Ramsch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ramsch(e)s · Nominativ Plural: Ramsche · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Ramsch‹ als Erstglied: ↗Ramschbude · ↗Ramschladen · ↗Ramschverkauf · ↗Ramschware
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp, abwertend Plunder, Kram
Beispiele:
sieh dir nur den Ramsch an!
beim Umzug hatte sie allen Ramsch ausrangiert
das ist doch alles Ramsch!
ich hätte solchen Ramsch (= billige Ausschussware) nicht gekauft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ramsch1 · ramschen1 · verramschen
Ramsch1 m. ‘Ausschußware, Schund, Plunder’ (Mitte 19. Jh.). Herkunft nicht sicher geklärt. Lexikalisch wird im Dt. frz. ramas (s. ↗Ramsch) bereits in der 1. Hälfte des 18. Jhs. verzeichnet und mit ‘gesammelter Haufen, zusammengetragener Vorrat’ interpretiert. Der also offensichtlich aus dem Frz. entlehnte Ausdruck mag sich mit dem aus der Wendung mnd. im rampe kōpen ‘in Bausch und Bogen kaufen’ stammenden Ramp lautlich und semantisch vermischt haben. Auch Einfluß von rotw. ramschen ‘betrügen’ (zu hebr. rammā’ūt ‘Betrug’) ist möglich. ramschen1 Vb. ‘Ramschware zu Schleuderpreisen aufkaufen, etw. in großen Mengen an sich raffen’, verramschen Vb. ‘Waren unter ihrem Wert, zu Schleuderpreisen verkaufen’ (beide 19. Jh.).

Ramsch2 · ramschen2
Ramsch2 m. Spielart beim Skat, bei der kein Spieler reizt und derjenige gewinnt, der die wenigsten Zählaugen macht, wohl entlehnt (19. Jh.) aus frz. ramas ‘das Aufsammeln, Auflesen, Haufen wertloser Dinge, Plunder’ (vgl. schweiz. elsäss. Rams ‘Kartenspiel’), abgeleitet von frz. ramasser ‘sammeln, zusammenraffen’, einer Bildung zu frz. masse (s. ↗Masse). Rams für eine Art Kartenspiel kehrt in der 2. Hälfte des 19. Jhs. ins Frz. zurück. ramschen2 Vb. ‘einen Ramsch spielen’ (19. Jh., s. oben Ramsch).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kitsch · ↗Schund · ↗Trash · geschmackloser Gegenstand  ●  Ramsch  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Gerümpel · ↗Klüngel · ↗Kram  ●  ↗(wertloses) Zeug  Hauptform · ↗Klumpert  österr. · ↗Firlefanz  ugs. · ↗Gedöns  ugs., norddeutsch · ↗Gelumpe  ugs. · ↗Geraffel  ugs. · Gesumsel  ugs. · Glump  ugs., mitteldeutsch, süddt., bair. · ↗Glumpert  ugs., bair., österr. · Graffel  ugs., österr., bair. · Grusch  ugs. · ↗Kladderadatsch  ugs. · ↗Klimbim  ugs. · Kramuri  ugs., österr. · ↗Krempel  ugs., Hauptform · ↗Krimskrams  ugs. · Krusch(t)  ugs. · ↗Müll  derb · ↗Nippes  ugs. · ↗Plunder  ugs. · Plörren  ugs., ruhrdt. · Ramsch  ugs. · ↗Schnickschnack  ugs. · ↗Schrott  derb, abwertend · ↗Tand  geh., veraltet · ↗Tinnef  ugs. · ↗Trödel  ugs. · ↗Zeugs  ugs., abwertend · ↗Zinnober  ugs.
