Rahm, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rahm(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Rahm‹ als Erstglied: ↗Rahmbutter · ↗Rahmkaffee · ↗Rahmkäse · ↗Rahmsauce · ↗Rahmsoße
 ·  mit ›Rahm‹ als Letztglied: ↗Doppelrahm · ↗Kaffeerahm · ↗Schlagrahm
 ·  mit ›Rahm‹ als Grundform: ↗rahmen2 · ↗rahmig
eWDG, 1974

Bedeutung

landschaftlich, besonders süddeutsch, besonders österreichisch, besonders schweizerisch Sahne, fettreichster Teil der Milch, der sich an der Oberfläche absetzt
Beispiele:
süßer, saurer Rahm
den Rahm zu Butter verarbeiten
Zucker und Rahm in die Tasse geben
bildlich
Beispiele:
den Rahm abschöpfen (= sich das Beste nehmen)
da wird man betrogen von den teuren Druckern, die den Rahm abschöpfen [St. ZweigBalzac99]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rahm · abrahmen · entrahmen
Rahm m. ‘Sahne’. Die westgerm. Bezeichnung für den fettreichen, sich an der Oberfläche absetzenden Teil der Milch ahd. roum (11. Jh.), mhd. (milch)roum, frühnhd. raum, (mit mundartlichem ā) milchram (15. Jh.), mnd. rōm(e), mnl. room, rōme, nl. room, aengl. rēam, engl. (mundartlich) ream (germ. *rauma-) steht im Ablaut zu gleichbed. anord. rjūmi (nur in dem Beinamen rjūma-rauðr), isl. rjómi, norw. rømme, schwed. (mundartlich) råm, römme (germ. *reuma-). Nhd. Rahm (vorwiegend südd. und nordwestd.; zu den verschiedenen landschaftlichen Formen s. ↗Sahne) entstammt obd. Mundarten. Die Herkunft des Wortes ist ungeklärt. Der Versuch, awest. raoγna- ‘Butter’ und pers. rouġan ‘Öl, Butter, Fett’ heranzuziehen, stößt auf lautliche Schwierigkeiten. Vergleicht man hingegen aengl. rēoma, rēama ‘dünne Haut’, so ist, ausgehend von einer Bedeutung ‘abgerissene, abgeschöpfte Haut’, Anschluß an die Wurzel ie. *reu-, *reu̯ə- ‘aufreißen, graben, aufwühlen, ausreißen, raffen’ (wozu auch ↗Riemen, ↗raufen, ↗roden, s. d.) möglich. Oder gehört Rahm (wie ↗Strom, s. d.) zu ie. *(s)reu- ‘fließen’, Erweiterung der Wurzel ie. *ser(ə)- ‘strömen, sich rasch und heftig bewegen’? abrahmen Vb. ‘den Rahm von der Milch abschöpfen, absahnen’ (18. Jh.), auch entrahmen Vb. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Rahm · ↗Sahne  ●  ↗Obers  österr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Butter Ei Honig Magermilch Milch Sahne abschöpfen dick fett sauer schöpfen süß trennen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rahm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn die Milch nur lange genug steht, setzt sich Rahm auf ihrer Oberfläche ab, den der Bauer abschöpfen kann, um daraus Butter zu machen.
Der Tagesspiegel, 20.04.2005
Heute überlässt sie das anderen und schöpft den Rahm ab.
Süddeutsche Zeitung, 20.03.2002
Die möchten gerne den Schluß mitmachen, den Rahm also abschöpfen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 18.03.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Irgendwann wird der Rahm dann auch einmal abgeschöpft und gerührt worden sein.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 70
Die Milch mußte geseiht, der Rahm aufgestellt werden, in den nächsten Tagen mußte sie buttern.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 418
Zitationshilfe
„Rahm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rahm>, abgerufen am 17.11.2019.

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