Rand, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Rand(e)s · Nominativ Plural: Ränder
Aussprache
Wortbildung mit ›Rand‹ als Erstglied: ↗Randbebauung · ↗Randbemerkung · ↗Randbesatz · ↗Randbezirk · ↗Randblüte · ↗Randereignis · ↗Randerscheinung · ↗Randfigur · ↗Randfläche · ↗Randfrage · ↗Randgebiet · ↗Randglosse · ↗Randgruppe · ↗Randlage · ↗Randlöser · ↗Randmeer · ↗Randnotiz · ↗Randpersönlichkeit · ↗Randphänomen · ↗Randschrift · ↗Randstaat · ↗Randstein · ↗Randsteller · ↗Randstellung · ↗Randstreifen · ↗Randstörung · ↗Randtief · ↗Randvermerk · ↗Randverzierung · ↗Randzeichnung · ↗Randzone · ↗randgenäht · ↗randgesteppt · ↗randlos · ↗randständig · ↗randvoll
 ·  mit ›Rand‹ als Letztglied: ↗Alpenrand · ↗Augenrand · ↗Außenrand · ↗Bassinrand · ↗Beckenrand · ↗Bergrand · ↗Bettrand · ↗Bildrand · ↗Blattrand · ↗Bootsrand · ↗Brillenrand · ↗Brunnenrand · ↗Bühnenrand · ↗Chausseerand · ↗Dorfrand · ↗Feldrand · ↗Goldrand · ↗Grabenrand · ↗Grabesrand · ↗Hafenrand · ↗Hutrand · ↗Innenrand · ↗Kragenrand · ↗Kraterrand · ↗Lidrand · ↗Mützenrand · ↗Nagelrand · ↗Nordrand · ↗Ortsrand · ↗Ostrand · ↗Schweißrand · ↗Seitenrand · ↗Spielfeldrand · ↗Stadtrand · ↗Stoffrand · ↗Straßenrand · ↗Strickrand · ↗Südrand · ↗Tafelrand · ↗Tassenrand · ↗Tellerrand · ↗Tischrand · ↗Trauerrand · ↗Uferrand · ↗Waldesrand · ↗Waldrand · ↗Wegesrand · ↗Wegrand · ↗Westrand · ↗Wiesenrand · ↗Wolkenrand · ↗Wundrand · ↗Wüstenrand · ↗Zeitungsrand · ↗Zierrand · ↗Zylinderrand
 ·  mit ›Rand‹ als Binnenglied: ↗Boulevardrandliteratur · ↗Zonenrandförderung · ↗Zonenrandgebiet
 ·  mit ›Rand‹ als Grundform: ↗rändern  ·  formal verwandt mit: ↗breitrandig · ↗scharfrandig · ↗schmalrandig · ↗schwarzgerandet · ↗schwarzrandig · ↗steilrandig · ↗umranden
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
äußere Begrenzung einer Fläche, eines Gegenstandes, Gefäßes
Beispiele:
der steile, flache Rand des Grabens, Beckens, Brunnens, Ufers, Abgrundes, Kraters
sie traten an den Rand des Grabes
am Rand, Rande der Stadt, des Dorfes
am Rand, Rande des Parkes, Spielfeldes, Schwimmbeckens, der Wiese, des Waldes, Sees, der Wüste, Welt
an den Rändern des Weges wucherte das Unkraut
der Rand (= Kante) des Tisches, Bettes, Stuhles, Herdes
der breite Rand des Hutes
er verletzte sich am scharfen Rand der Konservendose
eine Tasse, ein Teller mit blauem, rotem Rand
das Glas, den Becher bis zum Rand, bis an den Rand (= gänzlich) füllen, vollgießen
die Milch quoll beim Kochen über den Rand (des Topfes)
schmaler, begrenzender Streifen an der Außenseite, besonders eines Schreibheftes
Beispiele:
etw. an den oberen, unteren, rechten, linken, äußeren Rand der Heftseite schreiben
einen breiten, schmalen Rand beim Schreiben lassen
einen Fehler, eine wichtige Stelle am Rand anstreichen
ihr sollt nicht über den Rand schreiben!