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Assoziationen
Synonymgruppe
(Ware) vom Wühltisch · ↗Billigprodukt · ↗Billigware · Niedrigpreis-Ware · Ramsch · ↗Ramschware · ↗Sonderposten
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Aktionsware · als Schnäppchen · als Sonderangebot · aus dem 1-Euro-Laden · besonders preisgünstig · fast umsonst · herabgesetzt · praktisch für umsonst · preisreduziert · rabattiert · ↗reduziert · runtergesetzt · unter Einstandspreis · unter Preis · verbilligt · vom Schnäppchen-Markt · vom Wühltisch · zu Dumpingpreisen · zum (einmaligen) Sonderpreis · zum Schleuderpreis · zum Spottpreis  ●  (im Preis) heruntergesetzt  Hauptform · hinterhergeworfen (bekommen)  variabel, fig. · als Super-Schnäppchen  ugs. · fast geschenkt  ugs. · für ein Butterbrot  ugs. · für ein Trinkgeld  ugs., fig. · für einen Apfel und ein Ei  ugs. · ↗günstig  ugs. · nachgeschmissen bekommen  ugs., fig. · super-günstig  ugs. · vom Grabbeltisch  ugs. · von der Resterampe  ugs.
  • Billig... · ↗bezahlbar · billig zu haben · ↗erschwinglich · für wenig Geld zu haben · ↗günstig · ↗kostengünstig · ↗preisgünstig · ↗preiswert · ↗spottbillig · unter(st)e Preiskategorie · zum Spottpreis · zum kleinen Preis  ●  ↗billig (preiswert)  Hauptform · unschlagbar günstig  werbesprachlich · (ein) humaner Preis  ugs., fig. · (ein) ziviler Preis  ugs., fig. · (etwas) nachgeschmissen bekommen  ugs. · für einen Apfel und ein Ei  ugs., fig. · für kleines Geld  ugs. · humane Preise  ugs., fig. · ↗wohlfeil  geh., veraltet · zivile Preise  ugs., fig. · zum Knallerpreis  ugs., werbesprachlich
  • Grabbeltisch  ugs. · ↗Wühltisch  ugs.
  • B-Ware · zweite Wahl
  • Ein-Euro-Geschäft · ↗Ein-Euro-Laden · Ein-Euro-Shop · Ramschmarkt · Restemarkt · ↗Schnäppchenmarkt · ↗Sonderpostenmarkt  ●  Non-Food-Discounter  fachspr. · ↗Ramschladen  ugs. · ↗Resterampe  ugs.
Synonymgruppe
Mängelexemplar  fachspr. · Ramsch  fachspr., Jargon · ↗Remittende(n)  fachspr. · modernes Antiquariat  fachspr.
Assoziationen
  • B-Ware · zweite Wahl
  • Antiquariat · Gebrauchtbuchhandel
  • (geringer) Makel · ↗Schönheitsfehler · kleine Macke · kosmetischer Fehler · kosmetischer Makel · kosmetischer Mangel · unwesentliche Beeinträchtigung
Synonymgruppe
Auslaufmodell · ↗Restposten  ●  Ramsch (Buchhandel)  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kitsch Nippes Plunder Schund Stufe bezeichnen billig landen produzieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ramsch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beide sind allerdings oft vergeblich auf der Suche - nach einem dritten Mann zum "Ramschen".
Bild, 18.08.1999
Manchmal landen die Werke schon nach zwei Jahren im Ramsch.
Der Tagesspiegel, 25.07.1999
Seine Überbleibsel, auch Objekte der größten Qualität, sehen bereits aus wie Ramsch.
Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1971 [1951], S. 147
Dank der Freihandelswirtschaftspolitik standen die Grenzen Preußens offen und der Ramsch strömte in das Land.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 136
Diese müssen auch den Rest decken, der auf Ausverkauf und Ramsch gesetzt, magaziniert wird, mitsamt den Entwürfen und Modellen.
Popp, Joseph: Zur Einführung. In: Bräuer, Hasso (Hg.) Archiv des deutschen Alltagsdesigns, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1915], S. 238
Zitationshilfe
„Ramsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ramsch#1>, abgerufen am 11.12.2018.

