Rüde, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rüden · Nominativ Plural: Rüden
Aussprache
WorttrennungRü-de (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
männliches Tier bei Hunden, Füchsen, Wölfen
Beispiele:
ein starker, bissiger Rüde
das Gebell der Rüden
vor dem Fuchsbau balgten sich die jungen Rüden
2.
Jägersprache Hetzhund, besonders auf Sauen
Beispiel:
die Jäger hetzten die Wildschweine mit Rüden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rüde m. männliches Tier von Hunden, Wölfen, Füchsen, Mardern, ahd. rudo (8. Jh.), mhd. rü(e)de, rude ‘großer Hund, Hetzhund’, mnd. rōde, rodde, mnl. reude, ruede, rōde, nl. reu, aengl. ryþþa, roþhund. Auszugehen ist von einem jan-Stamm, dessen etymologische Zuordnung nicht geklärt ist. Anknüpfung an lat. rutilus ‘rötlich’ (und damit an die Wortgruppe von ↗rot, s. d.) ist möglich; danach wäre Rüde ursprünglich ein nach der rötlichbraunen Farbe seines Fells benannter Hund. Setzt man jedoch eine Bedeutung ‘reißendes Tier, Raubtier’ voraus, könnte Rüde zu einer Dentalableitung der unter ↗roden (s. d.) genannten Wurzel als ‘einer, der auf-, ausreißt, wühlt’ gestellt werden. Rüde bezeichnet ursprünglich (bis ins 19. Jh. und noch mundartlich) den großen Hund, besonders zum Jagen, Hüten, Bewachen, also ‘Jagd-, Hetz-, Schäfer, Kettenhund’; die Bedeutung ‘männlicher Hund, Wolf, Fuchs’ entwickelt sich in der Jägersprache.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Rüde [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fähe Hündin Revier anfallen angeleint beißen einschläfern fünfjährig vierjährig zweijährig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rüde‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als die Beamten etwa zehn Minuten später eintrafen, attackierte sie der Rüde schon am Tor.
Die Zeit, 12.09.2010 (online)
Dann müssen wir sie wegsperren, sonst gibt es Ärger mit den Rüden.
Süddeutsche Zeitung, 07.03.2000
Die Nachbarn bekamen den kräftigsten Rüden aus dem vorletzten Wurf.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 264
Sogar die Rüden ließen sich die spielerische Zutraulichkeit der Kleinen gern gefallen.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 155
Dieser Rüder war einst Demokrat gewesen und hatte mit Robert Blum zusammen die »Sächsischen Vaterlandsblätter« 1848 redigiert.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 5009
Zitationshilfe
„Rüde“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rüde>, abgerufen am 21.10.2019.

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