Raffke, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Raffkes · Nominativ Plural: Raffkes
Aussprache
WorttrennungRaff-ke (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

landschaftlich, salopp, abwertend jmd., der sehr raffgierig ist
Beispiel:
der Raffke ... hat [durch Schiebungen und Bestechungen] das Fett schön von der Suppe abgeschöpft [FühmannFronten132]
Bezeichnung für einen ungebildeten Neureichen
Beispiel:
wie bei Neureichs und Raffkes [FalladaWolf1,95]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

raffen · aufraffen · Raffgier · Raffsucht · Raffzahn · Raffke · Raffer
raffen Vb. ‘hastig und gierig ergreifen, an sich reißen, schriftlich Fixiertes in knappere Form bringen, Stoff locker zusammenschieben, hochnehmen’, mhd. raffen, reffen ‘zupfen, rupfen, eilig an sich reißen’, mnd. mnl. rāpen, nl. rapen ‘raffen, einsammeln’ führen auf germ. *hrap-, auf dessen Variante germ. *hreps- die unter ↗raspeln (s. d.) behandelten Formen zurückgehen. Unmittelbare außergerm. Vergleichsmöglichkeiten fehlen, doch gehören die Verben entweder wie ↗rümpfen und ↗schrumpfen (s. d.) zu ie. *(s)kerb(h)-, *(s)kreb(h)-, nasaliert *(s)kremb(h)- ‘drehen, krümmen’, einer Labialerweiterung der Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’, oder im Sinne von ‘abschneiden, trennen’ zu der unter ↗scheren1 (s. d.) angeführten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’. raffen wird heute oft in der Fügung an sich raffen gebraucht, ferner in Präfixbildungen wie dahin-, weg-, zusammenraffen und aufraffen Vb. ‘zusammennehmen und aufheben’, reflexiv ‘sich mit einiger Schwierigkeit erheben, aufstehen’, übertragen ‘alle Kräfte zusammennehmen, sich zu etw. entschließen’ (16. Jh.). Raffgier f. ‘Habgier, Gier nach Besitz, Gewinn, Geld’ (19. Jh.), zuvor Raffsucht f. (17. Jh.). Raffzahn m. ‘hervorragender oberer Schneidezahn’, eigentlich wohl ‘Reißzahn, Hauer’, spätmhd. reffzan. Raffke m. ‘habgieriger Neureicher’, in Berlin (um 1920) gebildete Bezeichnung mit dem nd. Verkleinerungssuffix -ke (s. ↗-chen); älter Raffer m. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Raffke  ugs. · ↗Raffzahn  ugs. · Schrapphals  ugs., ruhrdt., rheinisch, abwertend
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Raffke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bin tief getroffen, daß ich ein Raffke sein soll.
Süddeutsche Zeitung, 05.09.1996
Bei Mannesmann jedenfalls herrschten am Ende nur noch die Raffkes.
Der Tagesspiegel, 13.03.2004
Dafür wird Herr Raffke sorgen, obwohl er noch nie ein Fußballspiel gesehen hat.
Berliner Zeitung, 19.06.1958
Nach seinem Grand-Slam-Sieg 1999 in Australien haftete indes der Ruf eines Raffkes an ihm.
Die Welt, 29.09.2000
Chancengleichheit ist aber doch nur zu garantieren, wenn die Raffkes der Bundesliga auch einer Reglementierung der Spielertransfers zustimmen würden.
Der Spiegel, 07.03.1994
Zitationshilfe
„Raffke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Raffke>, abgerufen am 20.02.2020.

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