Radler, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Radlers · Nominativ Plural: Radler
Aussprache
WorttrennungRad-ler
Wortzerlegungradeln-er
Wortbildung mit ›Radler‹ als Erstglied: ↗Radlerhose  ·  mit ›Radler‹ als Letztglied: ↗Kampfradler
DWDS-Verweisartikel, 2018

Bedeutung

umgangssprachlich
Synonym zu Radfahrer (1)
Beispiele:
Die Radler, die ich eben noch überholt habe, ziehen auf dem Radweg an mir vorbei. [Die Zeit, 17.09.2017 (online)]
Radler, die tatsächlich mal anhalten müssen im Stadtverkehr, belassen gern die Füße auf den Pedalen und stützen sich deshalb ab. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.02.2005]
Das Elektrofahrrad […] unterstützt den Radler an Steigungen durch sanften Schub – solange der Akku genügend Saft hat. [Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, 2000 [1999]]
Da der Radweg praktisch nur noch aus Schlaglöchern besteht, benutzen die Radler auch die Fußwege, so daß die Fußgänger immer Gefahr laufen, angefahren zu werden. [Berliner Zeitung, 10.10.1951]
Jeder Radler muß eine Glocke am Rad führen, um Menschen zu warnen, die etwa vor ihm die Fahrbahn überschreiten wollen und andern Radfahrern anzuzeigen, daß sie überholen wollen. [Volkland, Alfred: Überall gern gesehen. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1941], S. 17441]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: begeisterte, passionierte Radler; entgegenkommende, vorbeifahrende Radler; rasende, rücksichtslose Radler
als Akkusativobjekt: einen Radler anfahren, rammen, übersehen
in Präpositionalgruppe/-objekt: eine Straße für Radler freigeben
in Koordination: Radler und Autofahrer, Motorradfahrer, Fußgänger, Jogger, Skater
als Aktivsubjekt: Radler strampeln, fahren, radeln, kommen entgegen, weichen aus
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Radler auf der Straße, der Fahrbahn, dem Fahrradweg, dem Gehweg
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rad · radeln · Radler · rädern · radfahren · Radfahrer
Rad n. ‘kreisrundes Teil, das sich um seinen Mittelpunkt dreht (bei einem Fahrzeug die Fortbewegung ermöglichend)’. Das nur im Kontinentalwestgerm. begegnende Substantiv ahd. rad (8. Jh.), mhd. rat (Genitiv rades), asächs. rað, mnd. mnl. rat, nl. rad, afries. reth, rad (germ. *raþa-) ist im Engl. und Nord. früh ausgestorben; doch finden sich hier die vielleicht verwandten Bildungen aengl. rodor, rador ‘Äther, Himmel’, anord. rǫðull ‘Strahlenkranz, Sonne’. Außergerm. sind verwandt air. roth, kymr. rhod ‘Rad’, lat. rota ‘Rad’, rotula, rotulus ‘Rädchen’ (s. ↗Rolle, ↗rollen), rotāre ‘(sich) kreisförmig herumdrehen’ (s. ↗rotieren), lit. rãtas ‘Rad, Kreis’ (Plur. rãtai ‘Wagen’), aind. ráthaḥ ‘Wagen, zweirädriger Streitwagen’, rathī́- ‘im Wagen fahrend, Wagenlenker’, awest. raθa- ‘Wagen’. Sie führen auf ie. *rot(h)- ‘Rad’ und damit auf die Wurzel ie. *ret(h)- ‘laufen, rollen’, vgl. air. rethim ‘laufe’. radeln Vb. ‘radfahren’ (2. Hälfte 19. Jh.) für älteres velozipedieren (s. ↗Fahrrad) als Neubildung zu (Fahr)rad; wohl in Anlehnung an bair. radeln ‘im Kreis drehen’ und an das in der Wiener Umgangssprache gebräuchliche herumradeln ‘vergebliche, ärgerliche Fahrten machen’. Radler m. ‘Radfahrer’ (um 1900, zuerst ironisch für Velozipedist). rädern Vb. im Mittelalter ‘jmdn. durch das Rad hinrichten, aufs Rad flechten’, mhd. rederen; vgl. die Wendung wie gerädert sein ‘todmüde, völlig erschöpft sein, sich zerschlagen fühlen’. radfahren Vb. Radfahrer m. (beide 2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Alster · ↗Alsterwasser · Bier-Limonade-Mix · Radler
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Fahrradfahrer · ↗Radfahrer  ●  Velofahrer  schweiz. · ↗Biker  ugs. · ↗Pedalritter  ugs. · Radler  ugs.
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autofahrer Biermischung Einbahnstraße Fußgänger Gehweg Inline-Skater Jogger Motorradfahrer Paddler Pedal Radlerin Radweg Rollstuhlfahrer Skater Spaziergänger Sternfahrt Unterführung Wanderer befahren betrunken entgegenkommend fahrend passioniert rasend rücksichtslos strampeln trainiert umfahren ungeübt verunglücken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Radler‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit kühlem Radler läßt es sich hier viel produktiver im Schatten arbeiten.
Die Welt, 06.07.1999
Nur 6 % der deutschen Radler tragen laut "Focus" Helm.
Bild, 22.08.2005
Die Radler aus den anderen Richtungen kamen erst später an.
Der Tagesspiegel, 04.06.2000
Die Radler sind für Grün tabu - die dürfen hier stets alles.
Süddeutsche Zeitung, 20.05.1995
Auf dem Platz vor dem Tor des Himmlischen Friedens ist er nicht und im nie abreißenden Strom der Radler wird er nicht sein.
konkret, 1988
Zitationshilfe
„Radler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Radler#1>, abgerufen am 10.12.2019.