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Ramsch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ramsch(e)s · Nominativ Plural: Ramsche
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ramsch(e)s · Nominativ Plural: Rämsche
Aussprache
Wortbildung mit ›Ramsch‹ als Letztglied: ↗Schieberramsch
eWDG, 1974

Bedeutung

Skat Spiel, das gespielt wird, wenn niemand reizt
Beispiel:
hättest du gepasst, dann hätten wir einen schönen Ramsch gespielt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ramsch1 · ramschen1 · verramschen
Ramsch1 m. ‘Ausschußware, Schund, Plunder’ (Mitte 19. Jh.). Herkunft nicht sicher geklärt. Lexikalisch wird im Dt. frz. ramas (s. ↗Ramsch) bereits in der 1. Hälfte des 18. Jhs. verzeichnet und mit ‘gesammelter Haufen, zusammengetragener Vorrat’ interpretiert. Der also offensichtlich aus dem Frz. entlehnte Ausdruck mag sich mit dem aus der Wendung mnd. im rampe kōpen ‘in Bausch und Bogen kaufen’ stammenden Ramp lautlich und semantisch vermischt haben. Auch Einfluß von rotw. ramschen ‘betrügen’ (zu hebr. rammā’ūt ‘Betrug’) ist möglich. ramschen1 Vb. ‘Ramschware zu Schleuderpreisen aufkaufen, etw. in großen Mengen an sich raffen’, verramschen Vb. ‘Waren unter ihrem Wert, zu Schleuderpreisen verkaufen’ (beide 19. Jh.).

Ramsch2 · ramschen2
Ramsch2 m. Spielart beim Skat, bei der kein Spieler reizt und derjenige gewinnt, der die wenigsten Zählaugen macht, wohl entlehnt (19. Jh.) aus frz. ramas ‘das Aufsammeln, Auflesen, Haufen wertloser Dinge, Plunder’ (vgl. schweiz. elsäss. Rams ‘Kartenspiel’), abgeleitet von frz. ramasser ‘sammeln, zusammenraffen’, einer Bildung zu frz. masse (s. ↗Masse). Rams für eine Art Kartenspiel kehrt in der 2. Hälfte des 19. Jhs. ins Frz. zurück. ramschen2 Vb. ‘einen Ramsch spielen’ (19. Jh., s. oben Ramsch).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kitsch · ↗Schund · ↗Trash · geschmackloser Gegenstand  ●  Ramsch  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Gerümpel · ↗Klüngel · ↗Kram  ●  ↗(wertloses) Zeug  Hauptform · ↗Klumpert  österr. · ↗Firlefanz  ugs. · ↗Gedöns  ugs., norddeutsch · ↗Gelumpe  ugs. · ↗Geraffel  ugs. · Gesumsel  ugs. · Glump  ugs., mitteldeutsch, süddt., bair. · ↗Glumpert  ugs., bair., österr. · Graffel  ugs., österr., bair. · Grusch  ugs. · ↗Kladderadatsch  ugs. · ↗Klimbim  ugs. · Kramuri  ugs., österr. · ↗Krempel  ugs., Hauptform · ↗Krimskrams  ugs. · Krusch(t)  ugs. · ↗Müll  derb · ↗Nippes  ugs. · ↗Plunder  ugs. · Plörren  ugs., ruhrdt. · Ramsch  ugs. · ↗Schnickschnack  ugs. · ↗Schrott  derb, abwertend · ↗Tand  geh., veraltet · ↗Tinnef  ugs. · ↗Trödel  ugs. · ↗Zeugs  ugs., abwertend · ↗Zinnober  ugs.
