Raffinade, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Raffinade · wird nur im Singular verwendet
Worttrennung Raf-fi-na-de
Wortzerlegung  raffinieren -ade
Herkunft raffinieren, vgl. gleichbedeutend raffinadefrz
eWDG

Bedeutung

wiederholt gereinigter, weißer, feinkörniger Zucker
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

raffinieren · raffiniert · Raffinade · Raffinerie · Raffinement · Raffinesse
raffinieren Vb. ‘von Beimengungen reinigen, veredeln’, fachsprachlich, besonders von Rohstoffen (Metallen, Erdöl), Nahrungsmitteln, technischen Erzeugnissen, in dieser seit dem 18. Jh. üblichen Form entlehnt aus mfrz. frz. raffiner ‘reinigen, läutern, feiner machen’ (frz. auch ‘grübeln, klügeln’), zuvor (seit 2. Hälfte 16. Jh.) bezeugt in der wohl latinisierenden oder von (dem frz. Verb semantisch entsprechendem) engl. to refine beeinflußten Schreibung refinieren. Mfrz. frz. raffiner ist weitergebildet aus mfrz. frz. affiner ‘reinigen, verfeinern’, afrz. afiner (vgl. mlat. affinare ‘Metalle reinigen’), einer Ableitung von afrz. frz. fin ‘fein, zart, ausgezeichnet’ (s. fein). Von der Mitte des 18. Jhs. bis zur 2. Hälfte des 19. Jhs. wird raffinieren im Anschluß an die frz. Verwendungen auch allgemeiner im Sinne von ‘verfeinern, vervollkommnen, kultivieren, ausklügeln, spitzfindig ersinnen’ verwendet; ebenso bis heute raffiniert Adj. ‘verfeinert, fein ausgedacht, schlau, durchtrieben, gerissen’ (um 1700), nach frz. raffiné ‘listig, schlau’, Part.adj. zu mfrz. frz. raffiner, dessen gelegentlich abschätziger Gebrauch im Dt. stärker hervortritt. Raffinade f. ‘verfeinertes Endprodukt’, speziell ‘gereinigter, weißer, feinkörniger Zucker’ (Ende 18. Jh.), vgl. (erst für das 19. Jh. nachgewiesenes) frz. raffinade. Raffinerie f. ‘industrielle Anlage zur Reinigung und Veredelung von Rohstoffen’ (2. Hälfte 18. Jh.; vereinzelt auch ‘das Verfeinern, Veredeln’), nach gleichbed. frz. raffinerie. Im Dt. des 18./19. Jhs. auch ‘Spitzfindigkeit, schlaue Berechnung’. Raffinement n. ‘höchste, übertriebene Verfeinerung, kluges, geschicktes Vorgehen’ entsprechend frz. raffinement m., doch im Dt. auch stärker pejorativ ‘Schlauheit, Durchtriebenheit, Gerissenheit’ (1. Hälfte 18. Jh.). Raffinesse f. ‘Spitzfindigkeit, Schlauheit, Durchtriebenheit’ (Mitte 18. Jh.), dann auch ‘höchste Vollkommenheit, vollendete Ausführung’ und (meist Plur.) ‘wohldurchdachte technische Besonderheiten, luxuriöses Zubehör’ (20. Jh., vor allem in der Fügung mit allen Raffinessen), französierende Bildung zu raffiniert (s. oben), wohl analog zu älterem, bedeutungsverwandtem Finesse (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Raffinade · Zuckerraffinade

Verwendungsbeispiele für ›Raffinade‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die amerikanische Gesellschaft verpflichtet sich, eine petro-eheliche Industrie für die Raffinade der Ölprodukte zu errichten.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1963]
Da das heimische Schwarzbier in der Klosterbrauerei Neuzelle mit Raffinade veredelt wird, darf es nach dem deutschen Reinheitsgebot nicht "Bier" genannt werden.
Der Tagesspiegel, 28.07.2000
Hergestellt werden auf dem Gelände des alten Seefliegerhorstes Schleswig eine für die Industrie bestimmte Grundsorte sowie die in Haushalten zu findende Raffinade.
Die Welt, 18.10.2000
Zitationshilfe
„Raffinade“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Raffinade>, abgerufen am 17.10.2021.

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