in Goethes Farbenlehre Farbe als Phänomen (1) in einem durch den Übergang und Kontrast von hell und dunkel charakterisierten Bereich, etwa am Rand eines Prismas oder Regenbogens
Beispiele:
Goethe sah sein »Randphänomen« in der Beobachtung, daß die Farben nur am Rande von Dunkelheit sichtbar werden – der Regenbogen am Rande der Wolkenwand. Er sah die Farben entstehen an der Grenze der Finsternis und als einen Übergang zwischen der Finsternis und dem Licht[…]. [Schaeffer, Albrecht, Mythos: Abhandlugen über die kulturellen Grundlagen der Menschheit. Heidelberg: Verlag Lambert Schneider 1958]
Die reinsten Farben entstehen bei der Brechung des Lichtes als Randphänomen, so beim Regenbogen oder beim Glasprisma. Betrachtet man bei Tageslicht einen breiten weissen Spalt auf schwarzem Untergrund oder einen breiten schwarzen Spalt auf weissem Untergrunde durch das Prisma, so erscheinen deutlich voneinander geschieden vier Farben, und zwar auf der einen Seite Gelb und Gelbrot, auf der anderen die Komplementärfarben Violett (zu Gelb) und Blau […]. [Das Goetheanum, Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft, Bände 32–34, S. 162]
Da war ein Mann, hieß Goethe. Der sah die Spektralfarben in seinem Geist als Trübungen des Lichts durch das Dunkel, Randphänomene des Lichts. [Schaeffer, Albrecht: Helianth I, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 626]