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Assoziationen
Synonymgruppe
(Ware) vom Wühltisch · ↗Billigprodukt · ↗Billigware · Niedrigpreis-Ware · Ramsch · ↗Ramschware · ↗Sonderposten
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Aktionsware · als Schnäppchen · als Sonderangebot · aus dem 1-Euro-Laden · besonders preisgünstig · fast umsonst · herabgesetzt · praktisch für umsonst · preisreduziert · rabattiert · ↗reduziert · runtergesetzt · unter Einstandspreis · unter Preis · verbilligt · vom Schnäppchen-Markt · vom Wühltisch · zu Dumpingpreisen · zum (einmaligen) Sonderpreis · zum Schleuderpreis · zum Spottpreis  ●  (im Preis) heruntergesetzt  Hauptform · hinterhergeworfen (bekommen)  variabel, fig. · als Super-Schnäppchen  ugs. · fast geschenkt  ugs. · für ein Butterbrot  ugs. · für ein Trinkgeld  ugs., fig. · für einen Apfel und ein Ei  ugs. · ↗günstig  ugs. · nachgeschmissen bekommen  ugs., fig. · super-günstig  ugs. · vom Grabbeltisch  ugs. · von der Resterampe  ugs.
  • Billig... · ↗bezahlbar · billig zu haben · ↗erschwinglich · für wenig Geld zu haben · ↗günstig · ↗kostengünstig · ↗preisgünstig · ↗preiswert · ↗spottbillig · unter(st)e Preiskategorie · zum Spottpreis · zum kleinen Preis  ●  ↗billig (preiswert)  Hauptform · unschlagbar günstig  werbesprachlich · (ein) humaner Preis  ugs., fig. · (ein) ziviler Preis  ugs., fig. · (etwas) nachgeschmissen bekommen  ugs. · für einen Apfel und ein Ei  ugs., fig. · für kleines Geld  ugs. · humane Preise  ugs., fig. · ↗wohlfeil  geh., veraltet · zivile Preise  ugs., fig. · zum Knallerpreis  ugs., werbesprachlich
  • Grabbeltisch  ugs. · ↗Wühltisch  ugs.
  • B-Ware · zweite Wahl
  • Ein-Euro-Geschäft · ↗Ein-Euro-Laden · Ein-Euro-Shop · Ramschmarkt · Restemarkt · ↗Schnäppchenmarkt · ↗Sonderpostenmarkt  ●  Non-Food-Discounter  fachspr. · ↗Ramschladen  ugs. · ↗Resterampe  ugs.
Synonymgruppe
Mängelexemplar  fachspr. · Ramsch  fachspr., Jargon · ↗Remittende(n)  fachspr. · modernes Antiquariat  fachspr.
Assoziationen
  • B-Ware · zweite Wahl
  • Antiquariat · Gebrauchtbuchhandel
  • (geringer) Makel · ↗Schönheitsfehler · kleine Macke · kosmetischer Fehler · kosmetischer Makel · kosmetischer Mangel · unwesentliche Beeinträchtigung
Synonymgruppe
Auslaufmodell · ↗Restposten  ●  Ramsch (Buchhandel)  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kitsch Nippes Plunder Schund Stufe bezeichnen billig landen produzieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ramsch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beide sind allerdings oft vergeblich auf der Suche - nach einem dritten Mann zum "Ramschen".
Bild, 18.08.1999
Manchmal landen die Werke schon nach zwei Jahren im Ramsch.
Der Tagesspiegel, 25.07.1999
Seine Überbleibsel, auch Objekte der größten Qualität, sehen bereits aus wie Ramsch.
Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1971 [1951], S. 147
Dank der Freihandelswirtschaftspolitik standen die Grenzen Preußens offen und der Ramsch strömte in das Land.
Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 136
Diese müssen auch den Rest decken, der auf Ausverkauf und Ramsch gesetzt, magaziniert wird, mitsamt den Entwürfen und Modellen.
Popp, Joseph: Zur Einführung. In: Bräuer, Hasso (Hg.) Archiv des deutschen Alltagsdesigns, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1915], S. 238
Zitationshilfe
„Ramsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ramsch#2>, abgerufen am 11.12.2018.

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