Briefbogen, Briefumschläge mit schwarzem Rand (= bei Trauerbriefen)
eine Briefmarke mit gezacktem Rand
etw., das wie ein schmaler Streifen verläuft
Beispiele:
der Kranke hatte dunkle, tiefe Ränder (= Ringe) um die Augen, unter den Augen
seine Finger hatten schwarze Ränder (= er hatte schmutzige Fingernägel)
die Wassertropfen haben Ränder auf dem Kleid, Parkett hinterlassen
das Fleckenentfernungsmittel hinterließ helle, dunkle, auffallende Ränder
bildlich
Beispiele:
jmdn. (bis) an den Rand der Verzweiflung bringen, treiben (= jmdn. dahin bringen, dass er fast völlig verzweifelt)
der Krieg hatte das Land an den Rand des Ruins, des Untergangs, der Katastrophe gebracht
seine Zügellosigkeit brachte die ganze Familie an den Rand des Abgrunds, Verderbens
die Rassenpolitik der Regierung führte das Land an den Rand eines Bürgerkrieges
er bekam eine Lungenentzündung, die ihn an den Rand des Grabes brachte (= er bekam eine Lungenentzündung, die ihn in Todesgefahr brachte)
gehoben am Rande des Grabes stehen (= todkrank sein) (= hochbetagt sein)
ich bin am Rande meiner Kräfte (angelangt) (= ich bin am Ende meiner Kräfte (angelangt))
ich bin mit meiner Geduld am Rande (= ich bin mit meiner Geduld am Ende)
umgangssprachlich etw. am Rande erwähnen, bemerken (= etw. nebenbei, beiläufig erwähnen, bemerken)
umgangssprachlich das kam nur am Rande zur Sprache
umgangssprachlich das versteht sich (doch) am Rande (= das ist selbstverständlich)
umgangssprachlich das interessiert mich nur am Rande (= das interessiert mich nur wenig)
umgangssprachlich ich habe das nur am Rande miterlebt (= ich habe das nur als Beobachter, nicht unmittelbar miterlebt)
2.
umgangssprachlich
jmd. ist, gerät außer, aus Rand und Band, kommt außer Rand und Bandjmd. ist, gerät außer sich
Beispiele:
die Kinder waren heute vor Freude aus Rand und Band (= waren ganz ausgelassen)
er ist vor Wut außer Rand und Band (geraten)
3.
salopp, derb
Beispiele:
er hat einen großen, losen, frechen Rand (= Mund)
halt doch endlich den, deinen Rand (= sei still) und laß sie reden!
er riskierte den großen Rand (= er gab an, machte sich wichtig)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Rand · rändern · rändeln
Rand m. ‘äußere Begrenzung einer Fläche, eines Gebietes, Gegenstandes, Grenzstreifen, Kante’, ahd. (9. Jh.), mhd. rant ‘Einfassung, Rand, Schildrand, Schild’, asächs. rand ‘Rand, Schildbuckel’, mnd. mnl. rant, nl. rand ‘Rand’, aengl. rand ‘Schild(rand)’, anord. rǫnd f. ‘Rand, Schild(rand)’, norw. schwed. rand ‘Rand, Saum, Kante’ (germ. *randa- m., *randō f.), verwandt mit (ablautend) norw. (mundartlich) rinde ‘Land-, Bergrücken, Bank’ und außergerm. vielleicht mit mir. rinde ‘Holzgefäß’. Da das n dieser Wörter wohl vor Dental aus m entstanden ist, sind auch aengl. rima ‘Rand, Grenze, Küste’, engl. rim ‘Rand’ und anord. rimi ‘Erdrücken’ vergleichbar. Damit ergibt sich ein Anschluß der Wortgruppe an die unter ↗Rahmen (s. d.) dargestellte Wurzel ie. *rem(ə)- ‘ruhen, sich aufstützen, stützen’, und Rand wäre ursprünglich als ‘stützendes Gestell, Einfassung’ zu verstehen. Vgl. Redensarten wie den Rand halten ‘den Mund (die Lippen als Mundumrandung) halten’ (aus der Studentensprache, 19. Jh.), aus, außer Rand und Band ‘außer sich, ganz ausgelassen’ (offenbar aus der Böttchersprache), zu Rande kommen ‘zurechtkommen, fertig werden’, älter zu Rand und Land (‘Küste, Ufer’) kommen (16. Jh.), zu Rande bringen ‘schaffen, zu Ende bringen’, das versteht sich am Rande ‘ist selbstverständlich’ (18. Jh.). rändern Vb. (18. Jh.), rändeln Vb. (18. Jh.) ‘mit einem Rand versehen, umranden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abgrenzung · ↗Begrenzung · ↗Einfassung · ↗Rain · Rand · ↗Saum · ↗Umgrenzung · ↗Umrandung
