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Rückgrat, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Rückgrat(e)s · Nominativ Plural: Rückgrate
Aussprache 
Worttrennung Rück-grat
Häufige Falschschreibungen Rückgrad, Rückrat
Wortbildung  mit ›Rückgrat‹ als Erstglied: Rückgratsverkrümmung · Rückgratverbildung · Rückgratverkrümmung · Rückgratverletzung · rückgratlos
eWDG

Bedeutung

Wirbelsäule
Beispiele:
ein gerades, festes, schwaches, verkrümmtes Rückgrat
du wirst dir noch das Rückgrat brechen!
er hat sich schwer am Rückgrat verletzt
übertragen Stütze, Halt
Beispiele:
das Rückgrat unserer Wirtschaft ist die Schwerindustrie
die Eisenbahn bildet das Rückgrat des Verkehrs
innere Kraft, Stärke; Mut, zu seiner Überzeugung zu stehen
Beispiele:
Rückgrat haben
er hat kein (moralisches) Rückgrat, es fehlt ihm an Rückgrat
sie hätten mehr Rückgrat zeigen können
er ist ein Mensch ohne Rückgrat
jmdm. das Rückgrat stärken, steifenjmdn. für eine Auseinandersetzung innerlich stark machen
Beispiele:
jmdm. das Rückgrat brechen (= jmdm. die Widerstandskraft nehmen, jmdn. wirtschaftlich, moralisch zugrunde richten)
Vor allem galt es zunächst … ihnen [den Massen] das Rückgrat zu steifen [ BebelAus meinem Leben626]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Grat · Rückgrat
Grat m. ‘schmaler Bergrücken, Höhenbereich im Bergland’, mhd. mnd. grāt ‘Rückgrat, Bergrücken, Spitze, Stachel, Fischgräte’ (wozu auch nhd. Gräte, s. d.), mnl. graet, nl. graat ‘Gräte’ sind vielleicht wie schwundstufiges russ. (älter) grot (грот) ‘Wurfspieß’, poln. grot, tschech. hrot ‘Spitze’ mit Dentalsuffix im Sinne von ‘Spitzes, Hervorstechendes’ zur Wurzel ie. *gher(ə)- ‘hervorstechen’ (von Pflanzentrieben, Stacheln, Borsten, Erderhebungen, Kanten) gebildet, wobei die germ. Formen hochstufiges und langvokalisches ie. *ghrē-, die slaw. hingegen reduziertes *ghrə- voraussetzen. Zur gleichen Wurzel gehören Granne, Gras, grün (s. d.). – Rückgrat n. ‘Wirbelsäule’, zuerst rucke grat (15. Jh.), Übersetzung (bis ins 18. Jh. nur maskulin) von lat. spīna dorsī, hier wohl eigentlich ‘Erhebung(en) des Rückens’; zu lat. spīna ‘Dorn, Spitze, Stachel, Rückgrat’, bildlich ‘Rücken’; vgl. medizin.-lat. spīna ‘Knochendorn’ (an den Wirbeln).

Thesaurus

Synonymgruppe
Rückgrat · Wirbelsäule
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Rückgrat‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rückgrat‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rückgrat‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihm war das Rückgrat gebrochen, und die Wölfe würden es nicht schwer haben, ihm alles wieder zu entreißen. [Koeppen, Wolfgang: Das Treibhaus. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1953], S. 225]
Morgens schmerzt mich dann das Rückgrat so, daß ich glaube, gar nicht aufstehen zu können. [Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 34]
Die Inflation hat ihm das Rückgrat gebrochen, von den Beamten wird es tyrannisiert. [Die Zeit, 13.09.1996, Nr. 38]
Ihr gebt dem Volk den Halt, ihr seid sein Rückgrat. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1939]]
Und da wird man abermals der Kunst, wenn man sie jetzt auch noch immer in die Ecke stellt, ein neues Rückgrat verschaffen. [Scheerbart, Paul: Lesabéndio. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 6716]
Zitationshilfe
„Rückgrat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/R%C3%BCckgrat>.

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