Rückgang · rückgängig · Rückkehr · Rücksicht · rücksichtslos · rücksichtsvoll · berücksichtigen · Rücksprache · Rückstand · rückständig · Rückzug · Rückhalt · rücklings · Rucksack · Rückseite · rückwärts · rückwärtig
Rücken m. ‘Rückseite des menschlichen Oberkörpers, Oberseite des tierischen Rumpfes’, ahd. (h)ruggi (8. Jh.), mhd. rügge, rugge, rück(e), ruck(e), asächs. hruggi- (in hruggibēn ‘Rückenknochen’), mnd. rugge, mnl. rugghe, rigghe, regghe, nl. rug, aengl. hrycg (auch ‘Anhöhe’), engl. ridge (auch ‘Gebirgskamm, Erhöhung, First’), anord. hryggr, schwed. rygg (germ. *hrugja-) führen mit außergerm. Verwandten wie aind. krúñcati ‘krümmt sich, bewegt sich in Krümmungen’, lat. crux (Genitiv crucis) ‘Balken (mit Querholz), Marterpfahl’ (s. ↗Kreuz), ir. crūach ‘Haufen, Schober, Hügel’, korn. cruc ‘Hügel’, lit. kriáuklas ‘(Ge)rippe, Skelett’, kriaũklė ‘Schneckenhäuschen’ auf ie. *(s)kreuk-, eine Erweiterung von ie. *(s)kreu-, seinerseits Erweiterung der verbreiteten und vielfach weitergebildeten Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’ (s. ↗Reis n.). Mhd. frühnhd. rück(e) nimmt im 16. Jh. die Endung -en aus den obliquen Kasus des zur schwachen Flexion übergetretenen ehemaligen ja-Stammes an. zurück Adv. ‘rückwärts, (nach) hinten, hinter, wieder zum Ausgangspunkt’, ahd. zi rugge (9. Jh.), mhd. ze rucke, zerucke, zerücke ‘hinter sich, rückwärts’, eigentlich ‘nach dem Rücken, auf dem, im Rücken, dem Rücken zu’, mnd. to rugge, mnl. terugghe, nl. terug. zurück bildet Zusammensetzungen mit Verben (vgl. zurückblicken, -gehen, -liegen, -rufen) und in der Regel deren Ableitungen auf -ung (vgl. Zurückbildung, -haltung), während Verbalnomina mit eigener Stammbildung die Kurzform Rück- bevorzugen. Rückblick m. ‘Blick auf Vergangenes’ (Ende 18. Jh.). Rückfall m. ‘Teil der Mitgift, der nach kinderlosem Absterben an die Verwandten zurückgeht, das Zufallen eines Lehens an den Lehnsherrn beim Tode des Lehnsträgers’ (Ende 17. Jh.); dann (wohl als Übersetzung von lat. bzw. medizin.-lat. recidīva) ‘Rückkehr in einen scheinbar überwundenen Krankheitszustand’, übertragen ‘Rückkehr in einen früheren (schlechteren) Zustand’ (18. Jh.); rückfällig Adj. (17. Jh.). Rückgang m. ‘Verringerung, Abnahme’; rückgängig Adj. ‘zum Ausgangspunkt zurückführend, sinkend’ (beide 17. Jh.). Rückkehr f. ‘das Zurückkehren, Heimkehr, Fahrt zum Ausgangspunkt zurück’ (Anfang 18. Jh.). Rücksicht f. ‘Achtsamkeit gegenüber Interessen, Gefühlen anderer, wohldurchdachte Erwägungen, Gründe’ (18. Jh.), Übersetzung von gleichbed. lat. respectus (s. ↗Respekt); rücksichtslos Adj. ‘ohne Rücksicht handelnd, unbedenklich, schonungslos, selbstsüchtig’ (Anfang 19. Jh.), rücksichtsvoll Adj. ‘voll Rücksicht handelnd, Rücksicht nehmend’ (19. Jh.); berücksichtigen Vb. ‘Rücksicht nehmen, in Betracht ziehen, beachten’ (Anfang 19. Jh.). Rücksprache f. ‘Besprechung noch ungeklärter Fragen’ (18. Jh.), eigentlich ‘Bericht des Verhandlungsbevollmächtigten an den Auftraggeber’, wohl aus der nd. Kanzleisprache, mnd. ruggesprāke. Rückstand m. ‘Zurückbleibendes, Rest, noch