Rüssel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rüssels · Nominativ Plural: Rüssel
Aussprache
WorttrennungRüs-sel
Wortbildung mit ›Rüssel‹ als Erstglied: ↗Rüsselkäfer · ↗rüsselartig · ↗rüsselförmig · ↗rüsselig · ↗rüsslig
 ·  mit ›Rüssel‹ als Letztglied: ↗Saugrüssel
eWDG, 1974

Bedeutung

röhrenförmige Verlängerung am Kopf mancher Tiere
Beispiele:
hier haben die Wildschweine mit ihren Rüsseln alles aufgewühlt
der bewegliche Rüssel des Elefanten
Lebensmittel, auf denen sie [Fliegen] mit ihrem stempelförmigen Rüssel emsig herumtupfen [Gesundheit1964]
salopp, derb, übertragen (besonders große) Nase des Menschen
Beispiel:
er schnäuzte seinen Rüssel in ein kariertes Taschentuch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rüssel m. spitze oder röhrenförmige Verlängerung am Kopf mancher Tiere, mhd. rüeʒel, rüʒʒel (im Nhd. mit Vereinfachung und Kürzung des alten Diphthongs) ist als Bildung mit dem Suffix germ. -ila- verwandt mit dem ehemals reduplizierenden Verb ahd. (w)ruoʒen ‘pflügen, beackern, aufwühlen’ (9. Jh.), mnd. wrōten ‘mit der Schnauze, dem Rüssel die Erde aufwühlen’, mnl. nl. wroeten, aengl. wrōtan, engl. to root sowie mit schwach flektierendem anord. rōta ‘graben, wühlen, wälzen, beunruhigen’, schwed. rota und mit mnd. wrōte ‘Maulwurf’, nd. Wrōte ‘Schnauze’, aengl. wrōt ‘Schnauze, Rüssel’. Sichere außergerm. Vergleichsmöglichkeiten finden sich nicht. Vielleicht anschließbar an eine Dentalerweiterung ie. *u̯erd-, *u̯rōd- der unter ↗reißen (s. d.) genannten Wurzel ie. *u̯er- ‘aufreißen, ritzen’? Rüssel bezeichnet als ‘Wühlgerät’ die Schnauze des Schweins und wird von da auf die spitzzulaufende Schnauze oder Nase anderer Tiere übertragen, seit mhd. Zeit auf die der Elefanten, seit dem frühen 18. Jh. auch auf die saugende oder stechendsaugende Mundröhre einzelner Insekten.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bein Dreck Elefant Insekt Maul Pinsel Schnorchel Schwanz Schwein Stoßzahn aufsaugen ausfahren ausstrecken berühren beweglich bohren erhoben heben recken saugen schlenkern schlingen schnüffeln schwenken schwingen strecken streicheln tasten umschlingen wühlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rüssel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann legt sie zärtlich den Rüssel ins Maul der Älteren.
Der Tagesspiegel, 21.03.2004
Gierig bohren sie immer wieder ihren Rüssel durch das Gewebe.
Die Zeit, 05.08.1994, Nr. 32
Einem Rüssel ähnlich sind die Tropfen lang ausgezogen und über eine weite Fläche der nach unten zu spitz verlaufenden Becher verteilt.
Schade, Günter: Deutsches Glas, Leipzig: Koehler & Amelang 1968, S. 10
Ein anderes wichtiges Organ des Elefanten ist die zum Rüssel umgebildete Nase.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 114
Der war sofort ruhiger und betastete die großen Elefanten mit seinem kleinen Rüssel.
Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 162
Zitationshilfe
„Rüssel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rüssel>, abgerufen am 13.12.2019.

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