Rüge, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rüge · Nominativ Plural: Rügen
Aussprache 
Worttrennung Rü-ge (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Rüge‹ als Erstglied: Rügefrist  ·  mit ›Rüge‹ als Letztglied: Mängelrüge
eWDG

Bedeutung

Tadel, Verweis, besonders durch einen Vorgesetzten
Beispiele:
eine ernste, scharfe, empfindliche, schwere Rüge
jmdm. eine Rüge erteilen, aussprechen
eine Rüge bekommen
der Schüler erhielt vom Direktor eine Rüge wegen wiederholten unentschuldigten Fehlens
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rüge · rügen
Rüge f. ‘Tadel, Verweis’, mhd. rüege, (md.) rūge ‘gerichtliche Anklage, Anzeige, Strafe, Tadel’, spätmhd. auch ‘Gerichtsbarkeit, -bezirk’, asächs. wrōht ‘Streit, Aufruhr’, mnd. wrōge, wrōch ‘gerichtliche Anzeige, Tadel, Mahnung, Geldbuße, Bestrafung’, mnl. wroege, wroge, wruge ‘Anklage, Gerichtsbarkeit’, aengl. wrōht ‘Anklage, Streit, Tadel, Verleumdung’, anord. rōg ‘Streit, Zank, Verleumdung’, got. wrōhs ‘Klage, Anklage’ und das Verb rügen ‘tadeln, zurechtweisen’, ahd. ruogen (8. Jh.), mhd. rüegen, ruogen, (md.) rūgen ‘anklagen, beschuldigen, tadeln, gerichtlich anzeigen, mitteilen, melden’, asächs. wrōgian ‘anklagen, beschuldigen’, mnd. wrōgen, wrūgen ‘anklagen, beschuldigen, (be)strafen’, mnl. wroeghen, wroughen, nl. wroegen ‘anklagen, beschuldigen’, afries. wrō(g)ia, wreia, aengl. wrēgan ‘anklagen’, engl. (älter) to bewray ‘verraten, enthüllen’, anord. rœgja ‘anklagen, verleumden’, schwed. röja ‘ausplaudern, enthüllen, offenbaren, verraten’, got. wrōhjan ‘anklagen, beschuldigen’ führen (mit grammatischem Wechsel) auf germ. *wrōg-, *wrōh-. Außergerm. Beziehungen sind nicht gesichert. Die Verbindung mit der baltoslaw. Gruppe lit. rékti ‘schreien, schelten, schimpfen, weinen’, aslaw. rešti ‘sagen’, rěčь ‘Wort, Rede, Anklage’, rokъ ‘Termin, Frist, Gesetz’, russ. reč’ (речь) ‘Rede, Wort’, (älter) rok (рок) ‘Schicksal, Verhängnis’ und damit mit der Wurzel ie. *u̯er- ‘feierlich sagen, sprechen’ (s. schwören, Wort) ist auf semantische Bedenken gestoßen. Nach Trier Lehm 76 erfolgt die Anklage in einem Kreis versammelter Männer, in dem er eine besondere Form des Zauns sieht, so daß ihm Anschluß an eine Zaun- und Hegewurzel ie. *u̯er- ‘einzäunen, Zaun’ als möglich erscheint. Rüge ist ursprünglich ein Wort der Rechtssprache und bezeichnet die ‘Anzeige’ eines Vergehens vor Gericht, sodann die durch das Gericht ausgesprochene ‘Strafe’, woraus sich ‘Tadel’ entwickelt hat.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abkanzelung · Ermahnung · Lektion · Maßregelung · Moralpredigt · Rüffel · Schelte · Tadel · Verweis · Zurechtweisung  ●  Abmahnung  juristisch · Ordnungsruf  politisch · Rüge  Hauptform · (ein) Donnerwetter  ugs. · Abreibung  ugs. · Adhortation  fachspr., veraltet · Anpfiff  ugs. · Anschiss  ugs., salopp · Denkzettel  ugs. · Einlauf  ugs., salopp, fig. · Opprobration  geh., veraltet, lat. · Schimpfe  ugs. · Standpauke  ugs. · Strafpredigt  ugs. · Zigarre  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Rüge‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rüge‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rüge‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie können mit dieser jährlichen Rüge vielmehr anschaulich machen, wie mit Sprache die Wirklichkeit verzerrt wird. [Die Zeit, 21.01.2008, Nr. 03]
Aus ihr kann man auch das Recht zur Rüge entnehmen. [Die Zeit, 17.09.1982, Nr. 38]
Als es so weit war, erhielt Minister Apel prompt eine Rüge. [Die Zeit, 10.12.1976, Nr. 51]
Denn zu viele gute Noten sollen ja nicht vergeben werden, sonst erhalten Schulen schon mal eine Rüge ", behaupten sie. [Süddeutsche Zeitung, 25.02.2003]
Und von der Rüge des Mathe‑Lehrers fiel dann auch nur ein Viertel auf sie. [Nöstlinger, Christine: Gretchen Sackmeier, Hamburg: Oetinger 1988 [1981], S. 0]
Zitationshilfe
„Rüge“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/R%C3%BCge>.

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