Radau, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Radaus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungRa-dau (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Radau‹ als Erstglied: ↗Radaubruder · ↗Radaumacher
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp, abwertend
1.
von schreienden (tobenden) Menschen, meist von Kindern verursachter ungebührender Lärm
Beispiele:
die Kinder machen einen fürchterlichen Radau auf dem Hof
seid still, macht nicht solchen Radau!
bei diesem Radau kann kein Mensch schlafen
2.
laut geäußerter Unwille, lärmender (öffentlicher) Protest
Beispiele:
wenn ihm etwas nicht gefiel, machte er Radau
Chauvinisten ... wußten dieses Gastspiel zu hintertreiben. Man drohte mit Opposition und Radau [WintersteinLeben2,293]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Radau · Radaubruder
Radau m. ‘Lärm, Getöse, Krach’ (Mitte 19. Jh.), eine von Berlin aus in die Umgangssprache eindringende (in der Studentensprache durch Endbetonung an fremdsprachige Wörter angeglichene) lautnachahmende Bildung. Radaubruder m. ‘Krakeeler, Randalierer’ (um 1880).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gedröhn · ↗Gedröhne · ↗Getöse · ↗Krach  ●  ↗Lärm  Hauptform · Gerumse  ugs. · ↗Rabatz  ugs. · Radau  ugs. · ↗Trara  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Lust Lärm Ruhe losgehen veranstalten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Radau‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei war vor ein paar Stunden noch so ein Radau.
Der Tagesspiegel, 16.08.2003
Der Radau beginne dort bereits um 4 Uhr früh, beklagten sie sich.
Süddeutsche Zeitung, 25.04.1996
Hoffentlich bleibt sie die Nacht wieder anständig und macht kein Radau.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 21.04.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Wir lachten, kreischten und brüllten, daß sich ein Radau der Gäste gegen uns erhob und daß wir das Lokal verlassen mußten.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26322
Wir bekamen einen Höllenschrecken; es war zu spät: der Radau ging los.
Wagner, Siegfried: Erinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1923], S. 21641
Zitationshilfe
„Radau“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Radau>, abgerufen am 17.10.2019.

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