Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rabenaas, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Ra-ben-aas
Wortzerlegung Rabe Aas
eWDG

Bedeutung

salopp, Schimpfwort
Beispiele:
so ein Rabenaas!
warte, du verdammtes Rabenaas du! [ ZuchardtSpießrutenlauf300]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rabe · Rabenaas · Rabenmutter · Rabenvater · rabenschwarz
Rabe m. Der Name des großen, kräftigen Vogels mit schwarzem Gefieder und starkem Schnabel ist wie viele andere Vogelnamen lautnachahmenden Ursprungs. Ahd. (h)raban (9. Jh.), asächs. -hraƀan, mhd. raben, mnd. mnl. rāven, nl. raaf, aengl. hræfn, engl. raven, anord. hrafn, dän. ravn führen auf germ. *hraƀna-. Durch Assimilation von ƀn zu mn zu m(m) entstehen die Nebenformen aengl. hræmn, norw. (mundartlich) ramn, ahd. (h)ram (8. Jh.), aengl. hrǣm, vgl. auch asächs. nahthram. Auf einer Variante germ. *hraƀan- beruhen dagegen ahd. (h)rabo (um 1100), mhd. rabe, mnd. rāve. Konsonantendoppelung zeigt ahd. (h)rappo ‘Rabe’ (Hs. 12. Jh.), s. Rappe, Rappen. Mit dem Vogelnamen vergleichen sich außergerm. aind. kṛ́patē ‘jammert, fleht, ersehnt’, lat. crepāre ‘kurz abgebrochene Laute von sich geben, bersten, platzen, klappern, knarren’, russ. (älter) krop(o)tát’ (кроп(о)тать) ‘brummen, mürrisch sein’. Zugrunde liegt eine Labialerweiterung der Schallwurzel ie. *ker-, *kor-, *kr- (auch mit anlautendem s- wie in der unter schreien, s. d., behandelten Wurzelerweiterung) zur Bezeichnung heiserer, rauher Töne und der Tiere, die sie hervorbringen, so daß Rabe als ‘Krächzer’ zu verstehen ist. Zu dieser Wurzel gehören auch griech. kórax (κόραξ), lat. corvus ‘Rabe’, cornīx ‘Krähe’, schließlich auch die unter Harke, Rachen, schreien, Reiher (s. d.) behandelten Wörter. Die stark flektierte Form ahd. (h)raban, mhd. raben wird bereits in mhd. Zeit zugunsten der schwachen Form rabe aufgegeben. Rabenaas n. ‘schlechte, gemeine Person’, Schimpfwort seit dem 17. Jh. Rabenmutter f. Rabenvater m. in abschätzigem Sinne Bezeichnung für einen hartherzigen Elternteil (Mitte 16. Jh.), nach der früher verbreiteten irrigen Ansicht, daß der Rabe, wenn er seine Jungen nicht mehr füttern will, diese aus dem Nest stoße. rabenschwarz Adj. ‘tiefschwarz’, mhd. rabenswarz.

Thesaurus

Synonymgruppe
kleiner Teufel · missratene Tochter · missratener Sohn  ●  (das) schwarze Schaf der Familie  fig. · (freches) Luder  weibl. · Enfant terrible  geh., franz. · Rabenaas  ugs., fig. · Satansbraten  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„Rabenaas“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rabenaas>.

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