Rachen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rachens · Nominativ Plural: Rachen
Aussprache
WorttrennungRa-chen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Rachen‹ als Erstglied: ↗Rachenblütler · ↗Rachenbräune · ↗Rachenentzündung · ↗Rachenhöhle · ↗Rachenkatarrh · ↗Rachenlehre · ↗Rachenmandel · ↗Rachenputzer · ↗Rachenraum · ↗rachenförmig
 ·  mit ›Rachen‹ als Letztglied: ↗Höllenrachen · ↗Wolfsrachen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
mit Schleimhaut ausgekleidete Erweiterung des rückwärtigen Bereichs der Mundhöhle beim Menschen und bei Wirbeltieren
Beispiele:
der Rachen ist entzündet, gerötet
ein rauer Rachen
es kratzt im Rachen
einem Kranken den Rachen pinseln
er hat eine Entzündung des Rachens
2.
weit geöffnetes, großes Maul
Beispiele:
ein Bär mit offenem Rachen
der aufgerissene Rachen eines Raubtiers, Flusspferdes
[ein] Löwenkopf mit aufgesperrtem Rachen [MommsenReden255]
dichterisch, bildlich gähnender, verderbenbringender Abgrund
Beispiele:
der Rachen des Todes
der Hölle Rachen [SchillerJungfr. v. OrleansII 6]
übertragen
umgangssprachlich, salopp, abwertend jmdm. etw. in den Rachen werfen, stecken, schmeißenjmdm. etw. überlassen, um ihn zu befriedigen; jmdm. etw. nachwerfen
Beispiel:
den Hohenzollern und anderen Fürstenhäusern soll eine Milliarde in den Rachen geworfen werden [Thälm.Reden1,314]
umgangssprachlich, abwertend
Beispiele:
jmdm. (mit etw.) den Rachen stopfen (= jmdn. vollständig befriedigen)
jmd. kann den Rachen nicht, nie voll (genug) kriegen (= jmd. ist unersättlich, kann nicht genug bekommen)
jmdm. etw. aus dem Rachen reißen (= jmdm. etw. entreißen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rachen · Rachenblütler
Rachen m. ‘hinter der Mundhöhle gelegener, erweiterter Teil des Schlundes, weit geöffnetes, großes Maul’, ahd. (h)rahho (um 900), mhd. rache, mnd. mnl. rāke, nl. raak, aengl. hrace, hracu (germ. *hrakōn) sowie ahd. (h)rahhisōn ‘sich räuspern’ (9. Jh.), aengl. hræcan ‘auswerfen, speien, sich räuspern’, hrāca ‘das Räuspern, Speichel’, anord. hrāki ‘Speichel’ gehören wie die unter ↗Harke (s. d.) genannten Formen zu einer Gutturalerweiterung der unter ↗Rabe (s. d.) dargestellten lautnachahmenden Wurzel ie. *ker-, *kor-, *kr- für heisere, rauhe Töne. Das im Frühnhd. aufkommende auslautende -n stammt aus den obliquen Kasus. Rachenblütler Plur. Pflanzenfamilie, bei der die Blüten einem aufgesperrten Rachen ähneln (um 1900).

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Rachen  ●  ↗Pharynx  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bronchie Gaumen Katarrh Kehlkopf Kratzen Krokodil Lanze Luftröhre Mund Mundhöhle Nase Raubtier Reizung Schleimhaut Schlund Speiseröhre Ungeheuer Wolf Zunge aufgerissen aufgesperrt aufreißen aufsperren geöffnet gierig gähnend kitzeln schmeißen speien stopfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rachen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich habe instinktiv dem Hund meine rechte Hand in den Rachen gestoßen, dabei hat er mein Handgelenk gebrochen.
Der Tagesspiegel, 03.09.2003
Ich habe instinktiv dem Hund meine rechte Hand in den Rachen gestoßen, dabei hat er mein Handgelenk gebrochen.
Bild, 02.09.2003
Mitunter stößt sie dem Ungeheuer das Kreuz in den Rachen.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 23788
Mir selbst gedieh es freilich selten über den Rachen eines Wolfes hinaus.
Benjamin, Walter: Berliner Kindheit um Neunzehnhundert. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.), Gesammelte Schriften Bd. 4,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1932-1938], S. 263
Schon manch einer war verschwunden in den Rachen ähnlicher Prozesse und durch keine spätere Revision mehr zu retten gewesen.
Winckler, Josef: Der tolle Bomberg, Rudolstadt: Greifenverl. [1956] [1922], S. 298
Zitationshilfe
„Rachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rachen>, abgerufen am 18.10.2019.

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