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Flanke · ↗Flügel · Rand · ↗Seite
Synonymgruppe
Gefüge · ↗Rahmen · Rand
Synonymgruppe
(mit etwas) hat es nicht viel auf sich · Bagatell... · Neben... · ↗Nebensache · Rand... · Zweit... · ↗bedeutungslos · ↗belanglos · ↗egal · ↗irrelevant · kleiner · ↗marginal · ↗nachgeordnet · ↗nachrangig · ↗nebensächlich · nicht (weiter) der Rede wert · nicht entscheidend · nicht ins Gewicht fallend · nicht von Interesse · nicht wichtig · ↗nichtssagend · ohne Belang · ↗peripher · ↗sekundär · ↗unbedeutend · ↗unbeträchtlich · ↗unerheblich · ↗uninteressant · ↗unmaßgeblich · ↗unwesentlich · ↗vernachlässigbar · von untergeordneter Bedeutung · zu vernachlässigen · ↗zweitrangig  ●  ↗unwichtig  Hauptform · Sonst hast du keine Probleme?  ugs., Spruch · kannste vergessen  ugs. · keinen Schuss Pulver wert  ugs. · kleiner Fisch  ugs., fig. · sei's drum  ugs. · unter "ferner liefen" (kommen)  ugs.
Assoziationen
  • meinethalben · wenn es denn sein muss · wie Sie meinen · wie du meinst · wie du willst  ●  ↗meinetwegen (halbherzig zustimmend)  Hauptform · (es) soll mir recht sein  ugs. · geht (schon) in Ordnung  ugs. · in Gottes Namen  ugs. · ist (schon) in Ordnung  ugs. · mir soll's recht sein  ugs. · na schön  ugs. · ↗ruhig  ugs. · schon okay  ugs. · soll er (ruhig) machen ...  ugs. · soll er doch ...  ugs. · soll sie doch ...  ugs. · von mir aus  ugs. · wenn Sie meinen ...  ugs. · wenn du meinst ...  ugs.
  • (jemanden) nicht (im Geringsten) interessieren · im Grunde verachten · nur ein müdes Lächeln übrig haben für
  • (jemandem) einerlei sein · (jemandem) gleichgültig sein · (jemanden) gleichgültig lassen · (jemanden) nicht interessieren · (jemanden) nicht nervös machen · (jemanden) nicht tangieren · (jemanden) nichts angehen · (mit etwas) nichts zu tun haben · (sich) nicht scheren um · (völlig) kalt lassen · keinen Wert legen auf · mit den Achseln zucken · nichts am Hut haben (mit)  ●  ↗(an jemandem) abprallen  fig. · (jemandem) egal sein  Hauptform · (jemandem) nicht den Schlaf rauben  fig. · (jemanden) nicht kümmern  veraltend · (jemanden) nicht unruhig schlafen lassen  fig. · (herzlich) egal sein  ugs. · (jemandem) (glatt / direkt) am Arsch vorbeigehen  derb · (jemandem) Latte sein  ugs. · (jemandem) latte sein  ugs. · (jemandem) piepegal sein  ugs. · (jemandem) scheißegal sein  derb · (jemandem) schnuppe sein  ugs. · (jemandem) schnurz sein  ugs. · (jemandem) schnurzpiepe sein  ugs. · (jemandem) sowas von egal sein  ugs. · (jemandem) wumpe sein  ugs., regional · (jemandem) wurscht sein  ugs. · (jemanden) nicht anfechten  geh., veraltend · (jemanden) nicht die Bohne interessieren  ugs., Redensart · (jemanden) nicht jucken  ugs. · (jemanden) nicht kratzen  ugs. · (jemanden) nicht scheren  geh., veraltend · (jemanden) nur peripher tangieren  geh. · (sich) nicht (weiter) kümmern um  ugs. · Scheiß der Hund drauf.  derb, Spruch · Scheiß drauf!  vulg., Spruch · das kannst du deinem Frisör erzählen  ugs., Spruch · das tangiert mich (äußerst) peripher  geh., Spruch · den lieben Gott einen guten Mann sein lassen  ugs., Redensart · drauf scheißen  vulg. · erzähl das der Parkuhr  ugs., veraltet, Spruch · keinen gesteigerten Wert legen auf  ugs. · nichts geben auf  ugs. · pfeifen auf  ugs. · sprich zu meiner Hand  ugs., Spruch, variabel
  • (mit etwas) ist (auch) keinem geholfen · wirkungslos verpuffen  ●  (auch) verzichten können auf  ugs. · (den) Kohl (auch) nicht fett machen  ugs. · (es) kommt nichts (Gescheites) heraus (bei)  ugs. · nicht (richtig) weiterhelfen  ugs. · nicht viel bringen  ugs. · nichts bringen  ugs., salopp
  • bedeutungsleer · ↗gehaltlos · ↗inhaltsarm · ↗inhaltsleer · ohne Substanz · ↗substanzlos  ●  ↗sinnentleert  geh. · ↗substanzarm  geh.
