Rüpel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rüpels · Nominativ Plural: Rüpel
Aussprache
WorttrennungRü-pel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Rüpel‹ als Erstglied: ↗rüpelhaft
eWDG, 1974

Bedeutung

abwertend ungeschliffener, grober Kerl, flegelhafter (junger) Mensch
Beispiele:
ein unangenehmer Rüpel
benimm dich endlich, du Rüpel!
Grimassen schneidende, völlig überdrehte Rüpel [GrassBlechtrommel62]
daß ... die Jungen – wenigstens in den unteren Klassen – schreckliche Rüpel waren [BrugschArzt69]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rüpel m. ‘ungeschliffener, grober Kerl, flegelhafter (junger) Mensch, Grobian, Landstreicher, Strolch’, frühnhd. Rüppel (16. Jh.) entwickelt sich wohl aus Kurzformen des Namens Ruprecht, ahd. Ruodberaht, zu ahd. *(h)ruod ‘Ruhm’ (s. ↗Ruhm) und ahd. beraht ‘hell, glänzend’ (s. ↗Birke). Kaum aus rotw. Rǔbel bzw. mlat. ribaldus ‘Schurke, Schuft’, wie Wolf in: Muttersprache (1955) 475 ff. vermutet. In der Literatursprache setzt sich Rüpel ‘lustige Person im Schauspiel’ mit dem Bekanntwerden von Shakespeares Lustspielen durch, vgl. Rüpelszene.

Thesaurus

Synonymgruppe
Pestzecke · Rüpel · ↗Unsympath · ↗Widerling · widerliche Type · übler Bursche · übler Patron  ●  widerwärtige Person  Hauptform · ↗(das) Ekel  ugs. · ↗Drecksack  derb · ↗Dreckskerl  ugs. · ↗Ekelpaket  ugs. · ↗Fiesling  ugs. · ↗Knilch  ugs. · ↗Knülch  ugs. · ↗Kotzbrocken  ugs. · ↗Sackgesicht  derb · ↗Schweinebacke  derb · ↗Schweinepriester  derb · fiese Möpp  ugs., kölsch · fieser Typ  ugs. · schlimmer Finger  ugs., fig., veraltend
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen
Synonymgruppe
Flegel · ↗Lümmel · ↗Raubein · ↗Rowdy · Rüpel · ↗Wüstling · ungehobelter Bursche  ●  ↗Rabauke  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Flegel Geburtstag Held Liga Ruf auffallen benehmen beschimpfen echt entpuppen jugendlich rülpsend schlimm

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rüpel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er dürfe nicht als patriarchaler Rüpel rüberkommen, davor hat man den Kanzler vorher gewarnt.
Die Zeit, 01.09.2005, Nr. 36
Der spielt zwar den Rüpel, aber er ist es nicht.
Süddeutsche Zeitung, 27.07.2002
Denn regelmäßig beschäftigt sich dieser Rüpel, wenn auch etwas versteckt, mit seinen Fingernägeln.
Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 25650
Die Verliebten, die Bekloppten, sie müssen verspottet werden, sagen sich die Rüpel am Himmel.
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 404
Misten und Graben, Jauchen und Unkrautjäten bleibt für die Jungen, die Bengels, die Rüpel.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 41
Zitationshilfe
„Rüpel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rüpel>, abgerufen am 16.02.2019.

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