ausstehende Forderung’ (17. Jh.); rückständig Adj. ‘restlich, übrigbleibend, noch ausstehend (von Zahlungen), überholten Ansichten anhängend, au fniederer Entwicklungsstufe verharrend’ (Ende 17. Jh.). Rückzug m. ‘Zurückweichen vor dem Angriff eines Gegners und Aufgabe des bis dahin besetzten Gebietes’ (17. Jh.). Mit Rücken bzw. älterem Rück(e) sind zusammengesetzt Rückhalt m. ‘Stütze, Hilfe, Rückendeckung, Vorbehalt’ (16. Jh.). rücklings Adv. ‘rückwärts, nach hinten, mit dem Rücken nach vorn oder nach unten’, ahd. ruggilingūn ‘rückwärts, hinten’ (um 900), mhd. rückelingen, frühnhd. rücklings (16. Jh., Luther), s. ↗-lings. Rucksack m. ‘mit Traggurten versehener, auf dem Rücken zu tragender sackartiger Behälter’ (2. Hälfte 19. Jh.), aus den obd. Alpenmundarten in umlautloser Form, vgl. schweiz. ruggsack (Mitte 16. Jh.). Rückseite f. ‘rückwärtige, hintere Seite, Kehrseite’ (18. Jh.). rückwärts Adv. ‘nach hinten, zurück, der ursprünglichen Bewegung entgegengesetzt, mit dem Rücken zuerst, hinten’ (17. Jh.), eigentlich ‘nach der Richtung, wo sich der Rücken befindet’ (s. ↗-wärts). Vgl. spätmhd. zurucke wart (14. Jh.). Auch, zumal bair. und öst., für ‘hinten’ (nach rückwärts ‘nach hinten’), wozu die Weiterbildung rückwärtig Adj. ‘dahinter, hinten, an der Rückseite befindlich oder geschehend’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Regression · ↗Rückbildung · ↗Rückführung · Rückgang · ↗Rückschritt
Synonymgruppe
Abfall · ↗Abnahme · ↗Dämpfung · ↗Einbuße · Nachlassen · ↗Regression · Rückgang · ↗Schwund · ↗Verringerung  ●  ↗Degression  fachspr. · ↗Dekreszenz  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Rückbildung · ↗Rückentwicklung · Rückgang

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitslosenzahl Arbeitslosigkeit Auftragseingang Besucherzahl Bruttoinlandsprodukt Industrieproduktion Inflationsrate Nachfrage Prozent Umsatz Wirtschaftsleistung ausgleichen begründen betragen deutlich dramatisch drastisch entsprechen erwarten erwartet hinnehmen leicht prognostizieren rechnen spürbar stark verbuchen verzeichnen zurückführen Ölpreis

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rückgang‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zudem hatte das Unternehmen einen drastischen Rückgang der Aufträge verzeichnet.
Die Zeit, 22.06.2009, Nr. 25
Im Vergleich zu 1970 ist das ein Rückgang auf ein Viertel.
Bild, 16.12.2005
Seit 1976 verlangsamte sich der jährliche Rückgang der Betriebe erheblich.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - H. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 28947
Ein Rückgang in der Zahl der Werke tritt nur allmählich ein.
Söhngen, Oskar u. a.: Kirchenmusik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1979], S. 45458
Die Überlieferung ihrer Verfassung stammt aus der Zeit ihres Rückganges, ihrer Auflösung.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 294
Zitationshilfe
„Rückgang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rückgang>, abgerufen am 22.02.2019.

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