  • Bagatelle · ↗Banalität · ↗Belanglosigkeit · ↗Geringfügigkeit · ↗Kleinigkeit · ↗Lappalie · ↗Nebensache · ↗Nebensächlichkeit · ↗Nichtigkeit · ↗Petitesse · Unwichtiges · ↗Unwichtigkeit · keine große Geschichte · keine große Sache  ●  Sturm im Wasserglas  fig. · ↗Fliegenschiss  derb, fig. · ↗Kiki  ugs. · ↗Kinkerlitzchen  ugs. · ↗Kleckerkram  ugs. · Kleinkleckerkram  ugs. · ↗Kleinkram  ugs. · ↗Marginalie  geh. · ↗Peanuts  ugs., engl. · ↗Pillepalle  ugs. · ↗Pipifax  ugs. · ↗Quisquilien (Plur., lat.)  geh. · Schnullibulli  ugs. · Tüddelkram  ugs., norddeutsch, variabel
  • noch nicht spruchreif · ↗verfrüht  ●  ungelegte Eier  ugs.
  • kleines Licht · kleines Rädchen im Getriebe
  • (unwichtige) Begleiterscheinung · ↗Nebensache · ↗Nebensächlichkeit · ↗Randerscheinung · ↗Randphänomen
  • (sich) fehl am Platz fühlen · (sich) nicht beachtet fühlen · (sich) vernachlässigt fühlen · (sich) vorkommen wie das fünfte Rad am Wagen · (sich) überflüssig vorkommen
  • Belangloses · Belanglosigkeiten · ↗Nebensächlichkeit(en) · Trivia · Vermischtes · am Rande notiert · aus der Enzyklopädie des unnützen Wissens · dies und das · kurz und uninteressant
  • nicht (so) wichtig · nicht erforderlich · nicht nötig · ↗unwichtig · ↗verzichtbar · ↗überflüssig  ●  ↗unnötig  Hauptform · ↗entbehrlich  geh. · muss nicht sein  ugs. · nicht brauchen (zu)  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgrund Altstadt Bankrott Bürgerkrieg Existenzminimum Gesellschaft Gipfel Innenstadt Konferenz Legalität Nervenzusammenbruch Ruin Spektrum Stadt Tagung Treffen Veranstaltung Wahnsinn Zusammenbruch drängen erwähnen link nördlich ober recht südlich treiben unter äußer östlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rand‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Am Rande des Weges waren zwar ein paar gefährliche Minen versteckt, aber zur Explosion kam keine von ihnen.
Die Zeit, 15.03.2013 (online)
In dieser Weise webst du bis fast zum Rand weiter.
Frost, Margarete: Aus bunten Fäden, Leipzig: Verl. für die Frau 1986, S. 36
Wenn die gegenwärtige Situation andauert und wenn die gleiche alte Politik aufrechterhalten bleibt, wird Äthiopien an den Rand eines unkontrollierten Chaos gelangen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1974]
Nun saß er allein im Konzert, in einem Saal, weit draußen am Rande der Stadt.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 358
Der Text, den sie nun dazu las, erschien ihr gleichsam an deren Rand geschrieben.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 411
Zitationshilfe
„Rand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Rand>, abgerufen am 22.08.2019.

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