Rain, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rain(e)s · Nominativ Plural: Raine
Aussprache
Wortbildung mit ›Rain‹ als Erstglied: ↗Rainfarn  ·  mit ›Rain‹ als Letztglied: ↗Ackerrain · ↗Feldrain · ↗Grasrain · ↗Grenzrain · ↗Waldrain · ↗Wegrain · ↗Wiesenrain
eWDG, 1974

Bedeutung

als Trennungslinie dienender schmaler, grasbewachsener Streifen zwischen zwei Feldern oder an Feldwegen
Beispiele:
ein schmaler Rain
auf dem, am Rain blühen bunte Feldblumen
Man sah ihn oft stundenweit ... an den Rainen der abgeernteten Felder dahinwandeln [G. Hauptm.Quint1,238]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rain · rainen · anrainen · Anrainer · Flurbereinigung
Rain m. ‘unbebauter Grasstreifen als Ackergrenze, begrenzende Bodenerhöhung’, ahd. rein (9. Jh.; auch in ahd. reinifano ‘Rainfarn, Heilkraut’, eigentlich ‘Grenzfahne’, wegen des hohen Wuchses und des doldenartigen Blütenstandes als Grenzzeichen angesehen, 9. Jh.), mhd. mnd. rein, mnl. rein, reen (nl. noch in reengenoot ‘Besitzer angrenzenden Landes’) und anord. rein(a) f., schwed. ren sind als Bildungen mit dem Suffix ie. -no- wohl vergleichbar mit mir. rōen ‘Weg, Bergkette’, bret. run ‘Erhöhung, Hügel’ und weiter mit lat. rīma ‘Ritze’, lit. raiveė͂, rieveė͂ ‘Rille, Riefe, Streif’, lett. rieva ‘Vertiefung, Falte, Furche’. Alle Formen dürften als unterschiedliche Ableitungen von der Wurzel ie. *rei- ‘ritzen, reißen, schneiden’ (zu der auch ↗reif, ↗Reihe und ↗Riege, s. d., gehören) anzusehen sein. Die im Obd. schon seit ahd. Zeit übliche Schreibung mit -ai- setzt sich im 18. Jh. auf Gottscheds Vorschlag (in dem Bestreben, Homonyme orthographisch zu unterscheiden) allmählich durch (s. auch ↗Laib, ↗Laich, ↗Saite, ↗Waise). rainen Vb. ‘ab-, umgrenzen, angrenzen, jmds. Feldnachbar sein’, ahd. (Hs. 15. Jh.), spätmhd. reinen; anrainen Vb. (16. Jh.); Anrainer m. ‘Nachbar, Anlieger’ (16. Jh.). Dazu wohl auch heute als zu reinigen, bereinigen (s. ↗rein) gehörig empfundenes Feld-, Flurbereinigung f. ‘Festsetzung der Ackergrenzen, zweckdienliche Einteilung der Fluren, Felder, besonders Zusammenlegung von zersplittertem Landbesitz’ (19. Jh.); vgl. spätmhd. bereinen ‘abgrenzen’, schweiz. Berain ‘Verzeichnis der Grundstücke mit Beschreibung der Grenzen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ackergrenze · ↗Feldrain · ↗Feldrand · Rain · ↗Wegesrand · ↗Wegrand (in landwirtschaftlich genutztem Gebiet)
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Acker · ↗Feld · landwirtschaftliche Anbaufläche
Synonymgruppe
Abgrenzung · ↗Begrenzung · ↗Einfassung · Rain · ↗Rand · ↗Saum · ↗Umgrenzung · ↗Umrandung
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Feld schwäbisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rain‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn Heavy Rain ist zwar großartig, ich kenne aber niemanden, der es zweimal gespielt hat.
Die Zeit, 14.08.2013, Nr. 31
Und es fing gegen Rain ja auch alles ganz ordentlich an.
Süddeutsche Zeitung, 08.05.2000
Oder die Baronin zieht mich am Arm von der Straße weg auf einen Rain.
Johst, Hanns: Die Torheit einer Liebe, München: Langen Müller 1942 [1930], S. 181
Lisbeth trat zum Fenster und nahm den Deckel von der Raine.
Ganghofer, Ludwig: Der Dorfapostel, Stuttgart: Adolf Bonz 1917 [1900], S. 177
Er blieb in der Flur an einem Rain sitzen und ließ das Gewitter über sich hinwegziehen.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 477
Zitationshilfe
„Rain“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rain>, abgerufen am 20.07.2019.

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