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Radler, das oder der

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Radlers · Nominativ Plural: Radler
Grammatikbesonders österreichisch Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Radlers · Nominativ Plural: Radler
Aussprache
WorttrennungRad-ler
Wortzerlegungradeln-er
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutung

aus Bier und Limonade gemischtes Getränk
Beispiele:
Das Ganze riecht ausgewogen nach Bier und Limonade und schmeckt auch genauso, wie man sich ein ordentliches Radler vorstellt: süß, aber nicht zu süß, malzig, wobei gleichzeitig das Bittere vom Hopfen durchkommt. [Süddeutsche Zeitung, 18.07.2015]
An der Bar wird […] öfter Wasser oder Radler verlangt. [Neue Zürcher Zeitung, 12.12.2017]
Mehr als die Hälfte der Österreicher trinkt Biermischgetränke. […] Am liebsten wird der Radler zu Hause getrunken. Die beliebteste Geschmacksrichtung der Mixgetränke ist Zitrone. [salzburg24.at, 04.08.2015, aufgerufen am 09.02.2016]
In der Zwischenzeit sitzt er in seinem Auto, liest in der Zeitung oder trinkt ein Radler in der kleinen Kneipe neben der Schule. [Der Spiegel, 13.10.2008, Nr. 42]
Damals brachte [die Brauerei] […] das Radler in den Handel, eine in Norddeutschland Alsterwasser genannte Mischung aus Bier und Limonade. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.1995]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rad · radeln · Radler · rädern · radfahren · Radfahrer
Rad n. ‘kreisrundes Teil, das sich um seinen Mittelpunkt dreht (bei einem Fahrzeug die Fortbewegung ermöglichend)’. Das nur im Kontinentalwestgerm. begegnende Substantiv ahd. rad (8. Jh.), mhd. rat (Genitiv rades), asächs. rað, mnd. mnl. rat, nl. rad, afries. reth, rad (germ. *raþa-) ist im Engl. und Nord. früh ausgestorben; doch finden sich hier die vielleicht verwandten Bildungen aengl. rodor, rador ‘Äther, Himmel’, anord. rǫðull ‘Strahlenkranz, Sonne’. Außergerm. sind verwandt air. roth, kymr. rhod ‘Rad’, lat. rota ‘Rad’, rotula, rotulus ‘Rädchen’ (s. ↗Rolle, ↗rollen), rotāre ‘(sich) kreisförmig herumdrehen’ (s. ↗rotieren), lit. rãtas ‘Rad, Kreis’ (Plur. rãtai ‘Wagen’), aind. ráthaḥ ‘Wagen, zweirädriger Streitwagen’, rathī́- ‘im Wagen fahrend, Wagenlenker’, awest. raθa- ‘Wagen’. Sie führen auf ie. *rot(h)- ‘Rad’ und damit auf die Wurzel ie. *ret(h)- ‘laufen, rollen’, vgl. air. rethim ‘laufe’. radeln Vb. ‘radfahren’ (2. Hälfte 19. Jh.) für älteres velozipedieren (s. ↗Fahrrad) als Neubildung zu (Fahr)rad; wohl in Anlehnung an bair. radeln ‘im Kreis drehen’ und an das in der Wiener Umgangssprache gebräuchliche herumradeln ‘vergebliche, ärgerliche Fahrten machen’. Radler m. ‘Radfahrer’ (um 1900, zuerst ironisch für Velozipedist). rädern Vb. im Mittelalter ‘jmdn. durch das Rad hinrichten, aufs Rad flechten’, mhd. rederen; vgl. die Wendung wie gerädert sein ‘todmüde, völlig erschöpft sein, sich zerschlagen fühlen’. radfahren Vb. Radfahrer m. (beide 2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Alster · ↗Alsterwasser · Bier-Limonade-Mix · Radler
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Fahrradfahrer · ↗Radfahrer  ●  Velofahrer  schweiz. · ↗Biker  ugs. · ↗Pedalritter  ugs. · Radler  ugs.
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Autofahrer Biermischung Einbahnstraße Fußgänger Gehweg Inline-Skater Jogger Motorradfahrer Paddler Pedal Radlerin Radweg Rollstuhlfahrer Skater Spaziergänger Sternfahrt Unterführung Wanderer befahren betrunken entgegenkommend fahrend passioniert rasend rücksichtslos strampeln trainiert umfahren ungeübt verunglücken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Radler‹.

Zitationshilfe
„Radler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Radler#2>, abgerufen am 10.12.2019.

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