Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Rache, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Rache · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ra-che (computergeneriert)
eWDG

Bedeutung

(leidenschaftliche) persönliche Vergeltung eines erlittenen oder vermeintlich erlittenen Unrechts, einer erlittenen oder vermeintlich erlittenen Beleidigung, Demütigung, Niederlage
Beispiele:
eine grausame, grimmige, blutige, harte, kleinliche, niedrige Rache
die Rache des Feindes
an jmdm. für etw. Rache nehmen
gehobenan jmdm. für etw. Rache üben
Rache fordern, planen, suchen
(jmdm.) Rache schwören
auf Rache sinnen
umgangssprachlich, abwertender brütet Rache
etw. aus Rache tun
gehobennach Rache dürsten, lechzen
nach, um Rache schreien
umgangssprachlichdie Rache des kleinen Mannes
umgangssprachlich, scherzhaft drohende Äußerungen, die gemacht werden, wenn jmd. sich rächen will
Beispiele:
Rache ist süß
salopp Rache ist Blutwurst
Racheverlangen
Beispiele:
seine Rache (an jmdm.) befriedigen
gehobenseine Rache (an jmdm.) kühlen
gehobendie Rache stillen
gehobenlodernde Rache
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rächen · Rache · Rächer
rächen Vb. ‘jmdm., sich für ein Unrecht durch Vergeltung Genugtuung verschaffen, ein Unrecht vergelten’, ahd. (w)rehhan (9. Jh.; vgl. gi(w)rehhan, 8. Jh.), mhd. rechen (md. wrechen), asächs. anfrk. wrekan ‘vergelten, Genugtuung verschaffen, strafen’, mnd. mnl. wrēken, nl. wreken ‘rächen’, afries. wreka, wraka, aengl. wrecan ‘drängen, treiben, (ver)stoßen, strafen’, engl. (älter) to wreak ‘rächen’, anord. reka (älter vreka) ‘treiben, jagen, rächen’, got. wrikan ‘verfolgen’, gawrikan ‘rächen’ (germ. *wrekan) führt mit den unter Recke und Wrack (s. d.) behandelten Substantiven sowie mit lat. urgēre ‘(be)drängen, (fort)stoßen, treiben’, vielleicht auch mit aind. vrájati ‘schreitet (fort), geht, wandert’ auf ie. *u̯reg- ‘stoßen, drängen, treiben, feindselig verfolgen’; daneben könnte eine baltoslaw. Wortsippe lit. vérgas ‘leibeigener Knecht, Sklave’, var̃gas ‘Not, Elend, Mühsal’, var̃gti ‘Not oder Elend leiden, sich plagen’, aslaw. vragъ, russ. (älter) vórog (ворог) und (kslaw. Lehnwort) russ. vrag (враг) ‘Feind’ auf eine Ablautstufe ie. *u̯erg- weisen. rächen ist ursprünglich ein starkes Verbum; der Übergang zur schwachen Flexion vollzieht sich im 16. Jh., doch bleibt das Part. Prät. gerochen bis ins 18. Jh. gültig. – Rache f. ‘Vergeltung einer als Unrecht empfundenen Tat’, ahd. (w)rāhha (um 800), mhd. rāch(e), asächs. wrāka, aengl. wrǣc, aus germ. *wrēkō ‘Verfolgung’. Rächer m. ‘wer Rache nimmt’, ahd. (w)rehhāri (8. Jh.), rāhhāri (Hs. 12./13. Jh.), mhd. rechære.

Thesaurus

Synonymgruppe
Rache · Revanche · Vergeltung  ●  Quittung  ugs. · Retourkutsche  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Rache‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rache‹.

Verwendungsbeispiele für ›Rache‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie wird noch in dieser Stunde Rache an ihm nehmen. [Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 177]
Eine kleine Rache behielt er sich für spätere Jahre vor. [Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 601]
Das ist eine kleine private Rache, deswegen sage ich es so. [Der Spiegel, 20.03.1989]
Es ist bedauerlich, aber, seien wir ehrlich – Rache war doch erwartbar. [Die Zeit, 21.10.1999, Nr. 43]
Denn es ist das Wesen der Rache, über das Ziel hinauszuschießen. [Die Zeit, 08.07.1999, Nr. 28]
Zitationshilfe
„Rache“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rache>.

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