Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ranft, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ranft(e)s · Nominativ Plural: Ränfte
Aussprache  [ʀanft]
Wortbildung  mit ›Ranft‹ als Erstglied: Ranftbecher · Ränftchen · Ränftel
 ·  mit ›Ranft‹ als Letztglied: Brotranft
eWDG

Bedeutung

landschaftlich erstes oder letztes Stück von einem Brot, Kanten
Beispiele:
den Ranft abschneiden, essen
er bestrich das noch warme Ränftchen mit frischer Butter
Brotrinde, Stück hartes Brot
Beispiel:
er aß gern trockene Ränfte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ranft m. ‘Rand, Brotkanten, Kruste’, ahd. ramft ‘Rand, Einfassung’ (9. Jh.), mhd. ramft, ranft. Herkunft ungewiß. Vielleicht verwandt (als to-Ableitung?) mit Rahmen (s. d.).

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Anschnitt  ●  Brotanschnitt  Hauptform · Brotende  Hauptform · Scherzel  bayr., österr. · Aheuer  ugs., regional · Anscherzl  ugs., regional, österr. · Bugl  ugs., regional · Bödeli  ugs., schweiz. · Gigele  ugs., regional · Gnetzla  ugs., regional · Gupf  ugs., schweiz. · Kanten  ugs., mitteldeutsch, norddeutsch · Kipf  ugs., regional · Kipfla  ugs., regional · Knerzel  ugs., regional · Knießchen  ugs., regional · Knippchen  ugs., regional · Knorzen  ugs., regional · Knurrn  ugs., regional · Knust  ugs., norddeutsch · Knäppchen  ugs., regional · Knäppele  ugs., regional · Knäuschen  ugs., regional · Knäusperle  ugs., regional · Knörzchen  ugs., regional · Knörzla  ugs., regional · Knüppchen  ugs., regional · Knüstchen  ugs., regional · Koosch  ugs., rheinisch · Krüstchen  ugs., westdeutsch, mitteldeutsch · Mürgel  ugs., regional · Mürgeli  ugs., regional · Ortstückel  ugs., regional · Ranfl  ugs., regional · Ranft  ugs., ostdeutsch · Reiftchen  ugs., regional · Reiftle  ugs., regional · Riebel  ugs., regional · Riebele  ugs., regional · Rämpftl  ugs., regional · Rämpftling  ugs., regional · Ränftl  ugs., regional, sächsisch · Scherzerl  ugs., österr. · Stützle  ugs., regional · Timpken  ugs., regional

Verwendungsbeispiele für ›Ranft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie kämpften gegeneinander mit Fäusten und Messern und Zähnen um eine gefüllte Flasche, um einen Brotsack mit einem dürren Ranft. [Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 236]
Ferdinand Ranft und diejenigen, für die er spricht, haben manchmal völlig recht. [Die Zeit, 29.08.1975, Nr. 36]
Ranft, ein unruhiger Geist voller Ideen und Energie, hat viele Künstlerfreunde. [Der Tagesspiegel, 29.04.1998]
Ranft ist herzkrank, erleidet einen Infarkt, will sich in der Schweiz operieren lassen. [Die Zeit, 13.02.1989, Nr. 07]
Ranft, anpassungsfähig wie eh und je, hat sich gleich mehrere Identitäten zugelegt und eine neue Karriere in der Industrie gestartet. [Die Zeit, 13.02.1989, Nr. 07]
Zitationshilfe
„Ranft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ranft>.

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