Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rüstzeug, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Rüst-zeug
Wortzerlegung rüsten Zeug
eWDG

Bedeutung

Kenntnisse, Fertigkeiten, die jmd. zu einer bestimmten Aufgabe benötigt
Beispiele:
das geistige, theoretische, wissenschaftliche Rüstzeug
auf der Universität Jena erwarb er sich [Dativ] das Rüstzeug für seinen Beruf
ihm fehlt noch das nötige Rüstzeug für diese Funktion
scherzhaft Handwerkszeug
Beispiel:
in dem Koffer ist wohl dein ganzes Rüstzeug?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rüsten · Gerüst · abrüsten · Abrüstung · aufrüsten · Aufrüstung · rüstig · Rüstung · Rüstzeug · entrüsten · entrüstet · Entrüstung
rüsten Vb. ‘vorbereiten, fertigmachen, herrichten, sich mit Waffen versehen, Waffen produzieren’, ahd. (h)rusten (8. Jh.), mhd. rüsten, rusten ‘bereit-, zurechtmachen, schmücken’, mnd. mnl. nl. rusten ‘(zu)rüsten’, aengl. (mit Metathese) hyrstan ‘ausrüsten, schmücken’ (westgerm. *hrustjan) ist abgeleitet von dem in ahd. (h)rust ‘Rüstung’ (8. Jh.), aengl. hyrst ‘Schmuck, Schatz, Ausrüstung, Behänge, Waffen’ bezeugten Substantiv, verwandt mit dem starken Verb aengl. hrēodan ‘schmücken, zieren’, anord. hrjōða ‘bedecken, bekleiden, schmücken, verzieren’ (germ. *hreudan ‘bedecken, schmücken’). Diese Formen können als Dentalerweiterungen an die Wurzel ie. *krā(u)-, *krəu-, *krū̌- ‘aufeinander, auf einen Haufen legen, zudecken, verbergen’ angeschlossen werden, die unerweitert vorliegt in air. crāu, crō ‘Stall, Hütte, Verschlag’, lit. kráuti ‘aufeinanderlegen, aufstapeln, aufhäufen, packen, laden’, krūvà ‘Haufen, Menge’, aslaw. kryti ‘(be)decken, verbergen, hüllen’, krovъ ‘Dach, Deckung, verborgener Ort, Hütte’, russ. kryt’ (крыть) ‘bedecken’, krov (кров) ‘Dach, Obdach’, als p-Erweiterung in griech. krýptein (κρύπτειν) ‘verbergen, verhüllen, verstecken’. Das germ. Verb bedeutet zunächst ‘schmücken, ausstatten, herrichten, zurechtmachen’; danach folgt ahd. gi(h)rusten ‘mit Waffen versehen’, mhd. rüsten, rusten ‘den Kampf vorbereiten’, frühnhd. (reflexiv) ‘sich zum Streit, zum Krieg fertigmachen’, schließlich ‘kriegerische Vorbereitungen treffen, Waffen produzieren’. Gerüst n. ‘Gefüge aus Brettern und Planken, Stützgestell’ (17. Jh.) ist eine nur im Dt. belegte Bildung zum oben genannten Verb. Der im Nhd. eingeengten Bedeutung steht in älterer Sprache (der Verwendung des Verbs folgend) reicher Gebrauch gegenüber, vgl. ahd. gi(h)rusti (8. Jh.), mhd. mnd. gerüste ‘Schanzwerk, Vorrichtung, Zurüstung, Aufbau, Stütze, Werkzeug’. abrüsten Vb. ‘die militärische Rüstung vermindern’ (Anfang 19. Jh., für älteres desarmieren, frz. désarmer). Älter ‘ein Gerüst wegnehmen’ (18. Jh.), ‘ein Schiff außer Dienst stellen, seine Ausrüstung abbauen’ (19. Jh.), zuerst ‘instand setzen, fertigmachen’ (Anfang 16. Jh.); Abrüstung f. (Anfang 19. Jh.). aufrüsten Vb. ‘die militärische Rüstung vermehren’ (19. Jh., Gegenwort zu abrüsten), älter ‘ein Gerüst aufstellen, errichten’ (18. Jh.); vgl. mhd. ūfrüsten ‘ausrüsten, veranstalten’, (reflexiv) ‘sich bereitmachen, schmücken’; Aufrüstung f. (19. Jh.); vgl. mhd. ūfrüstunge ‘Ausrüstung’. rüstig Adj. ‘(trotz Alter) noch fähig, Aufgaben zu erfüllen, kräftig, leistungsfähig, rege’, mhd. rüstec, rüstic, frühnhd. rüstig ‘gerüstet, geschmückt, schön gekleidet’, meist aber ‘frisch, kräftig, körperlich tüchtig (für Kampf, Anstrengung, Arbeit), kampf-, kriegsbereit’, mnd. rustich ‘gerüstet, (kampf)bereit’. Ahd. rustīg ‘ländlich’ (8. Jh.), rustih ‘volkstümlich, weltlich’ (10. Jh.) sind dagegen Entlehnungen aus gleichbed. lat. rūsticus ‘zum Lande gehörig, ländlich, einfach, unbeholfen, plump’, (s. rustikal). Rüstung f. ‘das Rüsten, militärische Bewaffnung eines Landes, Kriegsgerät’, älter ‘Gerät, Werkzeug, Baugerüst, Schutz- und Trutzwaffen des einzelnen, Bewaffnung’ (16. Jh.), damit auch Bezeichnung für die ritterliche Schutzkleidung (mhd. panzer und dgl.); vgl. (ohne unmittelbare Fortsetzung) ahd. (h)rustunga ‘Einrichtung’ (um 1000). Rüstzeug n. ‘für eine bestimmte Aufgabe erforderliche Kenntnisse und Fertigkeiten’, seltener ‘Ausrüstungsgegenstände und Werkzeuge für einen bestimmten Zweck’ (16. Jh.). entrüsten Vb. ‘sehr unwillig, zornig machen, empören’, reflexiv ‘sich empören, unwillig werden’, mhd. entrüsten ‘die Rüstung ausziehen’, übertragen ‘aus einem geordneten Zustand, aus der Fassung bringen, kommen’, daraus frühnhd. ‘aufbringen, in Zorn versetzen, erzürnen’; entrüstet Part.adj. ‘erzürnt, empört’ (14. Jh.). Entrüstung f. (Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Apparatur · Ausrüstung · Ausstattung · Equipment · Gerätschaft · Rüstzeug · Utensilien · Zurüstung  ●  Gadget  engl.
Synonymgruppe
Fähigkeit · Horizont · Kenntnis · Kenntnisstand · Know-how · Kompetenz · Können · Rüstzeug · Sachkenntnis · Sachkunde · Sachverstand · Wissen · Wissensstand  ●  Ahnung  ugs. · Expertise  geh. · Kenne  ugs. · Techne  geh., griechisch
Oberbegriffe
  • psychologische Eigenschaft
Assoziationen
Militär
Synonymgruppe
Armierung · Ausrüstung · Bewaffnung · Bewehrung · Rüstzeug

Typische Verbindungen zu ›Rüstzeug‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rüstzeug‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rüstzeug‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Letztlich sei er aber wohl arrogant genug gewesen, zu glauben, er habe das nötige Rüstzeug. [Die Zeit, 11.09.2013, Nr. 37]
Wie sollte er sich ohne alles Rüstzeug an die Arbeit machen? [Die Zeit, 27.08.2007, Nr. 27]
Wir haben Dir das geistige Rüstzeug gegeben für den Platz, wo Du auch immer stehen magst. [Die Zeit, 24.09.1976, Nr. 40]
Paradoxerweise fehlte es aber bislang an begrifflichem Rüstzeug zur Bewältigung des sexuellen Moments auf der offenen Szene des Theaters. [Die Zeit, 15.12.1967, Nr. 50]
Ihre überzeugende Ausarbeitung scheiterte bisher nur an dem unzulänglichen theoretischen Rüstzeug. [Kursbuch, 1966, Bd. 5]
Zitationshilfe
„Rüstzeug“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/R%C3%BCstzeug>.

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