Randale, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Randale · Nominativ Plural: Randale
Aussprache
WorttrennungRan-da-le
GrundformRandal
FormgeschichteHistorisch gesehen ein zum inzwischen ungebräuchlichen Randal (= Gegröhle, Gejohle) gebildeter Plural. Nach seinem Wiederaufkommen in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts in der Regel zunächst im Singular verwendet und in verschiedenen Wörterbüchern als Singularetantum beschrieben, während andere Beschreibungen ein Pluraletantum festhalten und damit eine immer noch bestehende Form- und Numerusunsicherheit dokumentieren. Heute in der Regel als Singular aufgefasst, zu dem seit mehreren Jahrzehnten ein formgleicher (daneben seltener auch ein schwach auf -n gebildeter) Plural gut belegt ist.
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutung

tätliche Ausschreitung, Krawall, gewaltsame, laute Auseinandersetzung
Beispiele:
Wieder überschattet gewaltsame Randale die friedlichen Proteste. [Spiegel, 28.04.2015 (online)]
Wenn am 1. Mai der Krawall ausbricht, wird die übliche Leier vom »Bullenterror« zu hören sein, der die Randale provoziert habe. [Der Tagesspiegel, 29.04.2005]
Die Randale zu Jahresbeginn in Straßburg ist ein neuer Rekord: in einer Nacht fast 60 angezündete Autos, mehr als 30 demolierte Bushaltestellen, mehr als 20 zerstörte Telefonzellen, Brandsätze gegen Schulen, Kindergärten und öffentliche Einrichtungen. [Frankfurter Rundschau, 03.01.1998]
Solche Randale [Überfälle auf Angehörige der chinesischen Minderheit] sind historisch bedingt, denn in Indonesien galt die ethnische Minderheit schon immer als Sündenbock. [Die Zeit, 14.03.1997, Nr. 12]
Herr Lindenberg, in den letzten Wochen häufen sich Presseberichte über Prügeleien in Ihren Konzerten und Exzesse in Hotels und öffentlichen Restaurants. Haben Sie das gemeint, als Sie kürzlich verkündeten, es käme jetzt darauf an, mal wieder Randale zu machen? [Der Spiegel, 14.03.1977, Nr. 12]
Kollokationen:
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Randale von Hooligans, von Fans, im Stadion, am Rande [der Demonstration]
mit Adjektivattribut: schwere, blutige, schlimme, organisierte, nächtliche Randale
in Koordination: Schlägereien, Pöbeleien, Ausschreitungen, Krawalle, Gewalt, Lärm und Randale
als Akkusativobjekt: Randale machen, anzetteln, provozieren, auslösen, befürchten, verhindern, verurteilen; es gibt Randale
in Präpositionalgruppe/-objekt: Spaß, Lust an der Randale, an der Randale beteiligt sein; für Randale sorgen; bei der Randale, bei Randalen verletzt werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

randalieren · Randal
randalieren Vb. ‘lärmenden Unfug treiben, Krach machen’ (2. Hälfte 18. Jh.), aus der Studentensprache, eigentlich ‘Randal treiben’, zu längere Zeit nicht mehr üblichem, gleichfalls studentensprachlichem Randal m. ‘Lärm, Krach’ (heute wieder aufgenommen, zumal im Plur. Randale). Dieses vermutlich eine Kontamination von mundartlichem (obd. omd.) Rand, Rant ‘Possen, lärmender Spaß, Tumult’ (eigentlich ‘Lauf, Bewegung, Wendung’, Verbalsubstantiv zu dem unter ↗rinnen, s. d., behandelten Verb) und ↗Skandal (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Randale · lautstarker Protest
Unterbegriffe
  • Randalationsversuch · Randaleversuch · Randalierversuch
Synonymgruppe
Aufruhr · ↗Krawall · ↗Lärm · ↗Rabatz · Randale · ↗Spektakel · ↗Tumult · ↗Unruhe  ●  ↗(die) Welle  ugs. · ↗Aufstand  ugs. · ↗Terz  ugs. · ↗Theater  ugs.
Assoziationen
Zitationshilfe
„Randale“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Randale>, abgerufen am 08.12.2019.

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